Schauspielhaus

Du (Norma) (UA)

Philipp Löhle Premiere: Sa, 12. November 2016

Am Anfang schuf Gott die Frau. Als »Hilfe« für den Mann. Ohne ihr die leiseste Erklärung mitzugeben, was das alles soll und ohne sie ihre äußeren Umstände selbst wählen zu lassen. Und so wird auch Norma in eine Familie hineingeboren, in die sie vielleicht gar nicht wollte, und in einen Körper, der ihr meistens wehtut. Ihr Vater kann nicht so mit Mädchen. Die Jungs erklären ihr, dass sie nicht mit einem Mädchen spielen können. Ihr Bruder bietet sie gegen eine Dose Whiskey-Cola seinen Kumpels an. Die Männer wollen alle immer nur das Eine...

Philipp Löhle erzählt das Leben seiner Protagonistin Norma von der Geburt an als irrwitzig-rasante Achterbahnfahrt. Immer wieder fragt sich Norma: Was soll das alles? Hat bei der ganzen Sache hier überhaupt mal jemand an mich gedacht?

Mit großem Spielspaß werfen sich vier SchauspielerInnen in Normas Welt, proben den Widerstand gegen ein konstruiertes Leben voller Zumutungen und überprüfen, was es bedeuten kann, Frau zu sein.

 

Du (Norma) ist nach Du (Normen), 2013 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt, der zweite Teil der »Dulogie« des ehemaligen Hausautors Philipp Löhle (Spielzeit 2011/2012).

 

Jan Philipp Gloger hat u. a. bei den Bayreuther Festspielen, in Berlin, Dresden, Zürich und Amsterdam Oper und Schauspiel inszeniert und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

 

Dauer: ca 3 Stunden, inkl. 1 Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Die Inszenierung verwendet Stroboskoplicht.

Jan Philipp Gloger inszeniert Löhles Rutschbahn des Lebens ohne hetze, ohne falsches Sentiment. Mit Hannah Müller ist ihm ein richtiger Besetzungscoup gelungen. Eine ideale Norma. Sie ist in der Lage, große Gefühle oder gallige Bitternis in auch nur kleinsten szenischen Momenten zu transportieren. (Die deutsche Bühne, 14.11.2016)

 

In Mannheim wechseln Sabine Fürst, Fabian Raabe und Matthias Thömmes in Highspeed von einer zur nächsten Rolle. Im Zentrum steht aber immer die unglaublich spielstarke Hannah Müller, eine Norma, die alle Schattierungen einer Frau auskostet, die eigentlich weiß wo es langgeht, dann aber doch nicht willensstark genug ist, um die Freiheit zu leben, die sie meint. (Die Rheinpfalz, 14.11.2016)

 

Die komplex verzahnte Erzähl-, Spiel- und Figuren-Dynamik meistern Fürst, Raabe und Thömmes bravourös, und Hannah Müller setzt Normas schmerzliche Schwäche und Ohnmacht brillant in Szene. »Norma« hat durchaus viel Komik und reichlich Irrwitz bei gleichzeitiger größtmöglicher Abgründigkeit. Das ist plakativ, aber man kann sich der Kraft und Intensität dieser Inszenierung gleichwohl nur schwer entziehen. (Mannheimer Morgen, 14.11.2016)