Opernhaus

Gesicht der Nacht

Frank Fannar Pedersen und Stephan Thoss Premiere: Fr, 31. März 2017
Musik von Wojciech Kilar, Ludovico Einaudi, James Brown u.a.
  • Choreografie, Bühne, Kostüme: Frank Fannar Pedersen (Gast) / Stephan Thoss

Für den neuen Tanzabend Gesicht der Nacht hat Stephan Thoss seine 2010 in Wiesbaden uraufgeführte Choreografie Nightbook neu bearbeitet und um einige Szenen erweitert. Inspiriert von den rätselhaften Bildern des belgischen Malers René Magritte lässt Thoss in Nightbook Bild, Tanz und Film ineinander übergehen. Das Stück kreist um künstlerische Inspiration und Kreativität und handelt von einer Schriftstellerin, die unzählige Figuren und Geschichten erfunden hat. In der Nacht erwacht dieses Archiv der fragmentarischen Kurzgeschichten zum Leben, erst in Form filmischer Bilder auf einer Leinwand und dann getanzt im dreidimensionalen Raum. In surrealen Situationen spielt die Choreografie mit der Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit und lässt das Kino der Träume lebendig werden.  

 

Daneben hat der isländische Tänzer und Choreograf Frank Fannar Pedersen, von der Zeitschrift tanz als »Hoffnungsträger des Tanzes 2015« ausgezeichnet, eine Uraufführung für die Mannheimer Compagnie kreiert. Var kommt aus dem Isländischen und bedeutet „war“, gewesen sein. Pedersen sieht die menschliche Existenz als eine andauernde Reise. Jeder hat eine individuelle Vergangenheit, die einen immer wieder einholt, seine Träume bestimmt und die Zukunft prägt. Aber woher wir auch kommen und wohin es den Einzelnen treiben wird, egal wie verschieden wir sind, etwas teilen wir doch, nämlich das Hier und Jetzt, den gerade währenden Moment. Wir teilen die Gegenwart. Zur Musik seiner beiden Landsmänner Jóhann Jóhannsson und Sigur Rós verleiht Pedersen dieser Thematik in stimmungsvollen und gleichzeitig nachdenklichen Bildern körperlichen Ausdruck.

 

Dauer: 2 Stunden, inkl. 1 Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Der junge Künstler ( Frank Fannar Pedersen) nimmt das Publikum in seiner Uraufführung auf eine kraftvoll getanzte Zeitreise mit, die nicht zuletzt durch ihre straffe Struktur überzeugt. [...] Die Tanzsprache des jungen Isländers [...] ist ebenso mitreißend wie intelligent. [...] Mit dessen Kunst (René Magritte) spielt Thoss in seiner Choreografie „Nightbook“ so virtuos, dass die durchdringenden Farben des Malers durch seine Bühne wie durch Kostüme schimmern. [...] Dunkel und schön ist die Atmosphäre, die das Ensemble da auf der Bühne erschafft«

(Opus Kulturmagazin, 06.04.2017)

 

»Das Vierzig-Minuten-Stück („var“ von Frank Fannar Pedersen) für zehn Tänzer und Tänzerinnen hat alles, was das Herz begehrt: spektakuläre Bilder und eine orginelle, dabei unaffektierte Bewegungssprache. [...]«

(Stuttgarter Zeitung, 06.04.2017)

 

»Thoss fesselt die Aufmerksamkeit durch starken Tanz, durch Videos, die an den surrealistischen Filmemacher Luis Buñuel erinnern, und einen Wechsel von Szenen, die mal auf die reine Bewegung konzentriert oder mal bizarr ausstaffiert sind [...] In seinem Stück werden [René] Magrittes Figuren von Menschen aus Fleisch und Blut verkörpert. Das Abbild wird zur Realität. [...] Das haben Thoss' und Pedersens Nacht-Stücke gemeinsam: Sie sind faszinierende Liebeserklärungen an die Macht des Theaters.«

(Die Rheinpfalz, 03.04.2017)