Fragen und Antworten zur Generalsanierung

 

Eine Investitionsmaßnahme der Stadt Mannheim

 

 

 

Die Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim wird gefördert durch:

 

 

 

Die Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim wird gefördert durch:

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

 

Interimsspielstätten durch Gemeinderat bestätigt

 

Für eine gelungene Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim ist nicht nur die Sanierung des Hauptgebäudes ausschlaggebend, sondern auch die Möglichkeit für die Kunst, sich in der Interimszeit weiter zu entwickeln, neue künstlerische Ansätze zu wagen und über das Gewohnte hinauszugehen sowie neue Publikumsschichten durch das dezentrale Konzept der Ersatzspielstätten zu gewinnen. Diese Phase verlangt von Mitarbeiter*innen und Künstler*innen ein besonderes Engagement und eine größtmögliche Flexibilität sowie vom Publikum eine Treue zu ihrem Theater.  Daher sind Faktoren wie die technische Ausstattung, die interne Logistik, die Erreichbarkeit für das Publikum und eine damit einhergehende Akzeptanz der Ersatzspielstätten von immenser Bedeutung. Hier soll Kunst entstehen können, die an das Bekannte anknüpft, Traditionen pflegt, Neues wagt, die Begegnungen stiftet und unvergleichliche Theatermomente hervorbringt.

 

Der Geschäftsführende Intendant des Nationaltheaters Marc Stefan Sickel sagt: »Es freut mich, dass der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung der von uns vorgelegten Interimskonzeption mit überwältigender Mehrheit zugestimmt hat. Dies zeigt, welche Bedeutung das Nationaltheater hat und ist ein klares Bekenntnis dafür, dass man auch in der Sanierungszeit Produktionen auf hohem künstlerischen Niveau ermöglichen möchte. Durch den für die Interimsspielstätten gewählten dezentralen Ansatz stehen wir zwar vor einer großen logistischen Herausforderung, sehen aber gleichzeitig eine enorme Chance darin, mit an die jeweiligen Spielstätten angepassten Konzepten die Stadt Mannheim und die Region zu bespielen und unser Publikum vielfältig zu erreichen.«

 

Die Planungssicherheit, die durch die Entscheidung entsteht, ermöglicht nicht nur dem Team um Marcus Augsburger, Leiter der Geschäftsstelle Generalsanierung, mit der Realisierung der bis ins Detail geplanten Maßnahmen zu beginnen, sondern auch den Intendant*innen, die künstlerische Auseinandersetzung mit den neuen Orten des Nationaltheaters Mannheim weiter voranzubringen. Der Pfalzbau in Ludwigshafen, das Rokokotheater in Schwetzingen, das ehemaligen Kino auf dem Franklin-Gelände sowie die Leichtbauhalle auf dem Oktoberfestplatz bieten unterschiedlichste Gestaltungsräume für die Kunst und den Theaterbesuch als solchen.

 

Marcus Augsburger, Leiter der Geschäftsstelle Generalsanierung, ergänzt: »Wir sind zuversichtlich, dass wir dank der Zustimmung des Gemeinderats den anvisierten Zeitplan für den Beginn der Generalsanierung einhalten können. «

Die Maßnahmegenehmigung zur Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim wurde vom Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am 18. Dezember 2018 beschlossen. Der Bauantrag zur Generalsanierung des Spielhauses am Goetheplatz wurde zwischenzeitlich durch das Architekturbüro Schmucker und Partner erstellt und ist im Juni 2019 bei der Stadt Mannheim eingereicht worden. Die baurechtliche Genehmigung zum weiteren Betrieb des Spielhauses NTM ist final bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

Das Architekturbüro Schmucker und Partner als interdisziplinärer Generalplaner geht derzeit von einer Dauer von mindestens vier Jahren aus.

Generalsanierung

Das Nationaltheater Mannheim soll mit einem Kostenrahmen von 247,08 Millionen Euro brutto generalsaniert werden. Die Summe entspricht der geprüften Kostenberechnung des interdisziplinären Planungsteams unter der Leitung des Mannheimer Architekturbüros Schmucker und Partner, die im März 2020 vorgelegt worden war.

Hinzu kommen die Kosten für die im Vorfeld der Sanierung herzustellenden Infrastrukturinvestitionen für den Umbau des Probezentrum Neckarau, den Neubau des Zentrallagers und der temporären Auslagerung der Probebühnen für die Sparten Oper, Schauspiel und JNTM mit einem geschätzten Kostenvolumen von 40 Millionen Euro brutto.

 

Interimsspielstätten

Die Anmietungs- und Herrichtungskosten der Interimsspielstätten für einen derzeit auf fünf Jahre veranschlagten Sanierungszeitraum inklusive Auszug und Wiedereinrichtungszeitraum bewegen sich insgesamt in einem Rahmen von 31,9 Millionen Euro (zzgl. NK).

Hinzu kommen Allgemeinkosten der Interimskonzeption in Höhe von derzeit geschätzt 900 000 Euro pro Jahr über den gesamten Interimszeitraum. Die Kosten entstehen u. a. durch das dezentrale Interimskonzept mit fünf verschiedenen Ersatzspielstätten. Dadurch erhöhen sich z.B. der Logistik- und Personalaufwand. Hinzu kommt durch den Entfall der Bunkerfläche im Spielhaus bis zur Fertigstellung des Zentrallagers die Erfordernis zur temporären Anmietung einer weiteren Lagerhalle.

Der Deutsche Bundestag hat in seiner Sitzung am 5. Juli 2018 aufgrund eines Beschlusses des Haushaltsausschusses Bundesmittel im Kulturkapitel des Haushaltsplanes für eine Sanierung des Nationaltheaters Mannheim in Höhe von 80 Millionen Euro als Zuschuss vorgesehen und entsprechende Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre festgelegt. Mit dem Beschluss der Haushaltskommission im Oktober 2018 hat auch das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss in Höhe von 40 Millionen Euro zur Generalsanierung als Verpflichtungsermächtigung im Nachtragshaushalt berücksichtigt.

Daraufhin hat der Gemeinderat der Stadt Mannheim am 18. Dezember 2018 bzw. am 28. Juli 2020 die Ausfinanzierung der investiven Maßnahmen der Generalsanierung mit insgesamt ca. 287 Millionen Euro (ohne Interimsspielstätten) beschlossen.

Über die Anmietungs- und Herrichtungskosten der Interimsspielstätten entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22. April 2021 und bewilligte die Durchführung der Maßnahmen mit einem Kostenrahmen von maximal 31,9 Millionen Euro (zzgl. NK).

Mit der spätestens ab dem Jahr 2022 notwendigen Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim soll ein aus Sicht des Baurechts, der Arbeits- und Betriebssicherheit, des Brandschutzes, des Denkmalschutzes und des Spielbetriebes funktionstüchtiges und modernes Theatergebäude hergestellt werden. Dabei soll das Haus durch die Behebung brandschutztechnischer, bauphysikalischer, akustischer und statisch-konstruktiver Mängel in der Substanz wieder in einen technisch und baurechtlich einwandfreien Zustand versetzt werden. Bei den im Spielhaus zwingend zu sanierenden haustechnischen und bühnentechnischen Anlagen des Theaterbetriebs sind vorrangig technisch-wirtschaftliche Aspekte und die Nutzerfreundlichkeit zu beachten. Zusätzlich soll durch eine Optimierung der innerbetrieblichen Raumorganisation eine Beseitigung der infrastrukturellen, betrieblichen und sicherheitstechnischen Defizite erfolgen.

Das gesamte Gebäude und die meisten technischen Anlagen sind seit über 60 Jahren im Dauerbetrieb und benötigen zwingend eine umfassende bauliche Ertüchtigung und Modernisierung. Die Foyers und die Zuschauersäle bedürfen dabei einer grundlegenden und denkmalgerechten Sanierung – die vorhandenen Materialien sind verbraucht, mittlerweile unhygienisch und teilweise nicht mehr zulässig. Insgesamt werden fast alle sichtbaren Oberflächen (Wände/Decken/Böden) denkmalrechtlich überarbeitet oder im Kontext des Bestands erneuert.

Durch behutsam geplante Ergänzungen und Veränderungen wird eine Verbesserung der Angebote für die Besucher erzielt und die Atmosphäre und Anziehungskraft des Theaters insgesamt gesteigert. Durch eine ganztägige Zugänglichkeit des Unteren Foyers wird der Entwurfsgedanke eines transparenten und offenen Gebäudes spürbar vertieft. Durch die geplante Öffnung des Foyers in den Stadtraum soll die Bevölkerung zum Verweilen eingeladen werden, das Theater als identitätsstiftender Ort in der Öffentlichkeit bekannter gemacht und eine lokale, zielgruppenspezifische Kulturvermittlung und -teilhabe sowie eine Vernetzung mit sozialen und interkulturellen Initiativen ermöglicht werden. Hierfür werden die Theaterkasse und das Abobüro in das Untere Foyer verlagert. Dadurch wird es möglich, den Eingangspavillon und den Vorplatz mit einer attraktiven Gastronomie auszustatten, die zum Verweilen einlädt. Das Obere Foyer im Opernhaus wird klimatisiert sein. Auch das frühere Obere Foyer des Schauspielhauses wird wieder für die Besucher zugänglich gemacht werden. So werden hier zukünftig Veranstaltungen im kleinen Format stattfinden können. Das Opernhaus und insbesondere das Schauspielhaus werden, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, gestalterisch überarbeitet, hierzu zählt auch die Bestuhlung in beiden Häusern. Die Überarbeitung wird sich besonders im Schauspielhaus in einer wahrnehmbaren Verbesserung der Akustik bemerkbar machen. Die Qualität der Veranstaltungen wird sich für die Besucher insgesamt erhöhen. Auch der Aufenthalt für mobilitätseingeschränkte Besucher im NTM wird sich in Zukunft leichter gestalten lassen. Nicht zuletzt wird natürlich auch der Vorplatz saniert und neu gestaltet werden. Besonders im Zusammenspiel mit der Platzgestaltung wird das sanierte Theater wieder als strahlender Stadtbaustein in Erscheinung treten.

Schauspiel und Tanz

Das ehemalige Kino auf dem Franklin-Gelände wird während der Generalsanierung zur Bühne für Schauspiel und die Tonbandabende des Tanzes.

Im Studio Werkhaus geht der Spielbetrieb während der Generalsanierung wie gehabt mit dem Schauspiel weiter. Auch kleinere Veranstaltungsformate in der Lobby Werkhaus oder im Casino werden weiterhin an diesen Orten stattfinden.

 

Oper und Tanz

Der komplexeste Teil der Auslagerung betrifft die Oper. Der Pfalzbau Ludwigshafen eignet sich aufgrund seiner vorhandenen Bühnengröße und der bestehenden bühnentechnischen Ausstattung als einziger Veranstaltungsort in der näheren Umgebung als Ersatzspielstätte für die großen Werke des Mannheimer Repertoires der Sparten Oper und Tanz (mit Orchester). Hier stehen dem Nationaltheater 107 Belegungstage pro Spielzeit zur Verfügung, woraus sich mit den erforderlichen Proben- und Einrichtungszeiten ca. 35 bis maximal 40 Vorstellungstage pro Spielzeit ergeben.

 

Aufgrund der sehr eingeschränkten Verfügbarkeit des Pfalzbaus als Ersatzspielstätte für die Opernsparte und nach Prüfung mehrerer Objekte haben sich die Stadt und das Nationaltheater  für die Errichtung  einer temporären Leichtbauhalle auf dem Oktoberfestplatz (Theodor-Heuss-Anlage) als weitere feste Ersatzspielstätte mit der Möglichkeit eines durchgehenden Spielbetriebs in Mannheim entschieden. Künstlerisch sind für diesen Standort Neuinszenierungen der Oper und des Tanzes mit Orchester in einem Stagione-Betrieb mit klassischer Frontal-Bespielung vorgesehen.

 

Der inhaltliche Schwerpunkt des Opernprogramms im Rokokotheater in Schwetzingen soll einen Mozart/Da Ponte-Zyklus, klein besetzte Werke aus dem Barock sowie aus der Moderne umfassen. Auch hier sind drei Terminblöcke pro Spielzeit vorgesehen, wodurch sich ca. 18 Vorstellungen mit den dazugehörigen Proben und Einrichtungszeiten pro Spielzeit ergeben.

 

Junges Nationaltheater

Die Spielstätten des Jungen Nationaltheaters in der Alten Feuerwache bleiben während der Generalsanierung wie gehabt bestehen.

Homepage: Auf der Website des Nationaltheaters finden Sie neu den Bereich »Sanierung«, der Ihnen aktuelle Informationen und Einblicke zum Stand der Sanierung im Allgemeinen, zur Interimszeit und zu aktuellen Veranstaltungen rund um die Generalsanierung gibt.

 

Newsletter: Mit unserem Newsletter sind Sie neben dem Programm des NTM auch immer bestens über die aktuellen Themen der Generalsanierung informiert. Melden Sie sich hierzu auf unserer Homepage für den Newsletter »NTM – Infos aller Sparten« an, dann erhalten Sie diesen alle zwei Wochen direkt in Ihr Postfach.

 

Mannheimer Morgen: Der »Mannheimer Morgen« als unser Medienpartner berichtet tagesaktuell in Print und online auf morgenweb.de über die Entwicklungen rund um die Generalsanierung des Nationaltheaters.

 

Veranstaltungen: Im Rahmen der öffentlichen Führungen durch das NTM erfahren Sie in Zukunft u. a. Aktuelles zum Stand der Sanierung des Nationaltheaters. Über Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen informieren wir Sie in unserem Monatsprogramm und auf unserer Website.