DER MASKENBALL

Die Hochzeit von Sonne und Mond – der berauschende Maskenball im venezianischen Stil
dokumentiert von Festival-Scout Annika Werner und ihrer Digitalkamera

Die warme Sommerluft flimmert im bunten Licht, das sich an den goldverzierten Masken bricht. Irgendwo zwischen den letzten Takten von Mozarts »Zauberflöte« und dem Klirren von Champagnergläsern beginnt diese Nacht, in der niemand mehr ganz er selbst sein muss.
Ganz getreu dem Festivalmotto »Lasst euch entgrenzen« sollen in dieser Mittsommernacht alle Grenzen verwischt werden: zwischen Sonne und Mond, Traum und Realität, Kostüm und Musik.
Es ist kurz nach zehn, als die ersten Paare sich im unteren Foyer zum Tanzen zusammenfinden. Ein wirbelndes Farbenmeer aus Barockperücken, Federschmuck und Schnabelmasken. Manche Gäste sehen aus, als wären sie direkt aus Papagenos Garderobe entstiegen.
Eine Etage weiter oben geht es ruhiger zu: ein Roulettetisch führt in Versuchung und die Tollkühnen wagen sich an den Black Jack-Tisch. Daneben, fast unscheinbar zwischen den Spieltischen, drei Frauen in Schwarz, die Tarotkarten legen: der Narr, die Hohepriesterin, der Magier. Wer hier den Abend beginnt, lässt sich gerne die Zukunft legen, bevor man sich der Gegenwart hingibt.
Es ist diese Mischung, die durch die Nacht trägt: das Spielerische der Zauberflöte, das Maskenspiel Venedigs, das leise Klicken der Chips – als hätte jemand drei Welten übereinandergelegt und entschieden, dass sie zusammengehören.
Und im Zentrum von all dem steht die unwahrscheinliche Liebesgeschichte zwischen Sonne und Mond: von Sehnsucht getrieben und dazu verbannt, sich immer nur flüchtig begegnen zu können.