Generalsanierung

Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim

Das 1957 errichtete Spielhaus am Goetheplatz des Nationaltheater Mannheim zählte seinerzeit zu den modernsten Theaterhäusern der Welt. Nicht ohne Grund gewann im selben Jahr so auch dessen Architekt Gerhard Weber bei der 4. Biennale in Sao Paolo den ersten Preis für Theaterbauten der Gegenwart.

Heute, über 60 Jahre später, ist das Haus immer noch das kulturelle Flaggschiff der Stadt Mannheim und aufgrund seiner zeitlosen Architektur und Funktionalität ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung mit Eintragung in das Denkmalbuch Baden-Württemberg. Allerdings haben sich im Laufe der Jahrzehnte viele Anforderungen, die an öffentliche Versammlungs- und Kulturstätten gestellt werden, geändert. Vor allem die Themenfelder des Brandschutzes, der Arbeitssicherheit und technischen Anforderungen haben sich derart überholt, dass das Spielhaus des Nationaltheater Mannheim hier nicht mehr zeitgemäß ist. Ohne eine Modernisierung der in die Jahre gekommenen Parameter wäre die Nutzungserlaubnis des Hauses bis Dezember 2022 erloschen und der Spielbetrieb hätte entsprechend eingestellt werden müssen. Dass gehandelt werden musste, war daher klar.
Visualisierung des sanierten Theaters | Rendering: Schmucker und Partner


Visualisierung des sanierten Foyers | Rendering: Schmucker und Partner
In einer im Jahr 2012 als Machbarkeitsstudie angelegten gutachterlichen Untersuchung wurde in mehreren Varianten überprüft, inwiefern man eine Sanierung des Bestandgebäudes oder ein Neubau desselben an einem neuen Standort planen und umsetzen sollte. Die Argumente für den Erhalt des Nationaltheaters und gegen einen Neubau überwogen – ausschlaggebend hierbei waren allen voran die Bedeutung des Gebäudes als hochrangiges Kulturdenkmal sowie die Tatsache, dass das Gebäude auch heute noch so funktional angelegt ist, dass dessen innere Funktionsabläufe effizient sind und bei einem Neubau nicht bedeutend anders organisiert wären. Hinzu käme, dass aufgrund der heutigen gesetzlichen Vorschriften bei einem Neubau ein zusätzlicher Flächenbedarf von ca. 30% eingeplant werden müsste.

Am 23.06.2015 stimmte der Gemeinderat der Stadt Mannheim der Generalsanierung des Nationaltheaters zu und genehmigte vorab bereits das entsprechende Budget zur Beauftragung der ersten interdisziplinären Planungsleistung (LP 1-3 HOAI = erste Bearbeitungsstufe). Das Architekturbüro Schmucker & Partner setzte sich als Gewinner im europaweiten Verhandlungsverfahren durch und wurde 2016 mit den Planungen beauftragt.

Neben der eigentlichen Sanierungsplanung für das Spielhaus des Nationaltheaters wurde Schmucker & Partner auch für die im Vorfeld der eigentlichen Spielhaussanierung erforderlichen Umbauarbeiten des Probezentrum Neckaraus beauftragt. Da von vorneherein klar war, dass eine Sanierung während eines laufenden Spielbetriebs unmöglich ist und dementsprechend das Spielhaus für die Dauer der Sanierungszeit geschlossen sein würde, musste nicht nur ein Interimskonzept für die Vorstellungen von Oper, Schauspiel und Tanz erarbeitet werden, sondern auch neue Räumlichkeiten für einige Werkstätten (z.B. Requisite, Maske, Beleuchtung), das Orchester und den Chor gefunden werden. Diese hatten bisher ihre Probe- und Büroräumlichkeiten im Spielhaus verortet. Man entschied sich daher, pragmatisch vorzugehen und das Probenzentrum Neckarau, das bereits im Besitz des Nationaltheaters war, für diese neuen Bedürfnisse umzubauen. Bisher waren dort ein Teil des Kostümfundus, Lagerräume sowie die Probebühnen der Sparten Oper, Schauspiel und JNTM untergebracht. Doch durch die Auslagerung des Kostümfundus (dieser zieht in das Bestandsgebäude auf dem Grundstück des neu zu bauenden Zentrallagers das „Haus der Kostüme“), der Lagerräume und der Probebühne des Schauspiels in die Probebühnen Käfertal wurden ergänzend Räume für die bisher im Spielhaus angesiedelten Abteilungen der Bühnen- und Haustechnik geschaffen.
Mit der Fertigstellung des Umbaus am Probenzentrum Neckarau im August 2022 konnten so auch nach intensiver, jahrelanger Vorarbeit und Planung die Baumaßnahmen zur Sanierung im Spielhaus am Goetheplatz beginnen. Diese sind aktuell auf 5 Jahre veranschlagt und sollen voraussichtlich 2027/2028 fertiggestellt werden.
Während der Sanierungszeit spielt das Nationaltheater Mannheim auf verschiedenen Bühnen im Stadtgebiet Mannheim sowie in Schwetzingen und Ludwigshafen. Eine Übersicht über alle Spielstätten finden Sie hier.
Die Generalsanierung ist eine Investitionsmaßnahme der Stadt Mannheim.
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages) sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Aktuelles

Oper des Nationaltheaters Mannheim

Eröffnungstermin der Interimsspielstätte OPAL verschiebt sich

Die Entstehung der Interimsspielstätte OPAL (Oper am Luisenpark)

Unsere Interimsspielorte

Altes
Kino Franklin
Schauspiel Tanz
Das Alte Kino Franklin wird zur neuen Spielstätte des Schauspiels und des Tanzes umfunktioniert.

OPAL
Oper Tanz
Die Oper und der Tanz finden in einer eigens für sie gebauten Leichtbauhalle am Luisenpark ein neues Zuhause auf Zeit.
Studio
Werkhaus
Das Studio Werkhaus bietet weiterhin ein abwechslungsreiches Programm von Inszenierungen, Lesungen, Konzerten und Gesprächen.
Pfalzbau
Ludwigshafen
Das Programm des Theaters im Pfalzbau wird während der Generalsanierung durch die Opern- und Tanzabende des NTM ergänzt, da sich das Gebäude aufgrund seiner Ausstattung und Größe hervorragend für das berühmte Mannheimer Repertoire eignet.
Schlosstheater
Schwetzingen
Die Oper wird ab Ende 2022 im ältesten erhalten Rangtheater Europas spielen.
Saal JNTM | Studio Feuerwache
Die Alte Feuerwache bleibt ab September 2022 weiterhin als Hauptspielort des Jungen Nationaltheaters erhalten.
NTM Tanzhaus
Das 2016 liebevoll erneuerte NTM Tanzhaus in Käfertal dient der Compagnie als Probenzentrum und Veranstaltungsort mit besonderem Charme.
Weitere Spielorte
Alle Sparten
Hier finden Sie Informationen
zu allen weiteren Interimsspielorten
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