Online-Vorstellung

War Sum Up

Hotel Pro Forma (Kopenhagen) / Der lettische Rundfunkchor (Riga)
Musiktheater

 

Mit: Ieva Ezeriete, Aigars Reinis, Gundars Dzilums, Ilze Bērziņa und dem Lettischen Rundfunkchor

Das großformatige Bildertheater von Kirsten Dehlholm und ihrer Künstlergruppe Hotel Pro Forma ist beeindruckend komplex und berauschend schön. Mit ihrer besonderen Formsprache hat ist die Künstlerin, die seit der Björk-Oper »Vespertine« auch den Mannheimern keine Unbekannte mehr sein sollte, weltweit einen Namen gemacht.

In WAR SUM UP erzählt sie vom Krieg als jenem grausamen Phänomen, das die Geschichte der Menschheit begleitet, und – wie die Menschheit selbst – immer neue Entwicklungsstufen erreicht.

Inspiriert von der japanischen Manga-Kultur, die präzise und zugleich hochästhetisch über Gewalt zu erzählen vermag, hat sie gemeinsam mit dem Zeichner Hikaru Hayashi und der britischen Band »The Irrepressibles« ein Universum aus Bildern, Musik und Kostümen geschaffen, das zwischen Fantasie und einer zeitenübergreifenden Realität oszilliert. Ausgeführt wird diese Theaterkomposition zwischen Poesie und Pop vom renommierten lettischen Rundfunkchor aus Riga.

 

Dieses Programm wird parallel auf www.nachtkritik.de gezeigt.

 

Die deutsche Übersetzung des Librettos von War Sum Up finden Sie hier.

 

Die deutsche Übersetzung der Antworten auf die 5 Fragen an Kirsten Dehlholm finden Sie unterhalb des Textes. Bitte klicken Sie auf das Dropdown-Menü »Übersetzungen«.

 

Eine Ko-Produktion des Lettischen Rundfunkchors mit der Lettischen Nationaloper, Ultima Oslo Contemporary Music Festival, Concert Hall Aarhus, Royal Danish Theatre, Odense Theatre und Hotel Pro Forma. Gef.rdert durch Nordic Culture Point, Bikubenfonden, Oticon Fonden und Konsul Georg Jorck og Hustru Emma Jorcks Fond.

 

Die Dokumentation zu War Sum Up ist ein Film von Theresa Bener und Peggy Eklöf und wurde produziert von 29 media, Sweden.

 

 

Fotos: Gunars Janaitis

4 Fragen an Kirsten Dehlholm

Übersetzung

 

1. Was war das ursprüngliche Interesse an einer Beschäftigung mit japanischen Manga-Comics?

Japanische Ästhetik und Kunsthandwerk haben ich mich ein Leben lang fasziniert. Aber für japanische Comics hatte ich nie ein ausgeprägtes Interesse. Eines Tages fand ich ein Buch, das hieß: Wie male ich Mangas?

 

2. Welche Rolle spielt die japanische Tradition hochästhetisierter Gewaltdarstellung dabei?

In dem erwähnten Buch fand ich Zeichnungen von der Hand, dem Auge, dem Fuß, dem Körper, Waffen, Strukturen. Dort wurde die Zeichnung des »natürlichen« Fußes der eines Fußes als Waffe gegenübergestellt: einem Stiefel. Hier erkannte ich die ganz einfach erzählte Geschichte darüber, wie der Mensch zu einer Kriegsmaschine wird. Es ist nichts Gewaltsames an den Zeichnungen selbst, die wir für die Produktion ausgewählt haben. Nur eine einzige Szene enthält einen Kampf und auch diese ist mehr Manga als echte Gewalt.

 

3. Wie kamen die Band The »Impressibles« und der Lettische Rundfunkchor ins Spiel?

Wir brauchten Musik. Diese wurden von zwei Komponisten geschrieben. Der eine ist ein lettischer Komponist mit einem klassischen Hintergrund, der vom musikalischen Leiter des lettischen Radiochors ausgesucht wurde. Der andere ist ein britischer Singer-Songwriter, der viel mit Rhythmus arbeitet und den ich ausgewählt habe, da ich nach einem musikalischen Gegengewicht suchte. Das ist Jamie McDermott von der Band »The Irrepressibles«. Ich habe einen seiner Songs gehört und mich direkt in den Sound verliebt. Jeder der beiden Komponisten hat sechs Songs geschrieben, also die Hälfte des Stückes gestaltet. Sie haben dabei nicht kollaboriert. Ihre Arbeiten sollten einander kontrastieren.

 

4. Der Untertitel des Stückes ist »Manga.Music.Machines« – Was für Maschinen begegnen wird auf der Bühne?

»War Sum Up« hat den Untertitel »Manga.Music.Machines«, weil das gut klingt. Aber – es gibt keine echten Maschinen auf der Bühne, nur einen Schatten am Ende des Stückes, der mit einem Stuhlberg hergestellt wird. Der Schatten stellt den Angriff dar, er erzählt von einem Krieg, der niemals endet.

Das Stück ist so schön, sagte mal jemand zu mir, so schön, dass er weinen musste.

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