Schauspielhaus

DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU

von Sivan Ben Yishai Premiere: So, 20. September 2020
aus dem Englischen von Maren Kames

Die Therapiesitzung ist vorbei, eine junge Frau nimmt uns mit in ihren Gedankenstrom, sie ist getrieben und ängstlich, stark und ehrgeizig. Ein junger Immobilienmakler erzählt von Sex und seinem Beruf, er ist spontan und umtriebig, professionell und attraktiv. Eine Frau kommt von der Arbeit, sie wird mitgenommen von geheimnisvollen Männern auf einem Motorrad und findet sich in ihren Albträumen wieder. Als sie erwacht hält sie 100 Euro in der Hand und ihr fehlen Organe. Welche Kraft steckt hinter den Taten und Gedanken dieser Figuren, was saugt sie aus? Angelehnt an den Vampirfilm »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens« von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922 lässt Sivan Ben Yishai – Hausautorin der Spielzeit 19/20 – hier drei Stimmen sprechen, die auf »die Untoten« treffen. Im Monolog in der Regie von Jessica Weisskirchen kommen alle drei Figuren in Rocco Brück zusammen, der präzise ihre Psychen offenlegt. »Nosferatu« liegt dabei wie Katakomben unter ihnen. Das vampirische Prinzip steckt in uns allen.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 5 Minuten

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

 

Möchten Sie diese Produktion mit einer Schulklasse oder Gruppe besuchen und wünschen sich ein Vermittlungsangebot, dann kontaktieren Sie gerne Ronja Gerlach (E-Mail: ronja.gerlach@mannheim.de / Tel.: 0621 1680 488).  

»Die drei Stimmen (und der Vampir, der als Transformationsbindeglied zwischen ihnen fungiert) werden von Schauspieler Rocco Brück verkörpert – der in dieser rund einstündigen Inszenierung eine Bravourleistung zeigt.« (Mannheimer Morgen, 21.09.2020)

 

»Der Vampir ist hier kein bloßer, von außen einwirkender Antagonist. Vielmehr bewohnt, eint und verbindet das Vampirische uns alle: „Das Prinzip Nosferatu“. Großer Applaus!« (Mannheimer Morgen, 21.09.2020)

 

»Aber so bedrohlich, ja existenziell die Story auch daherkommt, Rocco Brück balanciert sie doch mit viel Situationskomik aus. Der schmale Darsteller entwickelt eine ganz spezielle Körpersprache für die hagere entwurzelte Nachtgestalt […]. Ebenso virtuos der tosende Sprachfluss. […] Brücks Nosferatu durchspricht alle Wendungen mühelos, gibt den Einhorn-Flüsterer, kann sich als Untoter im (Zerr-) Spiegel nicht erkennen, wechselt im Nu sein Kostüm aus dem Sarg.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 22.09.2020)

 

»Regieassistentin Jessica Weisskirchen, die „Die tonight, live Forever oder Das Prinzip Nosferatu“ nach dem Stücktext von Sivan Ben Yishai (in der Spielzeit 2019/2020 Hausautorin am NTM) als Theater-Solo inszeniert, verquickt darin lustvoll und mit leichter Hand grelle, humorvoll-plakative Elemente mit der fiebrig abgründigen Tiefe, die Ben Yishais Text innewohnt.« (Mannheimer Morgen, 21.09.2020)

 

»Was diese drei Figuren verbindet, ist neben dem Solisten Brück […] der Vampir, die dankbarste Rolle, den sie alle verinnerlicht haben. Das „Prinzip Nosferatu“: die Energie saugenden Stimmen im Kopf des Menschen unserer Zeit, der im Zuge ununterbrochener Leistungsoptimierung und Gewinnmaximierung Selbstausbeutung, ja, Selbstausweidung betreibt.« (Die Rheinpfalz, 22.09.2020)

 

»Was macht eigentlich ein Corona-Lock-down mit den Menschen? Er isoliert sie in ihrer Wohnung – aber was geschieht mit ihrer Psyche? Darüber haben sich Schauspieler Rocco Brück und Regisseurin Jessica Weisskirchen in der Phase der massiven Einschränkungen Gedanken gemacht und diese in der Nosferatu-Inszenierung umgesetzt. Man kann geradezu in ein tiefes schwarzes Loch fallen: Angst, Wut, Verunsicherung, Desorientierung und Aussichtslosigkeit spielen große Rollen.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 22.09.2020)