Studio Werkhaus

dosenfleisch

Ferdinand Schmalz Premiere: Fr, 26. Januar 2018

Eine Autobahnraststätte in der Todeszone. Hier häufen sich die Unfälle in verdächtigem Maße. Beate heißt die Frau von der Tanke. Neuer Raststättengast ist Versicherungsmensch Rolf, den es an den Ort zieht, an dem der nächste Crash schon in der Luft liegt. Hier ein Sekundenschlaf, da ein Fehler oder der plötzliche Wintereinbruch, schon rast ein Fernfahrer durch die Ladung eines verunfallten Kollegen. Die Schauspielerin Jayne hat bereits einen Zusammenstoß hinter sich. Beate hat sie wieder zusammengeflickt. Jetzt sind beide um eine wichtige Erfahrung reicher: Erst im Unfall merkt man, dass man lebt. Fortan sorgen sie für ein Revival des authentischen Gefühls. Die Massenkarambolage ist ihr Handwerk, der Total-Infarkt ihr Ziel. Wer ihnen in den Weg kommt, wird zu Dosenfleisch gefroren. Erst wenn die Wildnis die Straße zurückerobert, werden sie rasten.
Ferdinand Schmalz hat eine schrille schwarze Komödie über eine Gesellschaft geschrieben, der das Gefühl abhandengekommen ist.


Ferdinand Schmalz, 1985 als Matthias Schweiger in Graz geboren, schreibt laut Eigenaussage »schmalzig« und mit einer deftigen Portion Sprachwitz. 2014 wurde er von Theater heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gekürt, 2017 gewann er in Klagenfurt den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Nachdem Magdalena Schönfeld in der Spielzeit 2016/2017 Goethes Wahlverwandtschaften als szenische Lesung einrichtete, gibt sie nun mit dosenfleisch ihr Regiedebüt am Nationaltheater.