Schauspielhaus

Der Steppenwolf

nach dem Roman von Hermann Hesse Premiere: Mi, 23. Januar 2019
Für die Bühne eingerichtet von Joachim Lux

Mit 47 Jahren plant Harry Haller, sich an seinem 50. Geburtstag das Leben zu nehmen. Er sehnt sich nach einem bürgerlichen Leben, das er gleichzeitig verachtet. Trotz seiner hohen Bildung hat er sich in die soziale Isolation begeben und dem Glauben, der Moral und den Sitten den Rücken gekehrt. In der Isolation findet er sein eigenes »Ich« und merkt, dass in ihm zwei Wesen wohnen: Harry, der angesehene Mensch, der Autor, Denker und Kritiker und: der »Steppenwolf«, der seine nicht ausgelebten Leidenschaften und aufgestauten Instinkte verkörpert. Harry versinkt zusehends im Sumpf seiner Einsamkeit, da er sich seiner Umgebung nicht mitteilen und nicht mehr anpassen kann. Bis er Hermine begegnet und das Magische Theater entdeckt. Zwischen Traum und Realität lernt er dort nicht nur eine neue Sinnlichkeit, sondern auch ihm bisher verborgen gebliebene Facetten seiner Persönlichkeit kennen. Hesses bereits 1927 entstandener Roman avancierte zum Kultbuch der Studentenbewegung der 68er-Jahre und ist bis heute einzigartig in seiner Verbindung von Gesellschaftskritik und der Erforschung der zerrissenen menschlichen Seele. Regisseur Dominik Günther arbeitete u. a. am Thalia Theater Hamburg, Theater Erlangen, Landestheater Tübingen und am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildnerin Sandra Fox übersetzt er den Roman als eine große Selbstsuche auf die Bühne des Studio Werkhaus - und als Kampf der verschiedenen Gehirnareale um die Vorherrschaft in Harry Haller. Der Sternenhimmel seiner »tausend Seelen« sind die verschiedenen Teile seines Gehirns, die mit ihm Zwiesprache halten, ihn beeinflussen, vor sich hertreiben oder auffangen.

 

Dauer: 1 Stunde und 40 Minuten; keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

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»Was der 31-Jährige Samuel Koch, dem keine anderen Mittel als seine Mimik und seine Stimme zur Verfügung stehen, im „Steppenwolf“ zeigt, das ist ganz großartig. Samuel Koch bildet ein Quartett mit László Branko Breiding, Patrick Schnicke und Boris Koneczny. Sie sind alle Harry Haller oder vielmehr Facetten von Harry Hallers Persönlichkeit. Gleichzeitig sind es Weggefährten, Bettbegleiterinnen, die vielleicht auch wieder nur Alter Egos sind, der Hauptfigur, des Schriftstellers, wer will das schon genau wissen? Um zu verdeutlichen, dass sie am Ende alle nur Hirngespinste sind, haben Regisseur Dominik Günther und Sandra Fox (Bühne und Kostüme) ein begeh-, befahr- und bekletterbares Gehirn geschaffen, aus dessen Ein- und Ausgängen alle kriechen. In fleischfarbenen Anzügen, die sich perfekt in die Kulissen einfügen.« (Die Rheinpfalz, 25.1.2019)

 

»Clou der Inszenierung ist die Idee, die Romanhandlung als Egotrip ins eigene Hirn zu begreifen. Das ist schlüssig und wird dem Stoff gerecht. Alle vier Akteure spielen Persönlichkeitsfacetten und Projektionen Harry Hallers – und zwar auch dann, wenn sie Figuren aus dem Magischen Theater oder Harrys (später gemeuchelte) Geliebte sind. […] Patrick Schnicke, László Branko Breiding und der seit seinem „Wetten dass“-Unfall schwerbehinderte Samuel Koch bilden zusammen mit Koneczny ein H.-H.-Quartett, das auch musikalisch einiges zu bieten hat.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 25.1.2019)

 

»Die Ausstatterin Sandra Fox hat mit diesem Bühnenbild und dem Einheitslook der Darsteller die wichtigsten Akzente gesetzt. Chapeau!« (Rhein-Neckar-Zeitung, 25.1.2019)

 

»Dominik Günther verlegt, begleitet von viel Musik und Gesang (Leo Schmidthals), den Stoff des Romans […] offensichtlich in den Kopf Harry Hallers. Boris Koneczny spielt ihn, diesen unberechenbaren Mann, mal träumend, mal brüllend mit einer intensiven Energie, die auch seine Mitspieler Samuel Koch, László Branko Breiding und Patrick Schnicke auszeichnet. Rührend das flotte Tänzchen von Koch im Rollstuhl mit dem fast verzückt aufgelösten Boris Koneczny. So weit, so gut. Streiten lässt sich allerdings darüber, ob diese neuronalen Bezüge notwendig sind, um die Midlife-Crisis eines Menschen zu beschreiben, der sich gespalten fühlt zwischen einer wölfisch-triebhaften und einer geistigen Persönlichkeit.« (Mannheimer Morgen, 25.1.2019)