Geschichte des NTM

Die Anfänge* des Nationaltheaters Mannheim reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Gegründet wurde das Nationaltheater Mannheim bereits 1777 als Schauspielhaus durch Kurfürst Carl Theodor. Ausschließlich in deutscher Sprache zu spielen, galt damals als innovativ. Ein erster Meilenstein in der kontinuierlichen Fortschreibung der Mannheimer Theatergeschichte war die Uraufführung von Friedrich Schillers Drama Die Räuber im Jahr 1782 durch das Ensemble des Intendanten Wolfgang Heribert von Dalberg. Sie begründete den Ruf des jungen Autors und des Nationaltheaters Mannheim. In die Zeit der darüber hinaus existierenden Hofoper um die Mitte des 18. Jahrhunderts fällt die berühmte Mannheimer Schule, bei der europäisch führende Stilrichtungen der damaligen Musik- und Tanzpraxis in einzigartiger Weise zusammengeführt wurden. Nicht nur mit den zweijährlich stattfindenden internationalen Festivals Schillertage seit 1979 und dem Mannheimer Mozartsommer seit 2007 knüpft man an Mannheimer Traditionen an. Das ursprüngliche Hof- und Nationaltheater ging im Jahr 1839 in städtische Verantwortung über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater in B3 zerstört, der Neubau wurde 1957 nach Plänen des Architekten Gerhard Weber am Goetheplatz fertiggestellt. Seit 2013 wird das Haus nicht wie zuvor von einer (General)intendanz, sondern von einem fünfköpfigen Direktorium des Eigenbetriebs Nationaltheater geleitet. Die einzelnen Sparten Oper, Schauspiel, Tanz sowie Junges Nationaltheater werden mit Bedacht und Ideenreichtum weiterentwickelt. Zur bereits 1978 als Schnawwl gegründeten Sparte des Kinder- und Jugendtheaters kamen 2006 die Junge Oper und ab der Spielzeit 2015/2016 der Junge Tanz hinzu. Bei der beständigen Suche nach neuen Spielformen hat das Nationaltheater 2012 sein Angebot mit der Mannheimer Bürgerbühne und der Jungen Mannheimer Bürgerbühne erneut erweitert. 2017 wird der 60. Jahrestag der Eröffnung des Neubaus am Goetheplatz in vielfacher Weise gefeiert werden.



* Vgl. die Ausstellung zur Theatergeschichte in den Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus in C 5. Leiterin der dortigen Abteilung für Theater- und Literaturgeschichte ist Liselotte Homering.