Startpunkt: Bushaltestelle Nationaltheater vor dem Theatercafé

Mannheim 2.480 oder die subjektive Sicherheit

Clemens Bechtel
Ein szenischer Parcours durch die Multihalle im Herzogenriedpark

 

Mit: Mitglieder des Mannheimer Stadtensembles und Mannheimer Bürger*innen

Der allmächtige Überwachungsstaat hat Einzug gehalten. Als Immunisierung gegen das vorherrschende Gefühl der Unsicherheit wurde 2018 ein intelligentes Kamerasystem in der Mannheimer Innenstadt installiert. Anhand »verdächtiger« Verhaltensmuster kann das System ab sofort Verbrechen melden, die noch gar nicht begangen wurden. »Mannheim 2.0« heißt dieses für Deutschland einzigartige Pilotprojekt, das die Bürger*innen schützen und ihr subjektives Sicherheitsgefühl erhöhen soll.

»Mannheim 2.480« nimmt die Zuschauer*innen mit auf die Reise in eine Welt der totalen Kontrolle. Ein Bus bringt das Publikum vom Nationaltheater in die von dem bekannten Architekten Frei Otto errichtete Multihalle im Herzogenriedpark. Mit Kopfhörern ausgestattet werden die Zuschauer*innen in verschiedene Räume und Ebenen des ungewöhnlichen Gebäudes geführt. Hier erleben sie die unterschiedlichen Blickwinkel von Polizei, vermeintlichen Verbrecher*innen, besorgten Bürger*innen und von Menschen, denen die umfassende Beobachtung Unbehagen bereitet. Was und wer macht uns Angst? Was ist wirklich bedrohlich? Was ändert sich, wenn Kameras ständig auf uns gerichtet sind? Und was macht das mit der Stadt?

»Mannheim 2.480« wirft einen Blick in die Zukunft des öffentlichen Raums. Die Multihalle, ein »visionäres, architektonisches Meisterwerk«, wird dabei zum begehbaren Überwachungsraum und zum Spielort unserer Ängste.

 

Clemens Bechtel, in Heidelberg geboren, ist freier Regisseur und vor allem für seine dokumentarischen Arbeiten bekannt. »Mannheim 2.480 oder die subjektive Sicherheit« entwickelt er eigens für die 20. Internationalen Schillertage.

 

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien