Opernhaus

Don Giovanni

Wolfgang Amadeus Mozart Premiere: Sa, 14. Juli 2018
in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Um Gott und Welt, Liebe und Sex, um Schuld und Strafe und den ganzen Rest geht es in »Don Giovanni«, uraufgeführt 1787 im Gräflich Nostitzschen Nationaltheater in Prag. Für den »Mannheimer Sommer« wurde Mozarts Meisteroper zum Anlass eines Regiewettbewerbes.

Die 27-jährige Russin Ekaterina Vasileva und ihre Bühnen- und Kostümbildnerin Sonya Kobozeva setzten sich unter 50 Einreichungen aus sieben Ländern durch; es ist ihre erste Produktion in Deutschland. Die Regisseurin hatte das bei weitem ausgefallenste Konzept des Wettbewerbs vorgelegt – ein Konzept, das in gewissem Sinne die Grenzen von Vernunft und gutem Geschmack sprengt. Denn Vasileva stellt den komödiantischen Aspekt von Mozarts Werk in den Mittelpunkt und entwirft dafür eine grotesk überzeichnete und disproportionierte Welt. Die im Stück angelegten Männer- und Frauenbilder werden comicartig vergrößert und zur Grundlage einer Dramaturgie der Überraschungen und Bosheiten gemacht. Assoziationen an die Wilde Malerei der Achtziger oder die surrealen Welten eines Charms oder Bulgakow drängen sich auf. Menschliche und tierische Körper werden zum gigantischen Baumaterial einer Bühnenwelt, die zugleich psychischer Innenraum und abstrakte Kunstwelt ist. Musikalisch wiederum liegt dieses Körper- und Welttheater bei unserem Generalmusikdirektor Alexander Soddy in allerbesten Händen.

 

Dauer: ca. 3 Stunden, inkl. einer Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung 

»Ein explodierendes Unterhaltungstheater. Ein Theater in einer komikhaften Wegwerf-Ästhetik. Diese Konzeption stiehlt der Musik nicht die Schau. Sondern diese wunderbare Übertreibung als Prinzip versteht es, sich sehr listig in die Nischen dieses Dramma giocoso einzunisten […] das hat Witz.« (SWR2, 16.07.2018)

 

»Perfekt macht den Riesenerfolg auf musikalischer Seite das großartige und homogene Solistenensemble. […] Amelia Scicolone als Zerlina mit zauberhafter Stimme und präsentem Spiel. Mit großer Stimme, dramatischem Ausdruck und subtiler Gestaltung in makelloser Intonation glänzte Estelle Kruger in der Rolle der Anna. Als Elvira bewies Ludovica Bello expressive stimmliche Kraft. Als Don Giovanni gab Nikola Diskic sowohl darstellerisch wie gesanglich ein überzeugendes Rollendebüt. Juraj Holly war gesanglich absolut kein blasser Ottavio. Ein kraftvoller Leporello war Partick Zielke, der in der Registerarie mit Ironie nicht sparte. Stimmlich machtvoll sang Sung Ha den Komtur. Als Masetto schließlich gab Philipp Alexander Mehr rollendeckend und überzeugend den tölpelhaften Bauernburschen […] ab.« (Bachtrack, 17.07.2018)

 

»Amelia Scicolones Zerlina phrasiert kultiviert, singt und spielt beseelt und bleibt stilistisch nicht im Soubrettenbereich hängen. Und Nikola Diskic entwickelt als Don Giovanni nach und nach immer mehr Glanz und packende Kraft. Auch Zielkes Stimme überzeugt in der Partie.« (Mannheimer Morgen, 16.07.2018)

 

»Entstanden ist eine vor allem unterhaltsame Aufführung, die aber auch einen ungewohnten Blick auf die Oper präsentiert. Vasileva und Kobozeva erzählen die Handlung aus der Perspektive des Titelhelden.« (Bachtrack, 17.07.2018)

 

»Nikola Diskic sieht aus der Ferne ein bisschen wie Sting aus und ist in seinem Rollendebüt stimmlich so kultiviert wie in den geschmeidigen Bewegungen. Sein Diener Leporello, Patrick Zielke, flankiert ihn als gutmütiger Purzel mit Pudelmütze. Leporellos Leporello zur kernig vorgetragenen Frauen-Sammlungs-Arie: Dessous. Agil auch die Frauen. Estelle Kruger als Donna Anna, Ludovica Bello als Donna Elvira und Amelia Scicolone als Zerlina bilden ein farblich abwechslungsreiches Sopranistinnentrio. Für all das gab es großen Apllaus.« (Frankfurter Rundschau, 17.07.2018)

 

»Die musikalische Seite glückte an diesem Abend in vollem Maße, ja begeisterte geradezu. Das Mannheimer Opernorchester spielte bestens einstudiert, ungemein inspiriert und klangschön. GMD Alexander Soddy arbeitete die Dramatik der Musik wirkungsvoll heraus. Spannend gestaltete er die Steigerungen, betonte die wechselvolle Dynamik mit markanten Sforzati und Crescendi, bildete großartige Linien heraus. So gewann die Musik Transparenz und Volumen.« (Bachtrack, 17.07.2018)

 

»In Gesang und Darstellung erweisen sich Amelia Scicolone und Philipp Alexander Mehr als ideal besetztes Paar Zerlina/Masetto. Filigran und beweglich im Klang, lebendig pulsierend in der Rhythmik steuert das Orchester des Nationaltheaters unter der Leitung von Alexander Soddy einen ausdrucksvoll stimmigen Mozart bei.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.07.2018)