Opernhaus

Infinite Now (UA)

Chaya Czernowin Premiere: Fr, 26. Mai 2017
Musiktheater. Texte von Can Xue, Czernowin, Perceval, Remarque.
Vielsprachiges Libretto, teilweise übertitelt. Deutschsprachiges Libretto liegt aus.
  • Musikalische Leitung: Titus Engel
  • Inszenierung: Luk Perceval
  • Bühne, Video: Philip Bußmann
  • Kostüme: Ilse Vandenbussche
  • Licht: Mark van Denesse (Gast)
  • Dramaturgie: Luc Joosten
  • Sopran:
  • Mezzosopran: Ludovica Bello
  • Alt:
  • Countertenor: Terry Wey (Gast)
  • Bariton:
  • Bass:

Schauspieler: Roy Aernouts, Benjamin-Lew Klon, Didier de Neck, Oana Solomon, Rainer Süßmilch, Gilles Welinski

Solo-Instrumentalisten: Nico Couck (Gitarre); Yaron Deutsch (E-Gitarre); Christina Meissner, Séverine Ballon (Cello)

Der Krieg ist ein unaufhaltsamer, zerstörerischer Rausch, den kein Bild, kein Wort und kein Klang abbilden können. Mit seinem erfolgreichen Schauspiel Front hat Regisseur Luk Perceval einen Zugriff zu einem der schwierigsten Themen der Bühne gefunden. Erich Maria Remarques Jahrhundertwerk Im Westen nichts Neues überschreibt er mit der Geschichte Belgiens und untersucht die Rolle seines Heimatlandes als Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges.

Die Texte des Schauspiels Front hat er nun in die Hände der israelischen Komponistin Chaya Czernowin gelegt. Behutsam verschmilzt sie Percevals Stück mit der surrealen Kurzgeschichte Homecoming der gefeierten chinesischen Autorin Xue Can und kontrastiert die gewaltsame Geschichte europäischer Männer mit der einer jungen Frau, die Zuflucht am Ende der Welt findet. Unter der musikalischen Leitung von Titus Engel entsteht hier mit sechs Sängerinnen sowie sechs Schauspielerinnen und Schauspielern eine zeitgenössische Oper um die Zentrifugalkräfte der modernen Welt.

 

Dauer: ca. 2 Stunden und 30 Minuten, ohne Pause
Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Ein Kooperationsprojekt von Nationaltheater Mannheim, Kunsthuis Opera Vlaanderen (Gent / Antwerpen) und IRCAM - Centre Pompidou (Paris)

 

Kompositionsauftrag gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

»In der Musik ist bei aller Reduktion des Tonsatzes im Detail unglaublich viel los. Das ist sehr sorgfältig gearbeitet und immer wieder faszinierend, welche Facetten da entstehen.«

(Deutschlandradio Kultur, 18.04.2017)

 

»Der Titel Infinite Now ist für dieses endlose Jetzt gut gewählt. Luk Perceval, der selbst Regie führt, hat für diese Zustandsbeschreibung, die eher lyrische als dramatische Züge trägt, den Sängern und Schauspielern extrem langsame Bewegungen abverlangt. […] Das ist mit großem Geschick, mit Geschmack und Einfühlungsvermögen gemacht und steigert die Ausdrucksfülle der Musik.«

(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

»Infinite Now erfüllt nichts, was ein Musiktheater zu erfüllen hat – und das macht es als Musiktheatererlebnis auch so überwältigend. Es ist, als wären mit der Auflösung definierbarer Figuren und Formen das Körperliche, Emotionale und Irrationale, das in ihnen gefangen, geordnet und begrenzt war, wie aus einem Gefängnis ausgebrochen, um sich im Raum zu offenbaren und neu zu mischen.«

(Neue Zeitschrift für Musik)

 

»Man muss sich einlassen auf diese fremde musikalische Sprache, die Hörgewohnheiten negiert, Geräusche emanzipiert und immer zerbrechlich bleibt. […] Sie ist mühevoll, herausfordernd und auch ermüdend in ihrer Langsamkeit, kann aber auch bis zur Schmerzgrenze gehen in musikalisch extremen Momenten, wenn die hohen Frequenzen zum Tinnitus werden. Dann ist es wieder so still, dass man nur noch den Atem hört – wie im Schützengraben. In diesem unbehausten Terrain kann schon ein einzelner, schlichter Ton von Altus Terry Wey berühren oder eine Gesangslinie von Noa Frenkel Sinn stiften.«

(Badische Zeitung)

 

»An atmosphere of engulfing mystery, of the uncanny, is integral to the power of Czernowin’s conception. "Infinite Now" captures the terror, and the wonder, of discovering that the world you thought you knew has forever changed.«

(The New Yorker)