Schauspielhaus

Die Lücke

Schauspiel Köln
Ein Stück Keupstraße
von Nuran David Calis

Regie Nuran David Calis
Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Amelie von Bülow
Musik Vivan Bhatti
Video Sterntaler Film
Dramaturgie Thomas Laue

Mit Simon Kirsch, Thomas Müller,
Annika Schilling sowie Ismet Büyük,
Ayfer Sentürk Demir, Kutlu Yurtseven

 

Am 9. Juni 2004 verletzte eine auf einem Fahrrad montierte Nagelbombe in der Kölner Keupstraße 22 Menschen zum Teil schwer und zerstörte zahlreiche Geschäfte. Ziel des feigen Anschlages waren die Menschen, die in der vor allem türkisch geprägten Straße lebten, und mit ihnen das Lebensmodell einer offenen Gesellschaft. Verübt wurde der Anschlag, wie sich 2011 herausstellte, vom rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), doch Polizei und Politik schlossen sieben Jahre lang einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Stattdessen rückten die Anwohner selbst ins Zentrum der Ermittlungen: Die eigentlichen Opfer des Anschlages wurden zu potentiellen Tätern.
Regisseur Nuran David Calis hat ein Jahr lang immer wieder Anwohner und Geschäftsleute getroffen und sie gefragt, wie sie den Anschlag und die Zeit danach erlebt haben. Aber er hat auch nach den Geschichten der Keupstraße von heute gefragt, und danach, wie sich das Leben im Laufe der Jahre dort verändert hat. So entsteht ein Bild der Keupstraße aus der Sicht der Menschen, die dort leben. Und es wird erzählt von ihnen selbst: Anwohner und Geschäftsleute stehen gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne.

 

On 9th June 2004, a nail bomb attached to a bike injured 22 people, some of them seriously, and damaged numerous shops and businesses in Keupstraße in Cologne. Director Nuran David Calis met up regularly with its residents and business owners over the course of a year and asked them how they experienced the attack and the aftermath, as well as how their lives had changed as a result. This has produced an impression of Keupstraße from the perspective of the people who live there, who tell their stories themselves, appearing alongside the actors on stage.

 

Tarih 2014´ün 9 Haziranını gösterdiginde, bir bisiklete monte edilmiş bomba, Köln´ün Keup Caddesinde patlar. Bu patlama sonucu 18 kişi ağir yaralanır ve sayısız iş yerleri tahrip olur. Bu korkak saldırının hedefinde coğunluğu türk nüfusun yaşadığı toplumdur. 2011 yılında bu hunhar saldırının arkasinda´ki karanlık vicdanların Nasyonal Sosyalist Yeraltı (NSU) olduğu ortaya cıkar. Fakat 7 yıllık zaman zarfı icinde Devlet, Polis ve Politika bu olayın aydınlanmaması icin elinden geleni yapar ve bu suikastın ırkcı bir arka planı olduğunu kamuyoundan gizler. Bu yetmez´miş gibi, bu olayin kurbanları bir anda kendilerini Devlet tarafından suçlu duruma getirirler ve haklarinda soruşturmalar açılır.
Bugün´e geldiğimizde, bu insanlık dışı olayın ardından 10 yıl gecmis durumundadir ve Münih kentinde NSU davası görülmektedir. Usta Tiyatro ve Sinema yönetmeni Nuran David Calış bu olayı tiyatro sahnesine taşıyabilmek için 1 sene boyunca Keup Caddesini ve orada yasayan vatandaşlar ile ilgilenir. Onlarin bu olayın ardından yaşadıklarını, duygularını ögrenmeye calışır. Usta yönetmen, bu saldırının sadece Türk vatandaşlarına yönelik olmadigini, asil hedefin Alman-Türk dostlugunun oldugunu tiyatro sahnesine taşır. Nuran David Calış´ın bu eserinde, profesyonel oyuncularla birlikte, saldırıyı yasamış Türk tanıkları da rol alırlar. Ve Keupstrasse´nin hikayesi tüm tiyatro sevenlerle Mannheim Devlet Tiyatrosunda seyirciyle buluşur.

 

Begründung der Jury

Auf der Bühne sind drei Schauspieler und drei Bewohner der Keupstraße. Drei Deutsche sitzen neben drei türkischstämmigen Migranten. Nuran David Calis konfrontiert die Schauspieler der bürgerlichen Mitte mit der Authentizität der Laien und stellt fiktiven Wahrheiten dokumentarische Fakten gegenüber. Eindringlich erzählen die Betroffenen des Nagelbombenanschlags von tief empfundenem Unrecht und ihrem Misstrauen gegenüber unserem Rechtsstaat. Zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und diesen „Experten des Alltags“ klafft seitdem eine Lücke.

 

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW

 

Dauer: 2 Stunden, keine Pause
Eintritt: € 20,- /15,- (erm. € 8,-)

 

„Wie viel Erkenntnisbereicherung und Wirkungssteigerung das Zusammengehen von Laienspiel und professioneller Theaterarbeit einbringen kann, beweist eindrucksvoll der Beitrag des Schauspiels Köln beim Bürgerbühnen-Festival am Nationaltheater Mannheim. […]

Aus dem stummen Blickkontakt zu Beginn entwickelt sich rasch eine lebhafte, manchmal komische, gelegentlich auch recht heftige Auseinandersetzung, die große Gegensätze nicht kleinredet, aber auch Hoffnung auf Annäherung zulässt. […]“ (Rhein-Neckar-Zeitung, 26. März 2015)

„Betroffen schweigen die Zuschauer einen Moment lang, dann brandet der Beifall auf.“ (Mannheimer Morgen, 27. März 2015)