Schauspielhaus

Let's Beat

Premiere: Sa, 06. Januar 2018
Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Musik von J. S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, Hans Zimmer, Keith Jarrett, Jimi Hendrix u.a.

Let’s Beat verbindet drei Stücke ganz unterschiedlicher Choreografen, die sich vom Beat als musikalischem Rhythmus wie auch vom »Beat« unseres Herzens inspirieren lassen.

Treibende Percussion-Rhythmen durchdringen etwa Marco Goeckes Choreografie Nichts. Der Hauschoreograf am Stuttgarter Ballett und dem Nederlands Dans Theater wurde erst im Sommer 2015 von der Fachzeitschrift tanz zum »Choreograph des Jahres« gewählt und ist derzeit einer der wichtigsten deutschen Choreografen. Seine individuelle Tanzsprache sprengt nicht nur ästhetische Grenzen, sondern die völlig neuen Bewegungen bedeuten auch eine technische Herausforderung für die Tänzer. Goeckes unverkennbarer Stil ist durch die Betonung des Oberkörpers sowie extrem rasante Arm- und Handbewegungen geprägt, bei denen gar die Finger zittern. Nichts ist das erste Stück, das er für die Ausnahmecompagnie Nederlands Dans Theater choreografiert hat und das Mannheimer Ensemble darf stolz sein, es als erste andere Compagnie im Repertoire zu führen.
Dazu kreiert Giuseppe Spota, dessen erste Arbeit für das Mannheimer Ensemble clairdeL’UNE von der Presse als »kleines Meisterwerk« gelobt wurde, erneut eine Uraufführung. Der Ballettmeister und choreografische Assistent am NTM ist als Gastchoreograf international gefragt und u. a. von der renommierten Compagnia Aterballetto, Reggio Emilia für eine Neuinterpretation von Shakespeares The Tempest eingeladen.

Stephan Thoss zeigt sein atmosphärisches Stück La Chambre Noire, das seine Inspiration aus Bewegungen in den Tiefen des Weltalls erhält. Das Universum besteht zum Großteil aus dunkler, unsichtbarer Energie, während die sichtbare Materie nur einen geringen Teil ausmacht. Geradezu verschwindend unbedeutend wird darin der Anteil des Menschen und seiner Erfahrungswelt.
La Chambre Noire – das dunkle Zimmer – ist ein Sinnbild für jenes geheimnisvolle Universum, in dem andere Regeln gelten als die des Lichts, der Erdanziehung und der verlässlichen Gewissheit. Thoss sieht sein Tanzstück als eine Art Experiment, das dazu provoziert, tief in uns hineinzuhören und uns den eigenen Körper begreiflicher zu machen. Eine Umarmung etwa könnte im Dunkeln intensiver, der Schlag unseres Herzens bewusster spürbar sein als umgeben von Licht. Dunkelheit weckt in uns eine Art magisches Sehen, wie ein Auge unter der Haut, das für etwas nicht Sichtbares geschärft wird. Die Dunkelheit und das geschlossene Auge sind für Thoss der Schlüssel zu einer Art privatem Raum, den man ständig in sich trägt wie ein geheimnisvolles Schloss mit fensterlosen Kammern, in denen sich das Sehen entfaltet.