Studio Werkhaus

Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben (UA)

Anja Hilling Premiere: Mi, 27. September 2017

Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.
Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit auf, lassen uns aufeinander ein, haben Sex, halten uns und verlieren uns wieder.

 

Anja Hilling gehört zu den profiliertesten Autorinnen ihrer Generation. Ihr erstes Theaterstück Sterne wird 2003 beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens präsentiert, die Tragikomödie Mein junges idiotisches Herz 2005 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Im selben Jahr wird Anja Hilling in der Kritikerumfrage von Theater heute zur Nachwuchsautorin der Saison gewählt. Mit dem Zivilisationsdrama Schwarzes Tier Traurigkeit gelingt Anja Hilling 2007 der Durchbruch im Ausland, es wird am Théâtre National de La Colline in Paris und dem Königlich Dramatischen Theater Stockholm (Dramaten) gezeigt. Ihre folgenden Werke wurden unter anderem am Schauspielhaus Wien, Theater Basel, Theater Bonn und am Schauspiel Hannover aufgeführt.

Friederike Heller inszenierte u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Stuttgart, am Residenztheater München und an der Berliner Schaubühne. Wie kann ich dich finden ist ihre erste Regiearbeit am Nationaltheater.

 

Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Die Inszenierung verwendet Stroboskoplicht.

»[Friederike Hellers] erstaunlich texttreue und feinfühlige Inszenierung nimmt dem Stück die Bedeutungsschwere, ohne es zu bagatellisieren.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.09.2017)

 

»Heller zerlegt die Dialoge in szenische Einheiten, zwischen denen live Musik gespielt wird. Ihre Regieführung ist präzise, den Text, den die schwarz- oder weißgekleideten Schauspieler mal wie ein Gemälde gruppiert, mal wie Schachfiguren gesetzt sprechen, hat sie mutig entschlackt. In einzelnen Momenten blitzt seine literarische Qualität auf.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.17)

 

»Als Glücksfall für diese Uraufführung kann auch die Besetzung gelten. Dem von der Regie gut aufeinander abgestimmten Mannheimer Ensemble gelingt es, Anja Hillings stilisierte Prototypen zu vielfarbigem Leben zu erwecken.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.09.2017)

 

»Der Musiker Maximilian Hecker begleitet das Ganze mit seinen herrlich sentimentalen Lovesongs.« (Rheinpfalz, 29.09.2017)

 

»Heller ordnet die Spieler auf einem schwarzen Steg mit so vielen Stühlen wie Mitspielern an, im Hintergrund fließt beständig ein Rinnsal von der Decke. So minimalistisch das Bühnenbild, so poppig ist zwischenzeitlich die Inszenierung.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.17)