Schauspielhaus

Späte Familie

Premiere: Sa, 12. September 2020
Nach dem Roman von Zeruya Shalev
Deutschsprachige Erstaufführung | Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Gili: Edda John

Nurit: Käthe John

und mit Lotte & Minna John
 

Papa, Mama, Kind. Die Kleinfamilie ist unser herkömmliches Familienmodell. Aber passt sie immer noch zu uns? Oder stellen wir uns Familien im Jahr 2020 ganz anders und neu vor? Als Ella sich von Anmon trennt, reagiert ihr Umfeld mit Unverständnis, das gemeinsame Kind mit Trauer und Wut. Und auch bei Ella stellt sich das ersehnte Gefühl von Freiheit nicht ein – bis sie auf den Psychiater Oded trifft. Zwischen beiden entspinnt sich eine Liebesbeziehung. Dem neuen Versuch steht der Ballast der mitgebrachten Vergangenheit entgegen. Für Ella beginnt die Suche nach Glück in einem Familienmodell jenseits der gesellschaftlichen und familiären Erwartungen. Der Roman der israelischen Erfolgs-Autorin Zeruya Shalev aus dem Jahr 2005 erzählt die Emanzipationsgeschichte einer Frau. In ihrer Bearbeitung spielt Regisseurin Sandra Strunz, die zuletzt »Warten auf Godot« auf die Bühne des Schauspielhauses brachte, verschiedene Konstellationen von Familie und Paarbeziehung durch. Im Zusammenprall dreier Generationen zeigt »Späte Familie«, wie allgemeingültige Konflikte innerhalb der Familie als Verhaltensmuster immer weitergegeben werden. Eine starke, heutige Geschichte über Schmerz, Verantwortungsgefühl – und Hoffnung.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 45 Minuten, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

 

Möchten Sie diese Produktion mit einer Schulklasse oder Gruppe besuchen und wünschen sich ein Vermittlungsangebot, dann kontaktieren Sie gerne Ronja Gerlach (E-Mail: ronja.gerlach@mannheim.de / Tel.: 0621 1680 488).  

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»[…] eine gelungene, eigenständige Romanadaption – mit einem spielfreudigen Ensemble nach einer langen Theaterpause!« (SWR2, 14.09.2020)

 

»[…] das Stück […] zeigt […] in der Version von Sandra Strunz […] ein seelisches Verwirrspiel um Liebe und Zuneigung, Ängste und Irritation, Verzweiflung und emanzipatorischen Anspruch mit großer Fallhöhe.« (Mannheimer Morgen, 14.09.2020)

 

»Es ist erstaunlich, wie gut Regisseurin Sandra Strunz den fast 600 Seiten langen Roman von Zeruya Shalev in ihrer Bühnenfassung in nur 90 Minuten zusammenrafft. All die widerstreitenden Gefühle von Ella werden deutlich – gegenüber ihrem Kind, ihrem Exmann – und gegenüber sich selbst.« (SWR2, 14.09.2020)

 

»Das Stück packt einen und wirkt nach, was sehr wohl als Verdienst der Inszenierung angesehen werden darf.« (Mannheimer Morgen, 14.09.2020)

 

»Das Publikum war spürbar beeindruckt von der großen Ensembleleistung in einer aufwendigen Produktion. Auch altgediente Paare könnten vom Besuch profitieren.« (Mannheimer Morgen, 14.09.2020)

 

»Regisseurin Sandra Strunz und ihr Team ziehen fast alle Theater-Register. Sie mischen Bühnengeschehen und Film, Text und Choreografie, Musik und Maskenspiel. Sie lösen Rollen auf, vervielfachen Figuren, wechseln Geschlecht und Alter, lassen minutenlang improvisieren. Das ist gut gemacht, schafft auch intensive Theatermomente, vor allem, wenn der großartige Christoph Bornmüller improvisierend durch die Textebenen huscht, die Geschichte gleichzeitig erzählt und erklärt, sich kunstvoll verhaspelnd zwischen den Rollen verliert und am Ende doch lässig die Kurve kriegt.« (Die Rheinpfalz, 14.09.2020)

 

»Die Banalitäten des Alltags holen alle ein. Die Regie nutzt dabei zwei Ebenen, wenn auf einer Leinwand das quasi Reale filmisch erzählt wird […], während auf der Bühne in turbulenter Spielweise das Geschehen kommentiert, ja zerfleddert wird bis hin zu Vexierspielen und sarkastischer Überzeichnung. […] Was zuerst beliebig scheint, gewinnt immer mehr an Fahrt und Stringenz, zumal die Bühne von Philip Bußmann den Akteuren genügend Raum für Entwicklung und vielen Körper betonten Aktionen lässt.« (Mannheimer Morgen, 14.09.2020)

 

»Sandra Strunz […] begegnet dem Stoff mit vielerlei Verfremdungseffekten und folgt dabei den Regeln der Corona-Ästhetik. […] Für Theaterleute ist das eine gewaltige Herausforderung […]. Sandra Strunz […] vermittelt trotzdem sehr viel von den seelischen Erschütterungen ihrer Figuren. Dies gelingt ihr durch vielfache Brechungen, indem die eigentliche Handlung sowohl filmisch als auch pantomimisch-tänzerisch kommentiert und reflektiert wird.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 14.09.2020)

 

»[…] die Schauspieler […] sprechen die Texte der Filmdarsteller synchron zu deren Mundbewegungen, verdoppeln, verstärken deren Bewegungen und Emotionen. Sie machen dies mit immer größerer Intensität, als müssten sie die stummen Bilder über ihnen […] überhaupt erst zum Leben erwecken […]. Irgendwie hat man das Gefühl, hier soll nicht nur ein stummer Film belebt, sondern das gesamte Theater aus seiner monatelangen Corona-Starre erlöst werden.« (Die Rheinpfalz, 14.09.2020)

 

»Besonders überzeugend wirken dabei die Tanzszenen, und es verwundert, dass auf dem Besetzungszettel die Position „Choreografie“ nicht aufgeführt wird, woraus man schließen darf, dass die als Regisseurin und Kostümbildnerin genannte Sandra Strunz auch für diese ausdrucksstarken Momente verantwortlich zeichnet.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 14.09.2020)