Schauspielhaus

Herrinnen (UA)

Theresia Walser Premiere: Mi, 29. Oktober 2014

Bei einer Preisverleihung treffen fünf Frauen zusammen. Sie alle sollen den „Preis für weibliche Lebensleistung“ erhalten. Von der disziplingestählten Managerin, die im Jahr 185 Tage unterwegs ist und dabei vier Kinder hat, bis hin zu Brenda, der Mathematikerin, die im früheren Leben einmal Bernd hieß: unterschiedlicher könnten die fünf Frauen nicht sein. Aus der anfänglichen Enttäuschung, dass man hier wieder nur als „Geschlechtskränzchen“ eingeladen wurde, entzündet sich unter den Damen der Wettstreit, wer den höchsten Preis zahlen musste, um überhaupt so weit zu kommen.

Nach Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel ist Herrinnen mittlerweile das sechste Auftragswerk, das die ehemalige Hausautorin Theresia Walser für das Nationaltheater geschrieben hat.

 

Dauer: 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Grandios. Und das hat darüber hinaus Tempo und Witz – und gut gespielt ist es obendrein. So geht Theater! Die Saison kommt in Fahrt. (Allgemeine Zeitung Mainz, 31. Oktober 2014)

Die Dramatikerin Theresia Walser kennt ihre Pappenheimer, die Karrierehyänen des postdramatischen Theaters. Sie begann selbst mal als Schauspielerin; weil sie sich in fremden Texten unwohl fühlte, schrieb sie sich ihre Stücke selbst und stieg zur Königin der gehobenen Komödie auf. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Oktober 2014)


Und da sehen wir – Tusch – die gute Theresia Walser, die anders als Frau Wolf nun tatsächlich existiert und als Autorin virtuos mit einem alten Trick spielt: mit dem Stück im Stück, einem bewährten Komödienverfahren, das seit jeher die Möglichkeit bietet, erheiternd über das eigene Tun im Theater und dem ganzen Betrieb drumherum nachzudenken. […].
Burkhard Kosminski ist kein Mann, der Stücke brutal zertrümmert. Wort für Wort lässt der Aufführungs-Regisseur die Herrinnen vom Blatt spielen, was insofern angebracht ist, Walsers geistreich poetischer Text in dieser Werktreue voll zur Geltung kommt […].
Umgebend von Alltagssprache schießen auf der Mannheimer Bühne nun Metaphern in die Höhe, die sich zu wahren Originalitätsgebirgen vereinen, ohne dabei je ihre eigentliche Bestimmung vergessen zu machen. Treffend kennzeichnen die tollkühnen Sätze die weiblichen Lebensleistungsfiguren, die von Katharina Hauter, Ragna Pitoll, Sabine Fürst uns Sven Prietz souverän gespielt werden. Und eben von Anke Schubert, für deren Luzi das Spiel am Ende definitiv aus ist.
(Stuttgarter Zeitung, 31. Oktober 2014)

Natürlich ist das von der Autorin bössarkastisch gemeint, sie ist eine Meisterin im Pointieren und Ironisieren, eine Komödienspezialistin […] und auch hier, in ihrem sechsten Auftragswerk für das Mannheimer Theater, hat sie gute Sprüche auf Lager. (Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2014)

Kosminskis zurückhaltende Regie konzentriert sich ganz auf die Schauspielerinnen und ihre Wort-Pirouetten. Er setzt die Komödie aufs Gleis und lässt sie dort abschnurren. Theresia Walser gelingt unterdessen mit dem Theater im Theater ein geschickter Kniff: Sie greift aktuelle Diskurse um Frauenquoten und Familienplanung auf, um die Integration Behinderter und den Umgang mit Trans- und Crossgender, reflektiert diese Diskursmoden und ihren häufig so atem- wie gedankenlosen Widerhall im Theater jedoch kritisch – und sogar mit einer Prise Selbstironie. (nachtkritik.de, 29. Oktober 2014)

Die Mannheimer Schauspieler, Ragna Pitoll, Anke Schubert, Katharina Hauter, Sabine Fürst und Sven Prietz, denen Theresia Walser die Figuren auf den Leib geschrieben hat, spielen das alles so verzweifelt komisch wie menschlich anrührend. Und Burkhard Kosminski, der bei der Stückentwicklung seinen Anteil hatte, stellt seine präzise Inszenierung ganz in den Dienst des prächtig funktionierenden Textes. (Die Rheinpfalz, 31. Oktober 2014)

Alles in allem bietet Theresia Walsers bereits sechstes Auftragswerk für das Nationaltheater Mannheim einen flotten und heiteren neunzigminütigen Theaterabend, der ernste Themen locker verpackt ins Publikum befördert. […] – Starker Applaus. (Rhein-Neckar-Zeitung, 31. Oktober 2014)
 

Theresia Walsers Text ist sehr aktuell, witzig, scharfzüngig, mit vielen subtilen Untertönen. Eigenwillig spiegelt sie die aktuellen Diskussionen über Transgender, Behinderte, Tiefkühlföten oder Frauenquoten. (SWR, 30. Oktober 2014)