Opernhaus

Simplicius Simplicissimus

Drei Szenen aus seiner Jugend
Musik von Karl Amadeus Hartmann | Libretto von Hermann Scherchen, Wolfgang Petzet und Karl Amadeus Hartmann nach dem Barockroman »Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch« von Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln | Opernfilm im Stream mit deutschen und englischen Untertiteln

Tänzerinnen: Jana Riesenacker / Lea Roth / Lena Steininger

Ein junger Mensch namens Simplicius Simplicissimus begibt sich allein in eine Welt, die von Zerstörung, Gewalt und Misstrauen gezeichnet ist. Simplicius beobachtet und stellt unbequeme Fragen, um Leid und Unmenschlichkeit um sich herum zu verstehen. Basierend auf dem Barockroman von Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen von 1669 schrieb der deutsche Komponist Karl Amadeus Hartmann von 1934 bis 1935 seine Kammeroper »Simplicius Simplicissimus«. Sie spielt mitten im Dreißigjährigen Krieg, deutete aber zum damaligen Zeitpunkt auf die Schrecken der NS-Diktatur voraus und machte Hartmanns antifaschistischen Standpunkt deutlich. Aufgrund von Zensur und Hartmanns Entscheidung zur inneren Emigration konnte »Simplicius Simplicissimus« erst nach Ende des 2. Weltkriegs, 1948, in Deutschland uraufgeführt werden. Die überarbeitete zweite Fassung für großes Orchester erklang zum ersten Mal 1957 am Nationaltheater Mannheim. Regisseur Markus Dietz, der zuletzt am NTM Brittens »Peter Grimes« inszenierte, holt Hartmanns Werk in die Jetztzeit und hinterfragt, was eine zerstörte Welt mit den in ihr lebenden Menschen anrichtet. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Kalitzke erklingt die zweite Fassung von »Simplicius Simplicissimus« in einer Version für Kammerorchester.

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»Karl Amadeus Hartmanns episches Musiktheater „Simplicius Simplicissimus“ ist ein Abend, der voll unter die Haut und in den Kopf geht. Ergreifend und spannend.« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Ein bisschen Agitprop, ein bisschen Zeigefinger. Am Nationaltheater Mannheim hat Markus Dietz Markus Dietz mit einem exzellent aufgelegten Ensemble, einem grandiosen Orchester sowie einem stark singenden Chor (Dani Juris) unter Kalitzke einen ergreifenden Opernabend daraus gemacht, der uns im besten Falle um einen Nanometer näher zum Umdenken bringen wird.« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Regisseur Markus Dietz setzt auf ein Bildspektakel (Bühne: Mayke Hegger). Mit Chaos, Schrott und Feuer auf der Drehbühne, mit Lichteffekten im Dunklen, die streckenweise Bühnengeschehen und Musik verbinden, mit viel Blut und von der Decke baumelnden Leichen, mit einem untergründigen Nachtclub im letzten Bild.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 18.06.2021)

 

»Dietz und Hegger schaffen eine opulente, farbenfrohe, gut beleuchtete (Florian Arnhold) und absolut überzeugende Welt für Hartmanns Moralstück […].« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Durch diese grausame Welt streift Astrid Kessler in der Rolle des Simplicius mit beeindruckender Präsenz und Ausdruckskraft.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 18.06.2021)

 

»[Eine] Oper, die vor allem als kollektive Ensembleleistung in Erinnerung bleibt. Allen voran Astrid Kessler als erstaunlich jungenhafter Simplicius, dann Jonathan Stoughton (Einsiedel), Uwe Eikötter (Gouverneur) Thomas Berau (Landsknecht), Marcel Brunner (Hauptmann) und Thomas Jesatko (Bauer), dazu der Chor und das von Johannes Kalitzke bestens geführte Orchester.« (Die Rheinpfalz, 14.06.2021)

 

»Von [Astrid] Kesslers Sopran- und Schauspielqualitäten wussten wir. Ihr Timbre lässt sie auch hier in Gold schimmern und phrasiert beseelt. Aber dass sie die Gratwanderung zwischen Opern- und Sprechgesang, Reden, Pressen, Winseln und kindlicher Intonation so gut beherrscht, macht sie zum universalen Bühnentier.« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Und dann sind da die anderen. Kammersänger Thomas Jesatko als Bauer mit einer weiteren tollen Demonstration seiner stimmlichen Möglichkeiten (satter, schöner Bass, schnittige Diktion), Thomas Berau als halbstarker Landsknecht mit faszinierendem, fast übermächtigem Bariton ohne Grenzen, Jonathan Stoughtons von Askese und Selbstkasteiung geprägter Einsiedel (schöne, kompakte Tenorstimme) sowie die kongeniale Wirkung von Uwe Eikötters Charakterstimme als Gouverneur und Marcel Brunners kernigem Bass als Hauptmann. Das ist alles schon wirklich sehr, sehr gut und verdient den rauschenden Endbeifall.« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Getragen wird sie [Astrid Kessler] aus dem Graben aber auch vom plastisch aufspielenden Orchester unter dem fein justierten Dirigat Johannes Kalitzkes. Ein expressives Soundrelief entsteht, schmissige Tanzrhythmen, introvertierte, psychologische Farbklänge, fassbare Melodik und modernistische Dissonanz lassen ein volksnahes Panorama der Musik entstehen, die sich den Ansprüchen der damaligen Avantgarde (zu Recht?) verweigerte.« (Mannheimer Morgen, 14.06.2021)

 

»Die Musik? Erstaunlich unsentimental auf den Punkt zusteuernd. Unglaublich melodiös trotzdem. Vielfalt auf engstem Raum.« (Die Rheinpfalz, 14.06.2021)

 

»Dem Nationaltheater-Orchester gelang es unter der Leitung von Johannes Kalitzke, gerade in den ruhigen Momenten, mit einem fragil-warmen Ton oder entrückten Choralmelodien, Klang regelrecht zu erzaubern.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 18.06.2021)