Opernhaus

Blaubarts Geheimnis

Stephan Thoss Premiere: Sa, 17. November 2018
Tanzstück von Stephan Thoss
Musik von Henryk Górecki, Philip Glass

Anders als in der ursprünglichen Fassung des Märchens von Charles Perrault, ist Blaubart in der choreografischen Interpretation von Stephan Thoss kein brutaler Frauenschlächter, der die Leichen der ermordeten Gattinnen in einem Zimmer seiner Burg verbirgt. Vielmehr wird nach der Dynamik der Beziehung zwischen einem erfahrenen Mann und einer jungen Frau gefragt. Blaubart und Judith sind hier ein Paar, das einen Weg zueinander sucht. Er führt seine junge Gattin durch die unwirkliche Atmosphäre der Zimmer seines Schlosses und nimmt sie mit auf den Weg durch das Labyrinth seiner Seele. Für eine gemeinsame Zukunft ist er bereit, seine dunklen Rätsel mit ihr zu teilen, doch vor dem letzten Geheimnis schreckt auch er zurück. Der Geschichte gehen Szenen voraus, die unterschiedliche Spielarten im Verhältnis zwischen Männern und Frauen schildern. Ein sinnlicher Tanzabend über das Begehren, Verführen, Vertrauen und die Kraft der Liebe.

Die 2010 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden entstandene Choreografie wurde 2014 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis »Der goldene Schikaneder« als Beste Ballettproduktion ausgezeichnet und war für den Theaterpreis DER FAUST nominiert.

 

Dauer: ca. 2 Stunden inklusive einer Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

 

English Version

 

»Bluebeard's Secret« centers on the infamous character of Bluebeard, a nobleman who murders numerous women. Stephan Thoss presents his choreographic interpretation of Charles Perrault's fable in the same year that the premiere of Bela Bartok's opera »Bluebeard's Castle« celebrates its 100th anniversary. The dance production investigates individual motifs against the backdrop of music by Henryk Gorecki and Philip Glass, revealing hidden secrets of the man Bluebeard in the process. Bluebeard guides his young wife through the surreal atmosphere of his castle's rooms and takes her along on his journey through the labyrinth of his soul. He is willing to share his dark mystery with her for their future together, but even he recoils from the final secret.

The choreography was originally produced in 2010 at the Hessian State Theater in Wiesbaden. It received the »Golden Schikaneder« Austrian Prize for Musical Theater for best ballet production in 2014 and was nominated for the »DER FAUST« award.

 

Duration: Approx. 2 hours, including an intermission.

The duration given here is an approximation only.

»Thoss und seiner exzellenten Compagnie ist ein dichter Abend gelungen, mit den allgemein gehaltenen „Präludien“ und ihrer […] überbordenden Bewegungsvielfalt sowie der erzählerisch kompakten, spannenden Story um „Blaubart“.« (Mannheimer Morgen, 19.11.2018)

 

»Für die Mannheimer Neuinszenierung von „Blaubarts Geheimnis“ hat Thoss die Titelrolle mit Jamal Callender genial besetzt: einem dunkelhäutigen Ausnahmetänzer, der geschmeidige Eleganz und physische Attraktion ebenso mitbringt wie intensive Ausdrucksfähigkeit.« (Rhein-Neckar-Zeitung/tanznetz.de, 19.11.2018)

 

»Besonders im zweiten Akt überzeugt die Inszenierung von Stephan Thoss, die 2011 in Wiesbaden uraufgeführt, in Österreich als beste Tanzproduktion ausgezeichnet und am Samstag im Mannheimer Nationaltheater wiederaufgenommen wurde: unheimlich, verführerisch und prickelnd erzählt. […] Wunderbar!« (Die Rheinpfalz, 19.11.2018)

 

»In einem strahlend gelben Kleid setzt eine wunderbare Emma Kate Tilson nicht nur optische Kontraste, sondern auch ihre Bewegungssprache unterscheidet sich deutlich.« (Mannheimer Morgen, 19.11.2018)

 

»Der Nationaltheater-Ballettchef Stephan Thoss ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. In seinen Choreografien wühlt er sich geradezu in die Seelen der Beteiligten, als wollte er das Innerste nach außen kehren. Und für all die heftigen Gefühle, die es zu entdecken gilt, choreografiert Thoss genauso intensive Bewegungen.« (Rhein-Neckar-Zeitung/tanznetz.de, 19.11.2018)