Das Nationaltheater Mannheim und seine Geschichte

Das Nationaltheater Mannheim ist eines der größten und ältesten kommunalen Repertoiretheater Deutschlands. Insbesondere das Wirken Schillers und die Verbindung zu Mozart prägen bis heute die Arbeit am NTM. Zahlreiche Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen in den vier Sparten Oper, Schauspiel, Tanz und Junges Nationaltheater sowie die 2012 gegründete Mannheimer Bürgerbühne, heute Mannheimer Stadtensemble, belegen beispielhaft die innovative und zeitgemäße Fortführung der Tradition. Hervorragende künstlerische Leistungen machen das NTM zum Flaggschiff der Stadt Mannheim und überregional zu einer der bedeutendsten Bühnen Deutschlands.

 

2010 erhielt das Nationaltheater den Preis der Deutschen Theaterverlage, 2009 der Stiftung Deutscher Bühnen- und Medienverlage für herausragende Leistungen in Schauspiel und Schnawwl. Nach dem 2. Platz in der Kategorie »Opernhaus des Jahres 2013« und der Auszeichnung »Uraufführung des Jahres 2013« für Weinbergs »Der Idiot« wurde 2014 Adriana Hölszkys Oper Böse Geister von Kritikern der Fachzeitschrift Opernwelt zur »Uraufführung des Jahres« gekürt. Der Opernchor des Nationaltheaters ist als »Chor des Jahres« ausgezeichnet worden. 2015 wurde die Oper zum ersten Mal zum »Opernhaus des Jahres« gekürt und hat mit Lucia Ronchettis »Esame di mezzanotte« zum dritten Mal in Folge die »Uraufführung des Jahres« auf die Bühne gebracht. Für das Bühnen- und Kostümbild zu diesem Werk erhielt Achim Freyer 2016 einen FAUST, im gleichen Jahr auch Peter Konwitschny für die Regie von Jacques Fromental Halévys »La Juive«. Der FAUST 2017 nominierte Jan Friedrich im Jungen Nationaltheater für die Regie von Goethes »Faust  – Der Tragödie erster Teil«. Im selben Jahr wurde auch die Oper des Nationaltheaters für Chaya Czernowins »Infinite Now« in der Kategorie »Uraufführung des Jahres« ausgezeichnet.

 

Die Anfänge* des Nationaltheaters Mannheim reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Gegründet wurde das Nationaltheater Mannheim bereits 1777 als Schauspielhaus durch Kurfürst Carl Theodor. Ausschließlich in deutscher Sprache zu spielen, galt damals als innovativ. Ein erster Meilenstein in der kontinuierlichen Fortschreibung der Mannheimer Theatergeschichte war die Uraufführung von Friedrich Schillers Drama »Die Räuber« im Jahr 1782 durch das Ensemble des Intendanten Wolfgang Heribert von Dalberg. Sie begründete den Ruf des jungen Autors und des Nationaltheaters Mannheim. In die Zeit der darüber hinaus existierenden Hofoper um die Mitte des 18. Jahrhunderts fällt die berühmte Mannheimer Schule, bei der europäisch führende Stilrichtungen der damaligen Musik- und Tanzpraxis in einzigartiger Weise zusammengeführt wurden. Nicht nur mit den zweijährlich stattfindenden internationalen Festivals Schillertage seit 1979 und dem Mannheimer Mozartsommer seit 2007 bzw. dem Mannheimer Sommer seit 2018 knüpft man an Mannheimer Traditionen an. Das ursprüngliche Hof- und Nationaltheater ging im Jahr 1839 in städtische Verantwortung über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater in B3 zerstört, der Neubau wurde 1957 nach Plänen des Architekten Gerhard Weber am Goetheplatz fertiggestellt. Seit 2013 wird das Haus nicht wie zuvor von einer (General)intendanz, sondern von einem fünfköpfigen Direktorium des Eigenbetriebs Nationaltheater geleitet. Die einzelnen Sparten Oper, Schauspiel, Tanz sowie Junges Nationaltheater werden mit Bedacht und Ideenreichtum weiterentwickelt.

 

 

* Vgl. die Ausstellung zur Theatergeschichte in den Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus in C 5. Leiterin der dortigen Abteilung für Theater- und Literaturgeschichte ist Liselotte Homering.