Opernhaus

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart Premiere: Fr, 08. Juli 2011

Drei Knaben: Kindersolisten

Mozarts (vor)letztes Werk ist zugleich sein vielleicht rätselhaftestes. Es beginnt mit der Flucht und Ohnmacht Taminos, der, als er wieder erwacht – ausgelöst durch das Bild von Pamina –, auf einen wechselvollen und widersprüchlichen Initiationsweg geschickt wird. Begleitet von einer Zauberflöte und drei Knaben, die ihn schützen sollen, wandelt er zwischen Lebensbedrohung und der von Papageno vertretenen pragmatischen Lebensmeisterung auf einem schmalen Grat – auf der Suche nach der Liebe. Hin und her geworfen zwischen der emotionalen Extremwelt der Königin der Nacht und der tugendheischenden Geheimbruderschaft Sarastros findet Tamino – geleitet von Pamina – seinen Weg in die Männlichkeit, allerdings um den Preis, dass die »sternflammende« Königin zerschmettert wird.

Aufgeladen mit zahlreichen Symbolen wechselt das Stück, das in einer Reihung von unterschiedlichsten Bildern und unter Verwendung spektakulärer Theatermittel erzählt wird, in der Mitte die Perspektive und spiegelt darin auch die Umbrüche und Unruhen seiner Entstehungszeit. Als »Vexierbild« der Dialektik von Aufklärung und Demagogie (Ivan Nagel), als »Gesellschaftsentwurf zwischen Revolution und Restauration« und »kompromisslose Aufdeckung der Widersprüche des Lebens« mit kritischem Utopiepotential (Wolfgang Willaschek) oder als durch die Musik geeintes »mixtum compositum« aus humanistischem Manifest und »Maschinen-Komödie« (Stefan Kunze) fordert Mozarts Zauberflöte immer wieder neue szenische Deutungen heraus.

 

Dauer: ca. 3 Stunden und 15 Minuten, inkl. einer Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Mit freundlicher Unterstützung von FUCHS PETROLUB SE und Familie Fuchs

 

 

»Eine Meisterleistung erbrachte GMD Dan Ettinger am Pult. Zusammen mit dem hervorragend disponierten Orchester wartete er mit einer äußerst packenden Interpretation auf. […] Cornelia Ptassek brachte alle Vorzüge eines bestens sitzenden jugendlich-dramatischen Soprans in die Rolle der Pamina ein. Mit gut fokussierter, höhensicherer Stimme schleuderte Antje Bitterlich die blitzenden Koloraturen der Königin der Nacht in den Raum. Ein sowohl stimmlich als auch darstellerisch sehr versierter Papageno war Lars Møller. Mit kräftigem Bass gab Runi Brattaberg dem Sarastro Autorität.« (Allgemeine Zeitung Mainz, 12. Juli 2011)

 

»Musikalisch hatte die Premiere große Lichtblicke, wofür an vorderster Front Maximilian Schmitt, der Darsteller des Tamino zuständig war. Ein hochbegabter junger Tenor der Extraklasse, der seine Arien in wunderbar weich und warm tönender, herrlich biegsamer Lyrik gestaltete. […] Großen Schwung und Klangkraft brachte der Chor des Nationaltheaters in die Aufführung. GMD Dan Ettinger dirigierte einen erregenden, impulsstarken Mozart, der vom trefflich aufspielenden Nationaltheater-Orchester gleichfalls wunderbar differenziert umgesetzt wurde. Einhelliger Jubel am Ende.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 11. Juli 2011)

 

»Diese Neuproduktion von Mozarts Singspiel Die Zauberflöte besticht durch ihre großartige musikalische Präsentation. Denn Dan Ettinger, der beim Publikum sehr beliebte GMD und bislang sicherlich kein Klangflüsterer, ›zaubert‹ hier mit dem Nationaltheater-Orchester. Natürlich auch mit Biss und Präzision, aber viel auffälliger sind weich und elegant ausbalancierte Tempi, sowie eine agogische Differenziertheit und ein wunderbar pulsierender Atem, der diesen Premierenabend musikalisch herausragen ließ. Von dieser überlegenen Mozart-Sicht des Dirigenten profitierte vor allem Cornelia Ptassek als Pamina, deren jugendlich-dramatische Sopranstimme sich in Mannheim schon bei Wagner bewährte, hier aber in attraktiver Ausstrahlung die in dieser Partie erwartbare lyrische Geschmeidigkeit deutlich erweiterte: Zu großer sängerischer Gestaltung, die einhergeht mit einer Frische der Erscheinung, die ideal zur Pamina passt.« (Opernnetz, 11. Juli 2011)