Nominierung Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2026

für Shirin Ali in der Kategorie »Darsteller*in« und Ayşe Güvendiren in der Kategorie »Genrespringer«

jedes Jahr wird er mit großer Spannung erwartet und auch in diesem Jahr sind wir mit dabei: Der Deutsche Bühnenverein hat die Nominierten für den deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 bekannt gegeben. Das Schauspiel des Nationaltheaters Mannheim freut sich über gleich zwei Nominierungen.
Schauspielerin Shirin Ali wurde für ihre Darstellung als Titelfigur in »Hamlet« in der Kategorie »Darsteller:in Schauspiel« nominiert.

Die Jury begründete Alis Nominierung wie folgt: »Shirin Ali als Hamlet am Nationaltheater Mannheim ist ein Ereignis: energiegeladen, trotzig und verletzlich zugleich. Unter der Regie von Nuran David Calis wird ihr Hamlet zu einer Figur von großer Unmittelbarkeit: ein junger Mensch, der denkt, zweifelt, trauert, wütet und doch nicht verstummt. Shirin Ali spielt Hamlet mit einer Präsenz, die den Raum elektrisiert: wach, körperlich, präzise, gefährdet und zugleich von gewaltiger Kraft. Sie liest die Rolle nicht bloß neu, sondern stößt sie in unsere Gegenwart – radikal lebendig. Shirin Ali zeigt eine Seele im Ausnahmezustand, hellsichtig, fragil, rebellisch. Zartheit und Trotz, Intelligenz und Schmerz, Verlorenheit und Widerstand durchdringen sich in jedem Moment. Ihr Spiel macht die berühmten Sätze existenziell, die Wut verständlich, die Trauer greifbar. So entsteht ein Hamlet, der aus dem Heute spricht und die alten Fragen mit neuer Dringlichkeit auflädt. Diese Darstellung ist atemberaubend.«
Zudem freuen wir uns über die Nominierung von Regisseurin Ayşe Güvendiren für ihre Produktion »Dinge I über I Leben« in der Kategorie »Genrespringer.
»Mit »Dinge I über I Leben« schafft Ayşe Güvendiren eine Verbindung zwischen Theater, Museum, dokumentarischer Recherche und performativer Erinnerungskultur. Die Bühne wird dabei zu einem begehbaren Museum, einem Ort der Erinnerung und einer theatralen Begegnungsstätte. Inspiriert vom Leben der Solinger Friedensbotschafterin Mevlüde Genç entwickelt Güvendiren eine Theaterform, in der Objekte, Geschichten, Musik und die Präsenz der Darstellenden miteinander verbunden sind. Die Schauspieler:innen werden zu Museumswärter:innen, Vermittler:innen und Zeug:innen. Im Zusammenspiel von dokumentierten Quellen, künstlerischer Vorstellungskraft und kollektiver Erinnerung entsteht ein Raum, der historische Aufarbeitung, gesellschaftspolitische Reflexion und sinnliche Theatererfahrung miteinander vereint. »Dinge I über I Leben« eröffnet neue Wege des Erinnerns und Erzählens. Die Produktion macht sichtbar, wie Theater über seine Formen hinausgreifen kann, ohne seine Unmittelbarkeit zu verlieren. Gerade in dieser innovativen Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Sprachen ist diese Inszenierung ein Genrespringer!«, so die Begründung der Jury.
Foto: Christian Kleiner
Mehr als 60 Nominierte in unterschiedlichen Kategorien, wie Darsteller:in, Regie, Choreografie, Raum, Kostüm, etc., wurden für die Preisverleihung am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden gelistet.

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2026 wird veranstaltet von dem Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder. Er wird gefördert durch das Land Hessen und die Landeshauptstadt Wiesbaden. Veranstaltungspartner ist das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Medienpartner sind 3sat und DIE DEUTSCHE BÜHNE.

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