Mit seinem kahlen Kopf, den spitzen Ohren und unheimlichen Krallenfingern ist die Figur des Grafen Orlok zur ikonischen Gestalt des frühen Kinos geworden. Im OPAL ist der Filmklassiker in restaurierter Fassung und Originalmusik von 1922 zu erleben.
Als freie Adaption von Bram Stokers »Dracula« erzählt »Nosferatu« die Geschichte eines Vampirs, der von Sehnsucht nach einer Menschenfrau getrieben, seine abgelegene Burg in den Bergen verlässt und dabei großes Unheil anrichtet. Um den Schrecken filmisch perfekt in Szene zu setzen, war akribisch genaue Vorarbeit nötig: Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau fertigte für jede Kameraeinstellung künstlerische Vorzeichnungen an und brachte gar ein Metronom zum Einsatz, um das Spiel der Darsteller*innen in den von ihm gewünschten Rhythmus zu bringen. Wie nah sich Bildende Kunst, Musik, Theater und Film in der Frühzeit des Kinos sind, wird nicht nur am Untertitel »Symphonie des Grauens« deutlich, auch die Inszenierung der Uraufführung 1922 legt davon Zeugnis ab. So sollte das Publikum in Biedermeierkostümen erscheinen, um ganz in die Atmosphäre des Films eintauchen zu können. An die Vorführung schlossen sich ein Tanzspiel und ein Kostümball an. Auch im OPAL wollen wir mit dieser Kooperation feiern – in diesem Fall das 75-jährige Bestehen des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg.