Studio Werkhaus

Adana liebt Breslau

Akın E. Şipal Premiere: Fr, 16. Juni 2017
Eine Lecture Performance

»Prof. Gerhard Fricke, Professor für Germanistik an der nationalsozialistischen Reichsuniversität Straßburg und Brandredner in Göttingen, erneuert nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs 1950 die Fakultät für deutsche Philologie an der Universität Istanbul, bevor er nach Deutschland zurückkehrt, um in Mannheim und Köln zu lehren. Er ermutigt meinen in Adana geborenen Großvater, über Friedrich Schillers Don Karlos zu promovieren. Zu diesem Zweck empfiehlt er ihn für ein Promotionsstipendium, mit dem er 1956 nach Münster kommt und dort meine aus Breslau stammende Großmutter kennenlernt. Aus den Istanbuler Jahrgängen, die bei Fricke studierten, ging eine Vielzahl von Autoren und Übersetzern hervor, deren Schaffen die Türkei bis heute prägt, darunter auch mein Großvater Kamuran Şipal.« — Akın E. Şipal

 

In einer Mischung aus Lecture Performance und Videoessay wird eine türkisch-schlesische Familienbiografie skizziert, die von Unwahrscheinlichkeiten nur so wimmelt. Was bedeuten Deutschsein oder Türkischsein in einem Zusammenhang, in dem der Faschismus unbeabsichtigt Brücken schlägt?


Akın E. Şipal, 1991 in Essen geboren, ist in der Spielzeit 2016 / 2017 Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Hier wurden seine Stücke Santa Monica und Kalami Beach zur Uraufführung gebracht. Neben seiner Arbeit für das Theater ist er als Drehbuchautor tätig.

 

Dauer: ca. 1 Stunde

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