Opernhaus

Il trionfo del Tempo e del Disinganno

Georg Friedrich Händel Premiere: So, 16. Januar 2022
Szenisches Konzert | Text von Benedetto Pamphili

Mit dem Nationaltheater-Orchester

Rom, 1707. Auf seiner vierjährigen Studienreise durch Italien macht der junge Georg Friedrich Händel Station in der Ewigen Stadt am Tiber. Aufnahme und Anschluss findet er bei weltlichen und geistlichen Mäzenen, unter anderem im Palast des kunstsinnigen und literarisch tätigen Kardinals Benedetto Pamphili. Händels Vorhaben, sich als Opernkomponist zu etablieren, scheint die Situation in Rom zunächst nicht günstig: Um dem allgemeinen Sittenverfall Einhalt zu gebieten, hat Papst Clemens XI. öffentliche Theater- und Opernaufführungen verboten. – Doch man weiß sich zu helfen: Im Gewand prachtvoller Oratorien geistlich-erbaulichen Inhalts veranstalten römische Adelsfamilien weiterhin Lustbarkeiten von höchstem musikalischen Rang. Als eine solche »Opera proibita« (eine »verbotene Oper«) erblickt auch Händels erstes Oratorium »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« auf ein Libretto Benedetto Pamphilis das Licht der Welt. Ganz im Sinne barocker Allegorik treffen hier vier Figuren aufeinander, bewegt von der Frage, was ein erfülltes und gelungenes Leben ausmache: Bellezza (Schönheit) sinniert über Vergänglichkeit, Piacere (Vergnügen) sucht sie von der Ewigkeit ihrer Schönheit zu überzeugen, während Tempo (Zeit) und Disinganno (Erkenntnis) die Endlichkeit allen menschlichen Strebens ins Feld führen und Bellezza zur Umkehr aufrufen.
Gemeinsam mit dem NTO unter der Leitung von Barockspezialist Bernhard Forck und einem feinaustarierten, hochvirtuosen Stimmenensemble aus Sopran, Mezzosopran, Countertenor und Tenor wird Händels farben- und facettenreiches Oratorium in einer 90-minütigen Fassung zum besonderen Konzerterlebnis.

 

Pandemiebedingt konnte eine szenische Aufführung nicht in der ursprünglich geplanten Form realisiert werden. Theatermacher Krystian Lada und sein Team erarbeiten daher eine digitale Auseinandersetzung mit Händels Frühwerk: Mit ihrem visuellen Album »IL TRIONFO.HER TEMPLE« erschaffen sie eine zeitgenössische Meditation über die dialektische Dynamik zwischen Schönheit, Vergnügen, Zeit und Erkenntnis.

 

Bühnengestaltung unter Verwendung von Elementen aus einem Bühnenbild von Robert Schweer.

 

Alle Informationen zu  »IL TRIONFO.HER TEMPLE« finden Sie hier.

 

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»Was für ein genialer Abend!« (Mannheimer Morgen, 18.01.2022)

 

»Intensiv und fesselnd.« (Die Rheinpfalz, 17.01.2022)

 

»Minimalistisch, konzentriert, direkt, charmant, poetisch, transparent und schlicht mitreißend kommt dieser Händel daher.« (Mannheimer Morgen, 18.01.2022)

 

»Die Aufführung bescherte Händel-Glück nicht nur wegen der superben orchestralen Wiedergabe, sondern vor allem eines exzellenten Sängerquartetts wegen, das keinen Wunsch offenließ.« (Neue Musikzeitung, 18.01.2022)

 

»Als Schönheit überzeugte Amelia Scicolone durch große Innigkeit und erlesene Tongebung. Nicht nur in ihrer rasend virtuosen letzten Arie glänzte Shachar Lavi durch ausgefeilten Barockgesang. Der Tenor Christopher Diffey entfaltete als Tempo sehr stilsicher seine schöne lyrische-leichte Stimme.« (Die Rheinpfalz, 17.01.2022)

 

»Der Orchestergraben ist hoch gefahren, die vier Sänger singen fantastisch, und Alte-Musik-Experte Bernhard Forck, der als Primus inter Pares an der Violine leitet, entwickelt mit dem reduziert besetzten Nationaltheater Orchester plus Basso-Continuo-Duo mit Lauten und Orgel/Cembalo einen unfassbar starken Sog, der dem Panorama barocker Affekte zwischen radikaler Innerlichkeit und dramatisch-ernster Zuspitzung ins Öffentliche immer den richtigen klanglichen Ausdruck verleiht.« (Mannheimer Morgen, 18.01.2022)

 

»Für den Höhepunkt des Abends […] sorgte die Mezzosopranistin Shachar Lavi (Piacere), die Sängerin der Bellezza, Amelia Scicolone verfügte über eine geradezu stratosphärische sopranistische Höhe und unfassbar schöne Töne. Aber auch der Countertenor Benno Schachtner als Disinganno und der Tenor Christopher Diffey als Tempo bewiesen vorzügliche Kunst barocken Zier- und Koloraturgesangs. Händelglück!« (Neue Musikzeitung, 18.01.2022)

 

»Amelia Scicolone (Bellezza) brachte ihren mädchenhaft, herrlich timbrierten Sopran engelhaft über dem Orchester schwebend zum klingen, brillierte mit halsbrecherischen Koloraturen, faszinierte mit gewagten Höhenkaskaden in Vollendung.« (Online Merker, 17.01.2022)

 

»Stilsicher in runder Tongebung, in warmen Mezzotönen ließ Shachar Lavi (Piacere) ihr feines Timbre einfließen, meisterte die kadenzierten Übergänge mit geschmeidigem Schönklang und glänzte zudem mit der bravourösen Arie Lasciach´io pianga […].« (Online Merker, 17.01.2022)

 

»Sopranistin Shachar Lavi (Vergnügen) singt es unverblümt, mit beseelter Schönheit, zartester Phrasierung und edlem Timbre.« (Mannheimer Morgen, 18.01.2022)

 

»Der eine, Schachtner, ist ohnehin ein Spezialist, der andere, Diffey, legt am NTM – man denke an seinen „Albert Herring“ – ein ums andere Mal Meisterleistungen ab. Allein das „Stereo-Duett“ der beiden, „Il bel pianto dell’aurora“ (Die schöne Träne der Morgenröte) in zart schimmerndem a-Moll, gerät zum Ereignis. Rechts und links rund zehn Meter auseinander stehend singen sie die in sich verschlungenen kontrapunktischen Imitationen, weiden sich in Dissonanz und Konsonanz. Das geht unter die Haut.« (Mannheimer Morgen, 18.01.2022)

 

»Nach Bellezzas traumhaft intonierter Finalarie herrschte sekundär atemlose Stille, sodann entlud sich die überschäumende Begeisterung des Publikums und feierte alle Mitwirkenden langanhaltend mit Bravochören.« (Online Merker, 17.01.2022)