Studio Werkhaus

Mitwisser

Enis Maci Premiere: Sa, 29. September 2018
Deutsche Erstaufführung

Drei Verbrechen stehen im Zentrum von Enis Macis poetischer Kartografie einer verrohenden Welt: In Port St. Lucie, einem amerikanischen Albtraum aus Altenheimen und Golfplätzen am Rand der Sümpfe, gerät die Party des Teenagers Taylor Hadley im Haus seiner verreisten Eltern außer Kontrolle. Am anderen Ende der Welt, im türkischen Koruyaka, wird Nevin Yildirim Opfer eines Verbrechens. Der Täter ist ein Verwandter. Nevin fordert Rache, doch auf die Justiz ist kein Verlass. Wie weit darf sie gehen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Impuls und blindem Affekt? Dinslaken im Ruhrgebiet: Arbeit ist rar und außer Fußball eint die Menschen wenig. Zwischen stillgelegten Kohlezechen wuchern Unkraut und Parallelgesellschaften. Hier entschließt sich Nils Donath zum denkbar radikalsten Bruch mit der westlichen Kultur.

Enis Maci, in dieser Spielzeit Hausautorin am Nationaltheater Mannheim, beschreibt mit sprachlicher Wucht das Ungeheure neben dem Alltäglichen. Sie richtet den Blick auf den Nährboden der Gewalt: die Mitwisser. Der Regisseur Nick Hartnagel inszenierte u. a. am Schauspiel Hannover und war mit zwei Uraufführungen beim Heidelberger Stückemarkt vertreten.

 

Dauer: 1 Stunde und 40 Minuten; keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Ermöglicht wird der Aufenthalt der Hausautorin durch die freundliche Unterstützung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e.V.

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der unsere Informationen ergänzt. Sie können ihn mit einem Klick ansehen, wenn Sie die entsprechenden Cookies zulassen. Youtube

»[…] diese „Mitwisser“ bleiben: eine überaus geglückte, eindrucksvolle Inszenierung.« (Mannheimer Morgen, 1.10.2018)

 

»Dies ist ein beeindruckender Text über eine weltweite Topografie tödlicher Gewalttaten.» (Schwäbische Zeitung, 2.10.2018)

 

»Der junge Regisseur Nick Hartnagel inszeniert dies als Spurensuche eines Ermittlerteams mit Slapstickpotential.« (Süddeutsche Zeitung, 4.10.2018)

 

»Enis Maci ist Essayistin. Sie spannt große Bögen des Nachdenkens und Erzählens über das große und das kleine Leben - sprachsicher und klug. [...] Auf der Strecke bleibt dabei das, was Leben ausmacht, die Nähe, das Individuelle in seiner Zerrissenheit. Ihr Personal wirkt eindimensional, Typus statt Charakter, Kommentar statt Menschenbild. [...] Dem Bühnenpersonal, Tala Al-Deen, Sophie Arbeiter, Rocco Brück, Boris Koneczny, Robin Krakowski und Ragna Pitoll, macht das schweißtreibende Herumtollen erkennbaren Spaß« (Rhein-Neckar-Zeitung, 2.10.2018)