Dark Fall: Oper in 13 Szenen von Hans Thomalla nach Motiven aus Goethes »Wahlverwandtschaften«
Im Februar 2024 erlebte »Dark Fall« seine Uraufführung im Schlosstheater Schwetzingen. Die Oper, die von Liebe und Sehnsucht im Alter handelt, erzählt die Geschichte von Ellen, bei der sich erste Anzeichen einer Alzheimererkrankung zeigen und die sich trotz (oder vielleicht gerade wegen) dieser Krankheitserscheinungen für eine neue Liebe und einen neuen Anfang entscheidet. »Dark Fall« setzt das mit »Dark Spring« (UA Mannheim 2020) begonnene »Diptych of Desire« fort und stellt Figuren ins Zentrum der Handlung, die um Autonomie ringen und die Gesellschaft radikal in Frage stellen.
Thomalla findet dafür Klangwelten, die Neue Musik mit Strömungen der angelsächsischen Moderne zusammenbringen, die überraschende Kontexte herstellen aus akustischen und elektronischen Klängen, aus Geräusch und orchestraler Faktur und dabei wie ein fernes Echo auch Anklänge an Musical, Jazz und Pop durchhören lassen. Unter der Leitung von Alan Pierson stehen den vier Vokalsolisten (Estelle Kruger, Thomas Berau, Uwe Eikötter und Lila Chrip) 13 Musiker*innen im Orchester gegenüber: »Die Kombination ist reizvoll, weil es Thomalla durchweg gelingt, damit die inneren Verwerfungen der Figuren zu demonstrieren und gleichzeitig eine atmosphärische Dichte zu erzeugen, die auch deswegen den Abend hindurch wirksam wird, weil die mikrofonierten Solistinnen und Solisten sich streng an die Anweisung des Komponisten halten, auf gestützten Operngesang zu verzichten und stattdessen einem Klangideal zu frönen, das man für gewöhnlich in Popballaden oder Musicals antrifft.« (Opernwelt, April 2024)
- Die neue CD, mit der das Nationaltheater Mannheim seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Label OEHMS Classics fortsetzt, gibt es an der Theaterkasse in O7 18 sowie im OPAL zu kaufen.