Opernhaus

Jolanthe

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Lyrische Oper in einem Akt. Konzertante Aufführung.
in russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Ein prachtvoller Schlossgarten in der sonnigen Provence, reife Früchte, Mädchenchöre und Lachen: Die Welt von Prinzessin Jolanthe gleicht einem Traum. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass er ein Trugbild ist. Eine dicke Mauer und ein verschlossenes Tor umgeben diesen Garten, zu dem der Zutritt bei Todesstrafe untersagt ist.

Der Einakter Jolanthe entstand 1891 und ist die letzte Oper Tschaikowskys. Im Jahr seines Todes erlebte der Komponist noch die deutsche Erstaufführung in Hamburg, die von Gustav Mahler dirigiert wurde. Seither ist die Liste der szenischen Aufführungen kurz geblieben. An der Musik liegt es nicht, denn diese gehört zu den farbenreichsten in Tschaikowskys Oeuvre: Ein idealer Fall für eine konzertante Aufführung am NTM. Benjamin Reiners ist mit seinem energetischen und sensiblen Dirigat prädestiniert für das Werk.

Vielleicht beruht die Wirkung der Komposition ja auf der Nähe des Komponisten zur Geschichte der Jolanthe, die auf einem Versdrama des Dänen Henrik Hertz fußt. Schließlich war auch Tschaikowskys Leben von einem Geheimnis geprägt – dem um seine Homosexualität. Anders als bei ihm selbst kommt bei Jolanthe am Ende die Wahrheit ans Licht: Ein medizinischer Eingriff schenkt ihr das Augenlicht und die bedrückenden Geheimnisse lösen sich in Liebe auf.

 

Dauer: 1 Stunde und 30 Minuten

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Zu ihrer Stückwahl sind die Verantwortlichen der Mannheimer Oper hier zu beglückwünschen. Mit Tschaikowskys letzter, ein knappes Jahr vor seinem Tod uraufgeführten Oper „Jolanthe“ haben sie einen zu Unrecht vernachlässigten Geniestreich zur Diskussion gestellt […].« (Rheinpfalz, 27.01.2018)

 

»In Benjamin Reiners fand das Meisterwerk einen beredten Anwalt am Pult. Der Dirigent führte den Apparat umsichtig, mit sicherer Hand und stand für ebenso gepflegtes wie angespanntes Musizieren ein. Auch zeigte Reiners waches Gespür für Detailfeinheiten der Partitur, die er mit dem konzentriert spielenden Nationaltheater-Orchester und dem von Dani Juris einstudierten exzellenten Chor plastisch freilegte.« (Mannheimer Morgen, 27.01.2018)

 

»Das Liebespaar ist bei Astrid Kessler mit ihrem kontrolliert und kultiviert geführtem Sopran und dessen fein schattiertem Timbre sowie bei Sergey Skorokhodov in besten Händern. Besonders auch Skorokhodov begeistert mit einem gesunden Tenor, der trotz hoher Strahlkraft in der Spitze und im Forte immer angenehm rund und formschön bleibt. Im zentralen Duett der beiden […] werden [die Stimmen] zu einem berauschenden Amalgam, das im finalen Spitzenintervall (g-h) physische Reaktionen auslöst – ganz große Oper.« (Mannheimer Morgen, 27.01.2018)

 

»Überragend gestaltete Astrid Kessler die Titelpartie, steigerte sich im Verlauf des Abends ebenso wie sie die Figur Emotionen gewinnen ließ. Sie verlieh ihrer Stimme wunderschöne Leuchtkraft, berückend in den ätherischen, ins Jenseitige anklingenden Kantilenen.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 27.01.2018)

 

»Aber auch die anderen tragen zum musikalisch exzellenten Abend bei. Selten hat man Bartosz Urbanovicz (König) so perfekt gehört und Jorge Lagunes (Robert) so leidenschaftlich, und auch Valentin Anikins Bass (Arzt) wird immer größer und brillanter […]. Besonders Milcho Borovinov (Bertrand), aber auch Joshua Whitener, Lucie Hilscherová, Ji Yoon und Iris Marie Sojer runden diesen am Ende bejubelten Abend ab.« (Mannheimer Morgen, 27.01.2018)