Schauspielhaus

Kleiner Mann - was nun?

Hans Fallada Premiere: Sa, 05. Mai 2018
Fassung von Christoph Lepschy und Volker Lösch
  • Pinneberg:
  • Lämmchen:
  • Mia Pinneberg, Jänecke, Dame, Frau Rusch: Ragna Pitoll
  • Jachmann, Herr, Beamter, Schlüter, Puttbreese:
  • Lehmann, Heilbutt, Spannfuß, Ella:

Bürgerinnen und Bürger aus Mannheim im Video

In der Weimarer Republik der Weltwirtschaftskrise bestimmt der Kapitalismus die Rhetorik bis an den Esstisch der Familie. Pinneberg und Lämmchen müssen jeden Pfennig umdrehen. Der Verkäufer hat gerade seine Stelle verloren und schafft es nur mittels Kontakten wieder zu einer Anstellung. Aber für eine richtige Wohnung reicht das Gehalt längst nicht. Eine neue Quote, die die Verkäufer Tag für Tag erfüllen müssen, wird Pinneberg schließlich zum Verhängnis. Nun wird er endgültig arbeitslos, ohne Aussicht auf Anstellung. Gesellschaftlich ausgestoßen, bleibt ihm nur der Rückhalt seiner Frau, aber selbst vor der muss er sich schämen.
Falladas Schilderung der sozialen Realität vor einhundert Jahren hat viel mit uns zu tun: Die soziale Ungleichheit, der extreme Druck auf abhängig Beschäftigte, das Leben in prekären Verhältnissen nimmt zu. Allerorten ist von einer »neuen Klassengesellschaft« die Rede. Doch wie sieht diese aus? Wer gehört ihr an? Wer ist der »kleine Mann« heute? Wie denkt, arbeitet und lebt er in Mannheim?
Diesen und vielen anderen Fragen möchten Volker Lösch und sein Team, welches seit vielen Jahren mit Schauspielprofis und Vertretern verschiedener sozialer Gruppen arbeitet, in der Inszenierung nachgehen. Am Nationaltheater inszenierte Lösch in der Spielzeit 2015/2016 Die Schutzflehenden.

 

Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Das Bühnenbild ist ein Statement. Ein riesiges Metallgerüst nimmt die komplette Bühnenbreite ein, kann auf vier Etagen begangen werden und ist gleichzeitig Haltekonstruktion für 28 Videoschirme.« (Die Rheinpfalz, 07.05.2018)

 

»Volker Lösch setzt Falladas Geschichte mit den Interviews, die er und sein Team mit prekär beschäftigten Mannheimern und Mannheimerinnen geführt haben parallel. Die Videos der Interviewten laufen auf der raumfüllenden Leinwand, fünf Schauspieler geben auf einem Gerüst davor den Roman im Schnelldurchlauf wieder.« (Nachkritik.de, 05.05.2018)

 

»Eine eindrucksvolle Inszenierung. Unter der Regie von Volker Lösch wird die eigentliche Geschichte auf das Wesentliche reduziert. Der Clou: die Einspielung von Videointerviews mit realen Niedriglöhnern aus Mannheim.« (Junge Welt, 08.05.2018)

 

»Es ist ein Verdienst der Produktion, dass sie Gesellschaftsschichten miteinander in Kontakt bringt, die sonst kaum in Kontakt sind.« (Echo online, 09.05.2018)

 

»Ragna Pitoll, stark als Abteilungsleiter Jänecke im Kaufhaus Mandel, spielt auch Pinnebergs Mutter Mia.« (Mannheimer Morgen, 07.05.2018)

 

»Filmaufnahmen etlicher Interviews, in denen Mannheimerinnen und Mannheimer ihre prekären Lebensverhältnisse schildern, sind Teil des spektakulären Video-Projekts von Robi Voigt, der in rasanter Folge Farben, Formen und Bilder über eine riesige Projektionswand laufen lässt.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 08.05.2018)

 

»Die Videoinstallation ist das Bindeglied von Volker Löschs Inszenierung, die Falladas Roman kurzschaltet mit aktuellen Interviews mit Menschen aus Mannheim und Umgebung, die im Niedriglohnsektor arbeiten, von Mindestlohn oder Hartz IV leben, die sich ausgebeutet und ausgegrenzt fühlen.« (Die Rheinpfalz, 07.05.2018)

 

»Das Ensemble passt sich Löschs Regie-konzept mit Spielfreude und bewundernswertem körperlichen Einsatz an.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 08.05.2018)