Opernhaus

Norma

Vincenzo Bellini Premiere: Sa, 14. Oktober 2017
Oper in zwei Akten
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Mit dem Opernchor

Markus Bothes Heimkehr des Odysseus war der absolute Überraschungserfolg der Spielzeit 2016/2017. Er machte mit einer Inszenierung der einfachen, starken Theatermittel die Mannheimer zu Monteverdi-Fans. Man darf also gespannt sein, wenn er sich an Bellinis Tragödie um die keltische Oberpriesterin Norma wagt – immerhin ist diese Oper so etwas wie das Herzstück des Belcanto. Im Mittelpunkt steht hier eine Frau, die sich in einem von den Römern besetzten Land in einen Konflikt zwischen Pflicht und Gefühl verstrickt und schließlich daran zerbricht.

Die deutsch-amerikanische Sopranistin Miriam Clark, die bereits als Aida das Mannheimer Publikum begeisterte, wird sie unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Benjamin Reiners verkörpern. Bellinis Musik sorgt für Rauschzustände: Wo Rossini vor Witz sprüht, lassen Bellinis weitgespannte melodische Bögen eine Aura meditativer Versenkung und Sehnsucht entstehen. Bei seiner Norma gab sich Bellini außergewöhnlich viel Mühe, so soll er seine berühmte Arie »Casta Diva« neun Mal entworfen haben, bevor er die Fassung hatte, die 1831 in der Mailänder Scala über die Bühne ging. – Ob das nun eine Legende ist oder nicht, wagen wir nicht zu entscheiden. Das Ergebnis allerdings spricht für sich!

 

Dauer: ca. 3 Stunden

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

Miriam Clark ist eine ganz außergewöhnliche Norma. Sie verkörpert von Beginn an eine zerrissene, von ihrem schlechten Gewissen ebenso wie von ihrer grenzenlosen Liebe getriebene Frau. […] Die berühmte »Casta Diva«-Cavatine im ersten Akt gestaltet sie mit einer unfassbaren Intensität. Manche Töne scheinen völlig entrückt, zeit- und weltenthoben. Ganz große Oper. (Rheinpfalz, 16.10.2017)

 

Wie schon in seinem Mannheimer Ulisse erzählt Bothe mit ruhiger Hand. Klar. Konzentriert. Minimalistisch. (Mannheimer Morgen, 16.10.2017)

 

Neben Clark funkelt da auch Julia Faylenbogens Adalgisa-Mezzo in schönsten Farben und Formen. Irakli Kakhidze überzeugt gleich bei seinem ersten offiziellen Auftritt mit der strahlend-optimistischen C-Dur-Kavatine »Meco all’altar di venere«. (Mannheimer Morgen, 16.10.2017)

 

[Benjamin Reiners] setzt mit Orchester und Chor auf elegant anmutende Elastizität, die stilistisch noch mit einem Bein in der Klassik steckt und damit der Entstehungszeit 1831 Rechnung trägt. Das hat alles Hand und Fuß und klingt fein ziseliert, tänzerisch und doch immer wieder psychologisch tief und erschütternd. Was für ein Auftakt in die neue Opernsaison! Ein Triumph. (Mannheimer Morgen, 16.10.2017)

 

Miriam Clark gibt der Titelpartie eine ganz eigene Wahrheit und Unmittelbarkeit. Die junge lyrische Sopranistin ist nicht die stolze, wütende und rächende Hohepriesterin, sondern eine sanftmütige, liebende Frau, welche die Liebe sucht und lieber sich selber opfert, als andere ins Unglück zu stürzen. […] Ebenso sanft und innig wie ihre Darstellung ist auch ihr Gesang. Erlesene Piano- und Pianissimo-Linien lässt sie klangschön fluten, ganz nach innen genommen in Ausdruck und Ton. Blitzsaubere Kantilenen ließ Miriam Clark schweben, reicherte sie immer mal gerne an mit zarten Koloraturen. Ein ätherischer Gesang, der nicht selten himmlische Dimensionen ihrer Partie anklingen ließ. (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.10.2017)

 

Sehr wohlklingend sang der Nationaltheaterchor (von Dani Juris einstudiert). Benjamin Reiners am Pult des Nationaltheater-Orchesters dirigierte einen dynamisch entflammten Bellini, ließ es an Feuer ebenso wenig fehlen wie an sublimer Lyrik und klanglicher Feinzeichnung. Großer Premierenerfolg, einhellige Begeisterung. (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.10.2017)