Opernhaus

Vespertine

Björk/Hotel Pro Forma Premiere: Sa, 26. Mai 2018
Ein Popalbum als Oper
in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

sowie mit den Damen des Opernchores und dem Kinderchor

Björk - die isländische Gesamtkünstlerin gehört zu den experimentierfreudigsten Popmusikern unserer Zeit. Inspiriert von der Clubmusik der 90er, erforscht sie elektronische Klangwelten, die sie mit klassischen Instrumenten, Chören oder sogar isländischer Volksmusik kombiniert. Eine ihrer schönsten Platten haben wir für die Opernbühne entdeckt: Vespertine aus dem Jahr 2001. Mit zarten Glockenklängen, Harfen und den Sounds von Alltagsgegenständen entspinnt sie eine intime Welt, die sich immer wieder zu den epischen Klängen eines großen Orchesters öffnet. Björks unverwechselbare Stimme verwandelt sich am Nationaltheater in ein brillantes Ensemble von Opernsängerinnen und -sängern sowie Kinder- und Frauenchor.

 

Vespertine handelt von den Freuden und Ängsten einer neuen, heftigen Liebe - von rauschhaften, erotischen Zuständen, in denen man sich zugleich vor Enge und Abhängigkeit fürchtet. Aus einer bewusst weiblichen Sicht werden Fragen an Körper, Gefühl und Natur gestellt. Regisseurin Kirsten Dehlholm und ihre Künstlergruppe Hotel Pro Forma stehen für wirkungsstarkes Bildertheater. Charakteristisch für die Gruppe ist ihr konzeptueller und ästhetischer Zugriff, der weniger in Theatertraditionen als in Bildender Kunst und Musik verankert ist. Damit hat Hotel Pro Forma international Theatergeschichte geschrieben, und Dehlholm wird als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Dänemarks verehrt.

Hotel Pro Forma findet für Björks außergewöhnliche Verschränkung von erotischer Beichte, mystischer Naturverbundenheit und dem Interesse für Wissenschaft beeindruckende, surreale Bildwelten. So wird Vespertine zugleich psychologische Studie und Weltschöpfungsmythos.

 

Eine Koproduktion mit Hotel Pro Forma

 

Dauer: 1 Stunde und 25 Minuten

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Am Ende schlichtweg eins: fazinierend.« (Die Rheinpfalz, 28.05.2018)

 

»Intelligenter Trip durch Björks Klangwelt.« (Deutschlandfunk Kultur, 26.05.2018)

 

»So viel lässt sich sagen: Nach knapp eineinhalb Stunden Spielzeit verlässt man das Opernhaus anders, als man es betreten hat. »Vespertine« ist eine stimmige Adaption des legendären Albums.« (Mannheimer Morgen, 28.05.2018)

 

»Das Trio Himmelfahrt Scores um den Komponisten Jan Dvorak hat die zwölf Titel des Albums exzellent ver- und bearbeitet , […]. Brillant sind zwei in den Parkettlogen positionierte "Stereo"-Harfen.« (Deutschlandfunk Kultur, 26.5.2018)

 

»So kann Oper auch aussehen: Diese musikalisch beglückende und bildstarke Inszenierung von Björks Popalbum »Vespertine« liefert den Fingerzeig, wie sich zwei Genres gegenseitig befruchten können.« (Stuttgarter Zeitung, 29.5.2018)

 

»Ein Popalbum als Oper? Das Mannheimer Nationaltheater hat das Experiment gewagt und einen faszinierenden Abend im Opernhaus geschaffen.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 28.05.2018)

 

»Eine überwältigende Mischung aus Videokunst (Adam Ryde Ankarfeldt), phantasievoller Bühnenarchitektur (Maja Ziska), Lichteffekten (Jesper Kongshaug), märchenhaften Kostümen (Frederik Floen) und natürlich den Klängen der Isländerin.« (Die Rheinpfalz, 28.05.2018)

 

»Ästhetisch wird das – mit Bauten, Videoprojektionen […] – zu einem wunderbaren Bühnenbild verwoben, das mit seiner naturmystischen poetischen Kraft in den Bann schlägt und zugleich viel Raum für eigene Assoziationen und Deutungsmöglichkeiten lässt.« (Stuttgarter Zeitung, 29.05.2018)

 

»Das Orchester des Nationaltheaters gibt das kosmogene Zirpen und das ozeanische Rauschen auf sirrenden Streichern und erdtiefen Bläsern, auf silbrigen Perkussionsinstrumenten und bauchigem Schlagzeug authentisch wieder.« (Mannheimer Morgen, 28.05.2018)

 

»Unter der Leitung von Matthew Toogood zaubern die Musiker facettenreichste Sounds, von zarten Schwebetönen über enorme dynamische Aufschwünge bis hin zu fulminanten Entladung« (Die Rheinpfalz, 28.05.2018)

 

»Das Klangerlebnis ist beeindruckend. In der Notation nahezu identisch wird der auf dem Album vielfältig unter anderem mit Elektronik und Streichern im Studio eingespielte Originalklang in der Bühnenfassung umgesetzt, und doch offenbart sich eine ganz neue akustische Welt.« (Stuttgarter Zeitung, 29.05.2018)

 

»Die ins Symphonische übertragenen, aber keineswegs verfremdeten Klänge sowie das anspielungsreiche Bühnenbild überführen die Popästhetik auf beeindruckende Weise ins Operngenre.« (Mannheimer Morgen, 28.05.2018)

 

»Die oftmals im Mehrspurverfahren aufgedoppelte Stimme der Isländerin wird von zwei kongenialen Sopranistinnen, Ji Yoon und Aki Hashimoto, in ergreifenden Duetten umgesetzt.« (Die Rheinpfalz, 28.05.2018)

 

»[…] die Figur der Wissenschaftlerin und ihrer Doppelgängerin, fulminant gesungen von den asiatischen Sopranistinnen Ji Yoon und Aki Hashimoto.« (Stuttgarter Zeitung, 29.05.2018)

 

»Haben wir die Zukunft der Oper gesehen? Zumindest einen vielversprechenden Ansatz.« (Mannheimer Morgen, 28.05.2018)

 

»Im Zusammenwirken von Orchester, Solisten sowie dem stimmkräftigen Damen- und Kinderchor des Theaters entstehen die stärksten Momente eines insgesamt ergreifenden Gesamtkunstwerks.« (Die Rheinpfalz, 28.05.2018)

 

»Die Mannheimer »Vespertine« ist eine beglückende Symbiose aus zwei Welten, die maßstabgebend sein könnte: Für den bisweilen etwas angestaubten Hochkulturkosmos des Musiktheaters, der sich frei von Dünkel öffnen, erneuern und bereichern ließe.« (Stuttgarter Zeitung, 29.05.2018)

 

»Die Mannheimer Bearbeitung klingt denn auch kaum nach Pop, sondern nach großer Oper […] .« (Rhein-Neckar-Zeitung, 28.05.2018)

 

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Mannheimer Morgen vom 28.05.2018:

»Ji Yoon und Aki Hashimoto give Björk's Sinuous voice, which generates a world of emotions in every note, a schooled expression of classical singing that nevertheless does not create an opera-like effect. The sounds, in no way unfamiliar, are transferred to the symphonic, and the suggestive scene image transfers pop aesthetics to the operatic genre in an admirable way without the one genre having to give way to the other. Have we witnessed the future of the opera? It is a highly promising beginning at any rate. Unrestrained enthusiasm at the premiere.«

 

Rhein-Neckar-Zeitung vom 28.05.2018:

»Mannheim. A pop album as an opera? The National Theatre in Mannheim has dared to carry out the experiment and has created a fascinating evening at the opera house: Björk’s Vespertine. A combined team has constructed a scenic work out of the concept album from 2001. The trio Himmelfahrt Scores has transcribed the album and converted it into a score. The directors Kirsten Dehlholm (Hotel Pro Forma) and Jon Skulberg have moulded the lyrics into a narrative.«

»Adam Ryde Ankarfeldt’s video visualisation delve deep into the microscopic. Fantastic worlds of colour and shapes appear, are projected. Photographs and videos of cells, the network inside the brain as well as the microscopic, translucent building blocks of life. It is staged in visionary and utopian style, with Maja Ziska’s scenography and Fredrik Floen’s costumes.«

»The twelve songs of the album do not follow the well-known linear structure of a pop song all that much, creating to a greater extent their own aesthetics as they circle around sensations. The team from Mannheim also had a host of opportunities available when rearranging Björk’s sound world for orchestra, choir and soloists. As in the original, the harp is fully occupied – here there are two that unfold their naturally glittering magic from the stage boxes.«

»Plenty of percussion is included, which also belongs to the rhythmic aspect of the original. There is plenty of twinkling in the score, tubular bells and idiophones are actively employed. But the Mannheim adaptation hardly sounds like pop, more like a grand opera when the anthem-like cadences have a great effect when played by the large orchestra.«

»Ji Yoon and Aki Hashimoto are classically trained singers and make no attempt to imitate Björk’s emotional style of singing – they sing with elegant, beauthiful operatic voices. Sublime songs, brilliant cantilena-style, quiet and intimate. In this way both of them lend the songs the best possible classical feeling. When the songs initially occasionally sound like Benjamin Britten in their wandering melodic lines, this only goes to show that pop too can be highly sophisticated.«

»The baritone Raymond Ayers sings the part of the luminous man in an expressive, convincing manner and the voice of the boy soprano provides the seraphic effect. In addition, there is the National Theatre’s boy choir, dressed as stones, and the female choir as a mythical landscape. An intoxicating experience for all the senses.«

 

Die Rheinpfalz vom 28.05.2018:

»...The enthuiastic response at the end of the 70-minute stage version was more than justified.«

»...It was only natural that the somewhat eccentric Björk had to be translated into the operatic genre. For in her own stagings she has always sought a close connection with the visual art forms so as to make a kind of gesamtkunstwerk out of her music. And Vespertine plays on the keyboard of that genre.«

»...Similarly, anyone in the audience at the almost sold-out National Theatre encounters an overwhelming blend of video-art, Adam Ryde Ankarfeldt, imaginative stage design, Maja Ziska, lighting effects, Jesper Kongshaug, fairytale costumes, Fredrik Floen, and of course the sounds of the Icelandic singer. And they are highly successful unplugged, i.e. transposed from the world of the synthesizer and the computer to the acoustic spheres of a symphony orchestra. The musicians conjure up many-facetted sounds, from gentle, gliding and hovering notes via enormous upsurges to brilliant diversions. The more restrained, introvert and melodic songs of the album, often doubled on some of the tracks, are here transformed by two congenial sopranoes, Ji Yoon and Aki Hashimoto, in poignant duets. Additionally, there is a baritone and a boy soprano who in his diction gets closest to the phrasing of the wilful Björk. In an effectively functional interaction between orchestra, soloists and the powerful female choir and boy choir the most powerful moments arise to form an overall, moving gesamtkunstwerk. It is impossible not to get gooseflesh in such passages, of which there are several.«

»And the symbiosis that director Kirsten Dehlholm and Jon Skulberg from the theatrical collective Hotel Pro Forma achieve out of the acoustic and opitcal shifts is simply gripping. Entranced, the onlooker allows himself or herself to be carried off on a stream of sounds and projections.«

»But since an opera normally has to have a plot, the Danes are faced with a similar challenge. The solution chosen in Vespertine is to have a female scientist and her doppelgänger who, in the icy unreality of the North, are engaged in research in their laboratory – artificial intelligence, even an homunculus? Already here, there is room for interpretation that the stage version leaves to the onlooker. Although this story was basically not a necessary one. One is so gripped by the broad current of sound.«

»A mixed audience, including many young theatre-goers, foloow the unusual stage version in deep concentration. Finally, there is loud applause that refuses to stop, with shouts of appreciation and enthusiastic whistling – the sort of atmosphere one usually associates more with a pop concert. And in actual fact, the Danish theatre team have succeeded in this crossover production in opening up the all too dusty core repertoire of the opera world, with its canon of classical composers.«

»It is more closely related to the minimalist works of a Philip Glass or a Robert Wilson. Like their hypnotic works, Vespertine is also simply a fascinating experience.«