Evaluiert von Agentur Kulturgold
Publikum & Teilhabe – Neuverhandlung von Öffentlichkeit
Besonders deutlich wird die Verschiebung im Verhältnis zum Publikum. Die Erhebungsergebnisse zeigen, dass das Stadtensemble Menschen erreicht, die zuvor keinen oder nur wenig Zugang zum Theater hatten. So handelt es sich bei einem erheblichen Teil der Befragten um Erstbesuchende, darunter auch Personen, die erstmals überhaupt das Nationaltheater besuchen (Publikumsbefragung, vgl. Erhebungsbericht 2025: Folien 84 ff.).
Eine differenzierte Betrachtung macht die Reichweite dieses Effekts sichtbar: Unter denjenigen, die das Nationaltheater bislang nie besucht haben, sind 82 % Erstbesuchende des Stadtensembles. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der Erstbesuchenden in der Gesamtstichprobe bei 52 % (Publikumsbefragung, vgl. Erhebungsbericht 2025: Folie 94). Das Stadtensemble fungiert damit nicht nur als ergänzendes Angebot, sondern als zentraler Zugangskanal zur Institution.
Eine differenzierte Betrachtung macht die Reichweite dieses Effekts sichtbar: Unter denjenigen, die das Nationaltheater bislang nie besucht haben, sind 82 % Erstbesuchende des Stadtensembles. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der Erstbesuchenden in der Gesamtstichprobe bei 52 % (Publikumsbefragung, vgl. Erhebungsbericht 2025: Folie 94). Das Stadtensemble fungiert damit nicht nur als ergänzendes Angebot, sondern als zentraler Zugangskanal zur Institution.
In diesem Sinne lässt sich das Stadtensemble als wirksames Instrument des Audience Development beschreiben: Es senkt bestehende Zugangsbarrieren, spricht neue soziale Gruppen an und ermöglicht erste Theatererfahrungen. Gleichzeitig verweist dieser Befund auf eine strukturelle Verschiebung: Publikum entsteht hier nicht allein durch Ansprache, sondern durch Beteiligung, Nähe zu Lebensrealitäten und soziale Einbindung.
Diese veränderte Qualität der Ansprache wird auch in den Erfahrungen des Publikums sichtbar. Aufführungen werden als anschlussfähig an eigene Lebensrealitäten beschrieben und als persönlich relevant erlebt (vgl. Fokusgruppe Publikum sowie Publikumsbefragung, Erhebungsbericht 2025).
Auffällig ist dabei, dass sich nicht nur das „Wer“, sondern auch das „Wie“ des Publikums verändert. Teilhabe erscheint nicht als ergänzendes Angebot, sondern als konstitutiver Bestandteil der künstlerischen Praxis. Die Erhebungsergebnisse zeigen, dass viele Besuchende über persönliche Netzwerke oder Community-Bezüge zum Stadtensemble finden und sich nicht nur als Publikum, sondern als Teil eines gemeinsamen Prozesses verstehen (vgl. Publikumsbefragung und Fokusgruppe, Erhebungsbericht 2025: Folien 72–77).
Damit verschieben sich auch die Rollen: Die klare Trennung zwischen Mitwirkenden und Zuschauenden wird durchlässiger. Beteiligung, Identifikation und künstlerische Mitgestaltung greifen ineinander und erzeugen neue Formen von Öffentlichkeit, die stärker auf Beziehung und Teilhabe basieren.
Für die Institution ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Zum einen gilt es, diese neuen Publikumsgruppen langfristig zu binden; zum anderen müssen Formate entwickelt werden, die unterschiedliche Publikumslogiken miteinander verbinden – klassische, auf Rezeption ausgerichtete Angebote ebenso wie partizipative Formate, die auf Mitwirkung und soziale Einbindung zielen.
Theater verschiebt sich damit zunehmend in Richtung eines sozialen Raums: eines Ortes, an dem nicht nur Aufführungen stattfinden, sondern Öffentlichkeit aktiv hergestellt wird – durch Begegnung, Beteiligung und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in künstlerische Prozesse einzubringen.
Diese veränderte Qualität der Ansprache wird auch in den Erfahrungen des Publikums sichtbar. Aufführungen werden als anschlussfähig an eigene Lebensrealitäten beschrieben und als persönlich relevant erlebt (vgl. Fokusgruppe Publikum sowie Publikumsbefragung, Erhebungsbericht 2025).
Auffällig ist dabei, dass sich nicht nur das „Wer“, sondern auch das „Wie“ des Publikums verändert. Teilhabe erscheint nicht als ergänzendes Angebot, sondern als konstitutiver Bestandteil der künstlerischen Praxis. Die Erhebungsergebnisse zeigen, dass viele Besuchende über persönliche Netzwerke oder Community-Bezüge zum Stadtensemble finden und sich nicht nur als Publikum, sondern als Teil eines gemeinsamen Prozesses verstehen (vgl. Publikumsbefragung und Fokusgruppe, Erhebungsbericht 2025: Folien 72–77).
Damit verschieben sich auch die Rollen: Die klare Trennung zwischen Mitwirkenden und Zuschauenden wird durchlässiger. Beteiligung, Identifikation und künstlerische Mitgestaltung greifen ineinander und erzeugen neue Formen von Öffentlichkeit, die stärker auf Beziehung und Teilhabe basieren.
Für die Institution ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Zum einen gilt es, diese neuen Publikumsgruppen langfristig zu binden; zum anderen müssen Formate entwickelt werden, die unterschiedliche Publikumslogiken miteinander verbinden – klassische, auf Rezeption ausgerichtete Angebote ebenso wie partizipative Formate, die auf Mitwirkung und soziale Einbindung zielen.
Theater verschiebt sich damit zunehmend in Richtung eines sozialen Raums: eines Ortes, an dem nicht nur Aufführungen stattfinden, sondern Öffentlichkeit aktiv hergestellt wird – durch Begegnung, Beteiligung und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in künstlerische Prozesse einzubringen.
Auszug aus:
Kunstbeziehungen – oder: Wie sich Theater verändert, wenn Menschen bleiben
Das Stadtensemble als Labor institutioneller Transformation
von Céline Kruska
Kunstbeziehungen – oder: Wie sich Theater verändert, wenn Menschen bleiben
Das Stadtensemble als Labor institutioneller Transformation
von Céline Kruska