Schauspielhaus

2027 – Die Zeit, die bleibt

Versuch über die Klimakrise von Gernot Grünewald & Ensemble Premiere: Fr, 14. Januar 2022
Uraufführung

Monika Altnöder
Hubert Bardenheuer
Keona Buvari
Mia Aurora Claus
Florian Ederle
Melina Gebhardt
Sönke Hoffmann
Hana Kadrija
Ina Krehbiel
Zofia Luczynska
Jan Henri Müller
Edi Schlüter
Marlit Schölch
Anna Struve
Hermann Theisen
Nils Urbanus
Ulla Zellman-Seyfferth

Zwei Jahre nach der geplanten Uraufführung des Projekts »Siebenundzwanzig Jahre« kommt es endlich in einer aktualisierten Version auf die Bühne und fragt nach der Erfahrung der weltweiten Pandemie, ob wir mittlerweile anders über die Klimakrise denken – und was uns immer noch davon abhält, sie entschlossen aufzuhalten. Die »Carbon Clock« des Mercator Research Institute of Global Commons and Climate Change berechnet, Stand heute (Juli 2021), dass bei gleichbleibendem CO2-Ausstoß bis zum Ende des Jahres 2027 das weltweite CO2-Budget aufgebraucht sein wird, welches noch zur Verfügung steht, wenn wir die globale Erderwärmung bei 1,5 Grad stoppen wollen. Demgegenüber steht die Klimapolitik der Bundesregierung, die zum Ziel hat, bis ins Jahr 2045 die Emissionen auf Nettonull zu senken. Angesichts der vergangenen und aktuellen extremen Wettersituationen fragt der Theaterabend »2027«, ob und wie wir diese Widersprüche auflösen können. So wie ein Asteroid, der sich langsam und bedrohlich der Erde nähert, so bahnt sich durch die globale Erderwärmung und den daraus resultierenden Treibhauseffekt eine Umwälzung an, die das »Menschheitszeitalter«, das Anthropozän, mindestens so radikal verändern wird wie der Einschlag eines Himmelskörpers. Mit einem Unterschied: der Asteroid, das sind wir selbst. Unser politisches Handeln und unsere individuellen Lebensentscheidungen werden darüber entscheiden, ob wir die vorhersehbare Katastrophe aufhalten oder geschehen lassen. Regisseur Gernot Grünewald inszeniert eine theatral-musikalische Versuchsanordnung, in der sich Alltagshandeln und Endzeitszenario begegnen und Mannheimer Bürger*innen und Schauspieler*innen gemeinsam erforschen, ob die Menschheit noch zu retten ist. Oder ob sie wie ein tragischer Held sehenden Auges ins Verderben rennt.

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»Gernot Grünenwalds Stückentwicklung über die Klimakatastrophe kann den Ballast des Betroffenheitstheaters nicht immer abwerfen. Dennoch gelingt es dem Künstler, das Publikum mit seinen politischen Diskursen auch auf einer sinnlichen Ebene zu packen. Seine Bilder einer gestohlenen Zukunft überzeugen. Nicht nur die Profi-Schauspieler, auch das Generationen-Ensemble aus der Stadt Mannheim glänzt mit ehrlichen Statements.« (Nachtkritik, 15.01.2022)

 

»Das Stück konfrontiert uns knallhart mit der brandgefährlichen Situation. Kinder und Erwachsene klagen an, rütteln auf. Es könnte ein Brecht-Stück sein – allerdings modern, ganz im Hier und Heute.« (Bermudafunk, 15.01.2022)

 

»Gernot Grünewald macht in Mannheim beides, dozieren und davon ablenken, dass er es tut. Er wechselt als gewiefter theatraler Projektentwickler wiederholt die Erzähl- und ästhetischen Modi, die Blickwinkel auf und den Abstand zum eigentlich gruselthrillertauglichen Stoff.« (taz, 17.01.2022)

 

»Selten wirkte Videoarbeit so unaufgeregt und tiefgründig.« (Mannheimer Morgen, 17.01.2022)

 

»Grünewald und seine Mitstreiter haben dieses Dilemma aus Erkenntnis und Untätigkeit ins Zentrum ihres Theaterprojekts gestellt […].« (Die Rheinpfalz, 17.01.2022)

 

»Für das Stück haben Grünewald und die Ensemblemitglieder gründlich recherchiert und die Fakten geschickt zu einem 100-minütigen Theaterabend verdichtet.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.01.2022)

 

»Gernot Grünewald geht nicht von finsteren Zukunftsvisionen aus, er ist ganz in der Gegenwart.« (Mannheimer Morgen, 17.01.2022)

 

»Damit hier vor lauter Zahlenwerk kein ästhetisierter Frontalunterricht aufkommt, lässt Regisseur Grünewald Profis ans Werk […], die ihre Sache richtig gut machen. Maria Munkert gibt eingangs dem (überlangen) naturwissenschaftlichen Weltentstehungsmonolog biblische Genesis-Dimension. Nicolas Fethi Türksever überzeugt nicht nur als SARS-Fledermaus (Kostüme: Günter Lemke), er singt auch verdammt gut. […] Sophie Arbeiter geht (mit kristallklarer Sprache) hart ran an die Ausreden der bräsigen Wohlstandsgesellschaft – und Patrick Schnicke sogar in die Luft.« (Mannheimer Morgen, 17.01.2022)

 

»Unter die Haut geht die Performance von Sophie Arbeiter, die einzelne Akteurinnen und Akteure auf der Bühne adressiert und ihre Tatenlosigkeit hinterfragt.« (Nachtkritik, 15.01.2022)

 

»Der Clou ist das Setting aus über die ganze Bühne verteilten Ess-, Wohn- und Arbeitsecken […]. Hier schauen wir quasi uns selbst beim Leben und Sitzenbleiben zu – und per Video werden ihre ruhigen und auch ein wenig ratlosen Gesichter übergroß auf die zwischenzeitlich als Projektionsfläche dienende Uhrscheibe geworfen. Da stimmt es dann kurz inhaltlich wie künstlerisch und es kommt auf der Bühne zusammen, was die Entwicklung auf gesellschaftlicher wie individueller Ebene lähmt: die Komplexität des Ganzen und die Macht der Gewohnheit.« (taz, 17.01.2022)