Studio Werkhaus

Mischpoke

Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden
Eine jüdische Chronik von damals bis heute

Regie David Benjamin Brückel
Text und Dramaturgie Dagrun Hintze
Bühne und Kostüm Jeremias Böttcher
Musik Ketan Bhatti, Vivan Bhatti

Mit Nataliya Berinberg, Nichame Eselevskaya, Thomas Feske, Joshua Lautenschläger, Faina Lyubarskaya, Felix Lehle, Thomas Pfüller, Ehud Roffe, Katja Schindler, Guliko Zimmering

 

Woran denken wir, wenn wir das Wort „Jude“ hören? An den Schrecken des Holocausts. Den scheinbar unlösbaren Nahost-Konflikt. Vielleicht auch an antisemitische Parolen aus jüngster Zeit. Doch jüdisches Leben in Deutschland lässt sich nicht auf die Erfahrung von Verfolgung und Gewalt, von erzwungener Migration und zerrissenen Biografien reduzieren. Auch nicht auf Klezmer-Konzerte oder Schtetl-Folklore.
Zehn Dresdner Juden aus verschiedenen Generationen und Herkunftsländern gehören zur Mischpoke, die sich unterm Dach der Bürgerbühne zusammengefunden hat. Der Begriff stammt aus dem Jiddischen und bedeutet „Familie“, „Clan“ oder „eingeschworene Gemeinschaft“.
In Form einer Chronik der etwas anderen Art bringen ihre Mitglieder die Vielfalt und Widersprüchlichkeit jüdischer Identität auf die Bühne. Autorin Dagrun Hintze und Regisseur David Benjamin Brückel haben zu diesem Thema recherchiert und zahlreiche Interviews geführt. Auf Grundlage des so gewonnenen Materials entstand ein Theaterstück, das die jüdische Redensart „Zwei Juden, drei Meinungen“ im Hier
und Heute bestätigt: Religiös und weltlich zeigt sich jüdische Identität in Mischpoke, politisch engagiert und anarchistisch, schrill und melancholisch, konvertiert und
kabbalistisch. Masel tov!

 

“Two Jews, three opinions”, goes the Jewish saying. Ten Jewish men and women from different generations and countries of origin belong to the mischpocha (extended family) of the Bürgerbühne Dresden. Going against the usual stereotypes, they bring the multiplicity and contradictions of Jewish life and identity throughout history to the stage: they are both religious and secular, politically engaged and anarchic, loud and melancholic, converted and cabbalistic. Mazel Tov!

 

Die Bürgerbühne ist seit der Spielzeit 2009/2010 eine feste Sparte des Staatsschauspiels Dresden. Jedes Jahr treten hier ca. 400 Bürger aus Dresden und der Region auf. Die fünf Inszenierungen pro Saison werden wie jede andere reguläre Produktion des Hauses konzipiert, organisiert und finanziert, d. h. professionelle Regieteams übernehmen die künstlerische Leitung und sämtliche Abteilungen des Hauses unterstützen die Planung und Durchführung. Die Inszenierungen sind fest im Repertoire verankert. Daneben gibt es an der Bürgerbühne Spielclubs, bei denen theaterpädagogische und psychosoziale Aspekte sowie die Vermittlung von Kunst im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Sonderformate wie z. B. Culture Clash – Das Bürger Dinner ergänzen die Palette der Produktionen. Im Mai 2014 fand das 1. Bürgerbühnenfestival in Dresden statt.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause
Eintritt: € 15,– (erm. € 8,–)

Während der Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.