Als wäre es gestern gewesen

Lieder zum Gedenken an Betroffene rechter und rassistischer Gewalt | von Ayşe Güvendiren

Dauer 1 Std 25 Min

»Als wäre es gestern gewesen« ist eine Sammlung liebevoller Erinnerungen an Betroffene rechter und rassistischer Gewalt: ein Abend, der zum kollektiven Gedenken einlädt, ein Akt der Aneignung von Geschichtsschreibung, eine Feier des Lebens und der Zuversicht, trotz allem.

Unzählige Opfer rassistischer und rechter Gewalt zählt dieses Land. Erinnert werden bestenfalls die Gräueltaten, die sie erleiden mussten, über ihre Lebensgeschichten wissen wir wenig. Was waren ihre Hoffnungen und Sorgen? Worüber haben sie gelacht und geweint, wovon geträumt und wofür gestritten? Die Regisseurin Ayşe Güvendiren fragt, wie ein anderes Gedenken aussehen könnte und stellt die Perspektive von Angehörigen und Überlebenden ins Zentrum: Erlebnisse, die ihnen wichtig sind, werden auf der Bühne weitererzählt. Songs, die sie sich zum Gedenken an ihre ermordeten Liebsten gewünscht haben, werden von Ensemblemitgliedern interpretiert. Denn die Erinnerung lebt!
Lieder von
Sezen Aksu, Selda Bağcan, Tarkan, Phương Vy, Neşet Ertaş, Ferdi Tayfur, Youssou N’Dour, Yiannis Gossios, Lejb Rosenthal, Ahmet Kaya, Barış Manço, Zara, Sagopa Kajmer, Sammy Baker & Adam Schock
Für
Bahide Arslan, İbrahim Arslan, Yeliz Arslan, Sammy Baker, Esther Bejarano, Theodoros Boulgarides, Nguyễn Ngọc Châu, Mouhamed Dramé, Hatice Genç, Hülya Genç, Mevlüde Genç, Saime Genç, Gürsün İnce, Mehmet Kubaşık, Đỗ Anh Lân, Attila Özer, Gülüstan Öztürk, Zeliha Turhan, Rasim Turhan, Tarık Turhan, Enver Şimşek, Ferdane Satır, Ramazan Satır und Ayşe Yılmaz
Wer muss zu Worte kommen? Wer hört zu?
Wie kann es mehr Platz für die Geschichten der Betroffenen geben?
Wie ist es möglich, Allianzen über Raum und Zeit hinweg zu schaffen?
Wie können wir öffentliche Räume umgestalten und anders besetzen?
Wie kann die Herausforderung des Gedenkens nicht nur auf den Betroffenen und den wenigen Verbündeten ruhen? Und wie können wir jene herausfordern, die entscheiden, sich nicht zu erinnern? (Ayşe Güvendiren)
Songlist
Sezen Aksu: Belalım (Mein Liebster)

Selda Bağcan: Denizlerin Dalgasıyım (Ich bin wie Welle des Meeres)

Sammy Baker & Adam Schock: Nothing – Epiphysis (Nichts – Epiphyse)

Neşet Ertaş: Neredesin Sen (Wo bist du nur?)

Yiannis Gossios: Εσύ είσαι μάνα μ' ντο λαρώντ'ς (Du bist Mama, die Heilung)

Sagopa Kajmer: Galiba (Wahrscheinlich)

Ahmet Kaya: Öyle Bir Yerdeyim Ki (Ich bin an einem solchen Punkt)

Ahmet Kaya: Kum Gibi (Wie Staub)

Barış Manço: Yaz Dostum (Schreib nieder, mein Freund)

Youssou N’Dour: Leaving (Verlassen)

Lejb Rosenthal: Mir lebn ejbig (Wir leben ewig)

Tarkan: Şımarık (Frechdachs)

Ferdi Tayfur: Yaktı Beni (Ich brenne für dich)

Phương Vy: Sài Gòn Đẹp Lắm (Saigon ist so schön)

Zara: Sağım Yalan Solum Yalan (Umgeben von Lügen)
Interview mit Ayşe Güvendiren
Herzlichen Dank für die freundliche Förderung der Schauspielerinnen Shirin Ali und Larissa Voulgaris (»Als die Götter Menschen waren«, »Als wäre es gestern gewesen«, »Nathan«) an:

Trailer

Audioeinführung

Besetzung

 
Bühne & KostümeTheresa Scheitzenhammer
DramaturgieFranziska Betz
Pressestimmen
»Lieder, nachdenklich, poetisch, heiter, traurig, kämpferisch, mitreißend. Hauptsächlich gesungen auf Türkisch. Allein, zu zweit, mehrstimmig, begleitet vom Klavier, angereichert mit diversen Instrumenten. Musikalisch einfach bestechend, atemberaubend!« (Mannheimer Morgen, 04.12.2023)

»Ein rundum stimmiger Abend, der lange nachwirkt.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 05.12.2023)

»Ein besonderer Liederabend, der zusammen mit Angehörigen der ermordeten Opfer rassistischer Gewalt entstand. Die Inszenierung am Nationaltheater Mannheim berührt tief und klingt lange nach.« (Die Rheinpfalz, 04.12.2023)

»Ohne großen szenischen Aufwand, aber dank höchster musikalischer und darstellerischer Qualität entstand ein zutiefst anrührender wie mitreißender Abend, der bei der Premiere im Studio des Nationaltheaters Mannheim vom Publikum mit begeistertem Applaus im Stehen gefeiert wurde.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 05.12.2023)

»Umgesetzt werden Musik und Texte von Leonard Burkhardt, Antoinette Ullrich, Larissa Voulgarelis und dem Musikalischen Direktor Torsten Knoll. Die Vier machen das großartig, spielen alle mehrere
Instrumente und lassen die Musik lebendig werden. Das kann auch öfter mal lebhaft mitreißend werden, es wurde mitgeklatscht und gesungen. Das ist ein wohltuender Unterschied zu den üblichen Gedenkveranstaltungen, in denen pflichtschuldig betroffen schauende Menschen lauschen, wie Textbausteine aneinandergereiht werden.« (Die Rheinpfalz, 04.12.2023)

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