Schauspielhaus

1984

George Orwell in einer Theaterfassung von Alan Lyddiard Premiere: Sa, 25. November 2017

1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Schilderung der ständigen Überwachung, die uns heute beunruhigt, sondern die genaue Analyse der Manipulierbarkeit von Wahrheit. »Neusprech«, eine staatlich verordnete Ausdrucksweise, soll abweichendes Denken unmöglich machen. Zwei plus zwei ergibt eben manchmal fünf – »Doppeldenk« sei Dank!


Während der Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

 

Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

Gerade die Reduktion ist eine der Stärken dieser gelungenen Inszenierung. Schmiedleitner zeigt Orwells Roman mehr als inneren Konflikt seines Helden. (SWR 2, 26.11.2017)

 

Benjamin Pauquet zeigt [Winston] zu Beginn als von Vernunft und Menschlichkeit geleiteten Normalo, der um ein bisschen Würde und Privatheit ringt, der aber über der Aussichtslosigkeit seines Tuns zunehmend in den Wahnsinn treibt. Michael Fuchs als mephistophelischer O’Brien, Celina Rongen als verführerisch-toughe Julia und die anderen Figuren sind fast immerzu präsent, wenn sie nicht mitspielen als interessierte Beobachter. (Rheinpfalz, 27.11.2017)

 

Boris Koneczny tut sich darstellerisch in der Rolle des Parsons als besonders agiler Denunziant hervor, der stolz von den Abhörkünsten und gewalttätigen Heldentaten seiner Kinder berichtet. […] Michael Fuchs [hält] als charmant-jovialer O’Brien in Idealbesetzung die ideologischen Fäden in der Hand […] und [wird] zum Folterknecht im Lackschuh. (Mannheimer Morgen, 27.11.2017)

 

In Georg Schmiedleitners Inszenierung von 1984 besteht das Bühnenbild aus einem Drehkreuz – meterhoch und ganz in schwarz drehen sich die Wände über die Bühne, grenzen das Feld für die Schauspieler ein, die mitunter Mühe haben, dieser unerbittlichen Maschine zu entkommen. Bühnenbildner Florian Parbs hat mit dieser Maschine ein gelungenes Symbol geschaffen für den totalitären Staat, der Gehorsam, sogar Liebe, verlangt. (SWR 2, 26.11.2017)

 

Entstanden ist ein gut 100-minütiger Abend über Orwells erschreckende Zukunftsvision, intensiv gespielt von einem sechsköpfigen Ensemble plus Statisterie. (Rhein-Neckar-Zeitung, 27.11.2017)