Schauspielhaus

Die Räuber

Friedrich Schiller Premiere: Fr, 28. September 2018

1781 schreibt der junge Schiller ein vor Dramatik, Gefühlen und Freiheitsdrang berstendes Stück über den Konflikt zweier ungleicher Brüder. Franz und Karl Moor wollen sich für das ihnen vermeintlich zugefügte Unrecht an der Welt rächen – natürlich mit Gewalt, die alle Übrigen mit in den Abgrund reißt. In Schillers Erstling wird eines der ältesten Motive der Weltliteratur aktiviert: das der verfeindeten Brüder. Aber auch die »Räuberpistole«, der Widerstand gegen die absoluten Herrscher, die »gerechte Gewalt« sind starke, bis heute aktuelle Themen. Schillers Drama ist seit seiner Uraufführung 1782 mit dem Nationaltheater Mannheim verbunden wie kein anderes Stück. Zum Auftakt der Spielzeit 2018/19 und zum Beginn der neuen Schauspielintendanz stellt sich Mannheims künftiger Hausregisseur Christian Weise dem großen Klassiker. Schillers gefühlsgewaltiges und zorniges Idealisten-Drama dient ihm als Vorlage für eine Inszenierung, die Mythen unserer westlichen Kultur befragt. Was ist unsere Vorstellung einer »Leitkultur«? Und was tragen »Die Räuber« dazu bei? In einer Mischung aus Show, Performance und Pop, die sich aller dem Theater zur Verfügung stehenden Mittel bedient, spürt Christian Weise den Räubern in uns nach.

Nach Inszenierungen u. a. am Maxim Gorki Theater Berlin und am Staatstheater Stuttgart stellt Christian Weise sich mit »Die Räuber« als neuer Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim vor.

 

Dauer: 2 Stunden und 30 Minuten, inkl. einer Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Ein großartig aufspielendes Ensemble.« (Die Rheinpfalz, 1.10.2018)

 

»Die Demontage eines Klassikers macht durchaus Laune. Besonders Sarah Zastrau als Herzschmerz-Arien singende Verlobte des Räuber-Bruders Karl Moor sorgt mit einer Mischung aus Diva und Backfisch für einige Lacher.« (Nachtkritik, 28.9.2018)

 

»[…] Täter ist Karls Bruder Franz, dem Christoph Bornmüller genialen Ausdruck verleiht. Der hässliche Underdog erinnert bei ihm an Kino-Zwerg Danny de Vito in seiner Rolle als Batman-Bösewicht Pinguin. Ein richtig (witzig-) schmieriges Ekel voll bitterem Sarkasmus.« (Nachtkritik, 28.9.2018)

 

»[...] von Christian Weise extravagant in einem subtropischen Altersheim situiert.» (Schwäbische Zeitung, 2.10.2018)

 

»Regisseur der jüngsten Mannheimer Inszenierung ist Christian Weise, und der hat die anarchische Bruder-Tragödie ziemlich extravagant inszeniert.« (Süddeutsche Zeitung, 4.10.2018)

 

»Christian Weise spannt einen Bogen von der Euphorie des jungen Schiller, der sich eine deutsche Nation jenseits von Fürstenherrschaft und Kleinstaaterei wünschte, bis hin zu den Ermüdungserscheinungen der aktuellen Merkel-Regierung. Warum das in einer kolonialen Szenerie spielt, erschließt sich nicht. Trotzdem verfolgt man gebannt, wie Weises Greisenchaos den eigenen Untergang zelebriert.« (Süddeutsche Zeitung, 4.10.2018)

 

»Das ist durchaus unterhaltsam, zumal Weise allerlei Slapsticks einbaut; der im Köpfer auf das Sofa springende Franz schießt gleich zu Beginn den Vogel ab. Weise kann auch auf exzellente Schauspieler […] bauen.« (Mannheimer Morgen, 1.10.2018)

 

»Almut Henkel als grenzdebil sabbernder Graf, Sarah Zastrau als affektiert-naiv liebende Amalia, Maria Munkert als schmissiger Spiegelberg, Arash Nayebbandis strammer Schweizer, Nancy Mensah-Offeis hysterischer Razmann und Patrick Schnickes doppelbödig spießiger Hermann – alles großartige Leistungen, die nur durch die beiden Moor-Brüder Türksever (Karl) und Bornmüller (Franz) übertroffen werden.« (Mannheimer Morgen, 1.10.2018)

 

»Christian Weise hat das so gemacht. Er lässt deutsche Kolonialisten Schiller spielen im brasilianische Urwald und das ist natürlich dreimal um die Ecke gedacht und so ist die Aufführung dann leider auch.« (Deutschlandfunk Kultur, 29.9.2018)