Schauspielhaus

Septembren

Performance mit Lesung, Musik und Live-Malerei mit Corinna Harfouch, Kathleen Morgeneyer, Helge Leiberg und Hannes Gwisdek
aus dem Französischen von Kristin Schulz

Die starke, poetisch-erzählerische Sprache in »Septembren« nimmt sich des Erinnerungsprozesses des Traumas an – es wird kein konkreter Fall, vielmehr ein symptomatischer Prozess beschrieben, die Eskalation einer Zwangslage in die radikale Entscheidung. Die Sprache ist dicht, mäandernde Sätze öffnen Bezüge, zahlreiche Bilder und Metaphern umranken den Text. Ein Theater, das sich der Stimme, des Klanges, des Rhythmus’, des Wortes (immer wieder) vergewissern muss – bis ins Schriftbild: Durchstreichungen und Grautöne drohen der Sprache mit Auslöschung – in Spiegelung des Unsagbaren und der Tilgung aus dem Gedächtnis.

 

Der Titel »Septembren« zeigt den größeren Rahmen und reicht vom Aufstand der Palästinenser im September 1970 in Jordanien (»Schwarzer September«) bis zum 11. September 2001, nach dem die Terrorismusdebatte vor anderem Hintergrund geführt wurde.

Es gibt nur wenig Stücke, die es wagen, sich in die Kernzonen der Konflikte zu begeben, in Tabu- und Schweigezonen, ohne die Befangenheit des Blickes zu entschuldigen, zu moralisieren, zu verharmlosen, zu ideologisieren: »Septembren« gehört dazu und hat leider in der aktuellen Lage an Aktualität stark zugelegt.

 

Eine Performance mit Lesung von Corinna Harfouch und Kathleen Morgeneyer, Live-Malerei von Helge Leiberg und Musik von Hannes Gwisdek.

 

Nach dem gleichnamigen Stück von Philipp Malone und aus dem Französischen von Kristin Schulz.

 

 

Die Performance wurde initiiert und ermöglicht von der Galerie im Tulla der Tulla-Realschule mit Unterstützung der BBBank und des Nationaltheaters Mannheim. Sie begleitet die Ausstellung von Helge Leiberg in der Galerie im Tulla (www.tulla-mannheim.de/galerie-im-tulla/).