Schauspielhaus

2027 – Die Zeit, die bleibt

Versuch über die Klimakrise von Gernot Grünewald & Ensemble Premiere: Januar 2022
Uraufführung

Zwei Jahre nach der geplanten Uraufführung des Projekts »Siebenundzwanzig Jahre« kommt es endlich in einer aktualisierten Version auf die Bühne und fragt nach der Erfahrung der weltweiten Pandemie, ob wir mittlerweile anders über die Klimakrise denken – und was uns immer noch davon abhält, sie entschlossen aufzuhalten. Die »Carbon Clock« des Mercator Research Institute of Global Commons and Climate Change berechnet, Stand heute (Juli 2021), dass bei gleichbleibendem CO2-Ausstoß bis zum Ende des Jahres 2027 das weltweite CO2-Budget aufgebraucht sein wird, welches noch zur Verfügung steht, wenn wir die globale Erderwärmung bei 1,5 Grad stoppen wollen. Demgegenüber steht die Klimapolitik der Bundesregierung, die zum Ziel hat, bis ins Jahr 2045 die Emissionen auf Nettonull zu senken. Angesichts der vergangenen und aktuellen extremen Wettersituationen fragt der Theaterabend »2027«, ob und wie wir diese Widersprüche auflösen können. So wie ein Asteroid, der sich langsam und bedrohlich der Erde nähert, so bahnt sich durch die globale Erderwärmung und den daraus resultierenden Treibhauseffekt eine Umwälzung an, die das »Menschheitszeitalter«, das Anthropozän, mindestens so radikal verändern wird wie der Einschlag eines Himmelskörpers. Mit einem Unterschied: der Asteroid, das sind wir selbst. Unser politisches Handeln und unsere individuellen Lebensentscheidungen werden darüber entscheiden, ob wir die vorhersehbare Katastrophe aufhalten oder geschehen lassen. Regisseur Gernot Grünewald inszeniert eine theatral-musikalische Versuchsanordnung, in der sich Alltagshandeln und Endzeitszenario begegnen und Mannheimer Bürger*innen und Schauspieler*innen gemeinsam erforschen, ob die Menschheit noch zu retten ist. Oder ob sie wie ein tragischer Held sehenden Auges ins Verderben rennt.