Schauspielhaus

Das große Feuer (UA)

Roland Schimmelpfennig Premiere: So, 22. Januar 2017

Es spielen Mitglieder des Nationaltheaterorchesters.

Zwei Dörfer liegen am Bach im Tal, aneinandergeschmiegt, wie Zwillinge im Bauch der Mutter. Auf der einen Seite des Bachs wächst Wein, auf der anderen weiden Kühe, Pferde und Schafe. Der Sommer bringt Hitze und Dürre, Sturm und Regen. Aber nur das Dorf am Ochsenufer wird überschwemmt und von Krankheit und Tod heimgesucht. »Wie kann das sein?«, fragt der Lehrer, »in diesem Sommer ist einfach nichts gerecht verteilt.« Während an einem Ufer die Toten begraben werden, verwandelt am Winzerufer der Müller seine Mühle in ein Wochenendausflugslokal. Als im Frühjahr am Ochsenufer ein großes Feuer ausbricht und die Felder verwüstet, steigen die Überlebenden in ein Boot, um das andere Ufer zu erreichen. Doch der Fluss ist jetzt so breit wie ein Meer …

 

Roland Schimmelpfennig beschreibt, wie aus Freunden Feinde und aus Nachbarn Fremde werden, wie Naturkatastrophen die Welt in Arm und Reich teilen und Ungerechtigkeit entsteht.

 

Roland Schimmelpfennig, geboren 1967 in Göttingen, ist der meistgespielte Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Bisher wurden von ihm Das schwarze Wasser und An und Aus am Nationaltheater gezeigt. Mit Das große Feuer hat er ein weiteres Auftragswerk für Mannheim geschrieben.

 

Wir danken dem Dorint Kongresshotel Mannheim für die freundliche Unterstützung.

 

Dauer: 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»Schauspiel-Intendant Burkhard C. Kosminski als Regisseur und Schimmelpfennig als Autor: Sie sind ein eingespieltes, kongenial arbeitendes Team. Sie können Geschichten so erzählen, wie es eben nur das Theater kann: poetisch, unaufgeregt, direkt, mit starken, expressiven Bildern.«

(Nachtkritik, 23.01.2017)

 

»Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von der Inszenierung [...] Besonders die Schauspielerin Nicole Heesters (79) beeindruckte in ihrer ersten Gastrolle in dem Haus seit sechs Jahren.«

(dpa, 23.01.2017)

 

»Nicole Heesters, eine wunderbar Kitsch-freie und dennoch mitfühlende Erzählerin, lässt in unserer Vorstellung die Geschichte zweier Dörfer diesseits und jenseits eines Baches entstehen.«

(Deutschlandfunk, 22.01.2017)

 

»[...] stimmungs- und wirkungsvoll lassen zehn Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters Vivaldis "Vier Jahreszeiten" [...] erklingen, wobei Hans Platzgumer gelegentlich mit eigenen Soundeffekten impressionistisch dagegensteuert.

Der märchenhafte Ton hat stets etwas Schwebendes, Leichtes. Obwohl der Plot simpel gestrickt zu sein scheint, erzählt "Das große Feuer" viel von den Gefahren sozialer Kälte, populistischer Ausgrenzung oder eines präsidial verordneten Egoismus’, der mit Parolen wie "America first" durch die Weltgeschichte zu poltern beginnt. Dass all dies in Schimmelpfennigs Text enthalten ist, macht seinen großen Wert aus.«

(Rhein-Neckar-Zeitung, 24.01.2017)

 

»Kosminski nimmt das Stück, wie es ist, will in keinem Moment klüger, tiefsinniger oder politischer sein als sein Autor. Und er findet die perfekte Form, diesen poetischen Text in seiner gleichnishaften Simplizität zu belassen. [...] acht Schauspieler vollbringen dieses Wunderwerk, sind Bühnengestalter, Geräuschemacher und eilen im fliegenden Wechsel durch das bunte Figurenarsenal.«

(Die Rheinpfalz, 24.01.2017)

 

»Vivaldis [...] "Vier Jahreszeiten" werden unter Justo Valdés (und vor allem der Ersten Violine von Philipp von Piechowski) zur gefühligen Begleitspur für Schimmelpfennigs vierteilige Märchenballade«

(Mannheimer Morgen, 24.01.2017)

 

»[...] großartig wie Hannah Müller den Bogen von unbefangener Zärtlichkeit zu entfesselter Verzweiflung schlägt: Auftakt des Abgesangs, den Nicole Heesters mit abgrundtiefer Hoffnungslosigkeit auskleidet, bevor er in den Satz mündet „Das Boot treibt / auf dem offenen Meer." Starker Applaus für einen starken Abend.«

(Badische neueste Nachrichten, 26.01.2017)

 

»Fantasievoll inszeniert, eindringlich gespielt«

(Echo online, 26.01.2017)