Fragen und Antworten zur Generalsanierung

Die Maßnahmegenehmigung zur Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim wurde vom Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am 18. Dezember 2018 beschlossen. Der Bauantrag zur Generalsanierung des Spielhauses am Goetheplatz wurde zwischenzeitlich durch das Architekturbüro Schmucker und Partner erstellt und ist im Juni 2019 bei der Stadt Mannheim eingereicht worden. Die baurechtliche Genehmigung zum weiteren Betrieb des Spielhauses NTM ist final bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

Das Architekturbüro Schmucker und Partner als interdisziplinärer Generalplaner geht derzeit von einer Dauer von mindestens vier Jahren aus.

Der Gemeinderat der Stadt Mannheim hat bereits in seiner Sitzung am 24. Juli 2018 im Grundsatz entschieden, dass das Nationaltheater Mannheim mit einem Kostenrahmen von 200 Millionen Euro brutto generalsaniert werden soll. Die Summe entspricht der Kostenberechnung des interdisziplinären Planungsteams unter der Leitung des Mannheimer Architekturbüros Schmucker und Partner, die im Mai 2018 vorgelegt worden war. Hinzu kommen die Kosten für die im Vorfeld der Sanierung herzustellenden Infrastrukturinvestitionen (Umbau Probezentrum Neckarau und Neubau Zentrallager) mit einem geschätzten Kostenvolumen von 40 Mio. Euro brutto. Für die Maßnahme »Generalsanierung Nationaltheater Mannheim inkl. Infrastrukturinvestitionen« wird somit aktuell von einem Kostenrahmen i.H. von ca. 240 Millionen Euro brutto ausgegangen (ohne Ersatzspielstätten).

Der Deutsche Bundestag hat in seiner Sitzung am 5. Juli 2018 mittels eines Beschlusses des Haushaltsplanes 2018 Bundesmittel im Kulturkapitel des Haushaltsplanes für eine Sanierung des Nationaltheaters Mannheim in Höhe von 80 Millionen Euro als Zuschuss vorgesehen und entsprechende Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre veranschlagt. Mit dem Beschluss der Haushaltskommission im Oktober 2018 hat auch das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss in Höhe von 40 Millionen Euro zur Generalsanierung als Verpflichtungsermächtigung im Nachtragshaushalt berücksichtigt. Daraufhin hat der Gemeinderat der Stadt Mannheim am 18. Dezember 2018 die Ausfinanzierung der investiven Maßnahmen mit insgesamt ca. 240 Millionen Euro (ohne Ersatzspielstätten) beschlossen.

Mit der spätestens ab dem Jahr 2022 notwendigen Generalsanierung des Nationaltheaters Mannheim soll ein aus Sicht des Baurechts, der Arbeits- und Betriebssicherheit, des Brandschutzes, des Denkmalschutzes und des Spielbetriebes funktionstüchtiges und modernes Theatergebäude hergestellt werden. Dabei soll das Haus durch die Behebung brandschutztechnischer, bauphysikalischer, akustischer und statisch-konstruktiver Mängel in der Substanz wieder in einen technisch und baurechtlich einwandfreien Zustand versetzt werden. Bei den im Spielhaus zwingend zu sanierenden haustechnischen und bühnentechnischen Anlagen des Theaterbetriebs sind vorrangig technisch-wirtschaftliche Aspekte und die Nutzerfreundlichkeit zu beachten. Zusätzlich soll durch eine Optimierung der innerbetrieblichen Raumorganisation eine Beseitigung der infrastrukturellen, betrieblichen und sicherheitstechnischen Defizite erfolgen.

Das gesamte Gebäude und die meisten technischen Anlagen sind seit über 60 Jahren im Dauerbetrieb und benötigen zwingend eine umfassende bauliche Ertüchtigung und Modernisierung. Die Foyers und die Zuschauersäle bedürfen dabei einer grundlegenden und denkmalgerechten Sanierung – die vorhandenen Materialien sind verbraucht, mittlerweile unhygienisch und teilweise nicht mehr zulässig. Insgesamt werden fast alle sichtbaren Oberflächen (Wände/Decken/Böden) denkmalrechtlich überarbeitet oder im Kontext des Bestands erneuert.

Durch behutsam geplante Ergänzungen und Veränderungen wird eine Verbesserung der Angebote für die Besucher erzielt und die Atmosphäre und Anziehungskraft des Theaters insgesamt gesteigert. Durch eine ganztägige Zugänglichkeit des Unteren Foyers wird der Entwurfsgedanke eines transparenten und offenen Gebäudes spürbar vertieft. Durch die geplante Öffnung des Foyers in den Stadtraum soll die Bevölkerung zum Verweilen eingeladen werden, das Theater als identitätsstiftender Ort in der Öffentlichkeit bekannter gemacht und eine lokale, zielgruppenspezifische Kulturvermittlung und -teilhabe sowie eine Vernetzung mit sozialen und interkulturellen Initiativen ermöglicht werden. Hierfür werden die Theaterkasse und das Abobüro in das Untere Foyer verlagert. Dadurch wird es möglich, den Eingangspavillon und den Vorplatz mit einer attraktiven Gastronomie auszustatten, die zum Verweilen einlädt. Das Obere Foyer im Opernhaus wird klimatisiert sein. Auch das frühere Obere Foyer des Schauspielhauses wird wieder für die Besucher zugänglich gemacht werden. So werden hier zukünftig Veranstaltungen im kleinen Format stattfinden können. Das Opernhaus und insbesondere das Schauspielhaus werden, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, gestalterisch überarbeitet, hierzu zählt auch die Bestuhlung in beiden Häusern. Die Überarbeitung wird sich besonders im Schauspielhaus in einer wahrnehmbaren Verbesserung der Akustik bemerkbar machen. Die Qualität der Veranstaltungen wird sich für die Besucher insgesamt erhöhen. Auch der Aufenthalt für mobilitätseingeschränkte Besucher im NTM wird sich in Zukunft leichter gestalten lassen. Nicht zuletzt wird natürlich auch der Vorplatz saniert und neu gestaltet werden. Besonders im Zusammenspiel mit der Platzgestaltung wird das sanierte Theater wieder als strahlender Stadtbaustein in Erscheinung treten.

Schauspiel und Tanz: Das ehemalige Kino auf dem Franklin-Gelände wird während der Generalsanierung zur Bühne für Schauspiel und die Tonbandabende des Tanzes. Im Studio Werkhaus geht der Spielbetrieb während der Generalsanierung wie gehabt mit dem Schauspiel weiter. Auch kleinere Veranstaltungsformate in der Lobby Werkhaus oder im Casino werden weiterhin an diesen Orten stattfinden.

 

Oper und Tanz: Der komplexeste Teil der Auslagerung betrifft die Oper. Fix ist dabei, dass zwei Neuinszenierungen im Rokoko-Theater Schwetzingen gespielt werden. In weiterer Abklärung sind als Spielstätten im Moment der Pfalzbau Ludwigshafen, der Musensaal des Rosengartens sowie eine zentrale Hauptspielstätte in Mannheim.

 

Junges Nationaltheater: Die Spielstätten des Jungen Nationaltheaters in der Alten Feuerwache bleiben während der Generalsanierung wie gehabt bestehen.

 

Kann die bisherige Abonnementsstruktur bestehen bleiben?

Die Ersatzspielstätten werden ausreichend Platzkapazität haben, um die Abos weiterzuführen.

Homepage: Auf der Website des Nationaltheaters finden Sie neu den Bereich »Sanierung«, der Ihnen aktuelle Informationen und Einblicke zum Stand der Sanierung im Allgemeinen, zur Interimszeit und zu aktuellen Veranstaltungen rund um die Generalsanierung gibt.

 

Newsletter: Mit unserem Newsletter sind Sie neben dem Programm des NTM auch immer bestens über die aktuellen Themen der Generalsanierung informiert. Melden Sie sich hierzu auf unserer Homepage für den Newsletter »NTM – Infos aller Sparten« an, dann erhalten Sie diesen alle zwei Wochen direkt in Ihr Postfach.

 

Mannheimer Morgen: Der »Mannheimer Morgen« als unser Medienpartner berichtet tagesaktuell in Print und online auf morgenweb.de über die Entwicklungen rund um die Generalsanierung des Nationaltheaters.

 

Veranstaltungen: Im Rahmen der öffentlichen Führungen durch das NTM erfahren Sie in Zukunft u. a. Aktuelles zum Stand der Sanierung des Nationaltheaters. Über Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen informieren wir Sie in unserem Monatsprogramm und auf unserer Website.