Schauspielhaus

Let's Beat

Premiere: Sa, 06. Januar 2018
Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Musik von Igor Strawinsky, Claudio Monteverdi, J. S. Bach, Kronos Quartet, Kimono Pohjonen, Samuli Kosminen, Keith Jarrett u.a.

Der animierende Titel »Let’s Beat« verbindet drei ganz unterschiedliche Choreografien, die der Kraft des Rhythmus und dem leidenschaftlichen ,Beat‘ unseres Herzens nachspüren. Während Stephan Thoss‘ La Chambre Noire vom Urknall und den Bewegungen in der unendlichen Weite des Weltalls inspiriert ist, setzt Giuseppe Spota in seiner Uraufführung auf russische Rhythmen und entführt mit Strawinskys Petruschka in das geheime Reich der Puppen. Liebevoll-humoristisch bis ironisch wird das Miniatur-Liebesdrama zwischen Petruschka, der schönen Ballerina und einem exotischen Mohren erzählt und mit der Frage gespielt, ob nicht auch einer Puppe das Herz gebrochen werden kann.

 

Mit Nichts ist nun auch in Mannheim ein Stück des Ausnahme-Choreografen Marco Goecke zu sehen. Goeckes ganz eigene Tanzsprache macht seine Arbeiten zu einem Erlebnis und so ist es in Nichts die Bewegungsstilistik, ein Spiel von Wiederholung und Wechsel schnellster Kleinstbewegungen umrankt von großen, ruhigen und zarten Gesten, die den Beat erzeugt.

 

Seien Sie gespannt auf einen pulsierenden Tanzabend!

»Der Großmeister [Marco Goecke], der Hände und Arme tanzen lässt, thematisiert nichts als den Wunsch zu fliegen, will heißen des Sich-Befreiens, Abhebens und Über-Sich-Hinauswachsens – es gelingt. In Kleinstarbeit flattern Finger und Gelenke. Es wird geklatscht, gewinkt, gezittert wie Espenlaub – und Großartiges vollbracht. Urkomisch sind dabei die klassischen Ballett-Zitate: ein Pas de chat hier, ein sterbender Pawlowa-Schwan da – und dort ein ganzer Schwanensee. Dazu lässt Goecke solistische Bravour-Stücke zu, eine Chance, die sich Mannheims Tänzer nicht nehmen lassen […].«

(Mannheimer Morgen, 08.01.2018)

 

»Wie aus Pappröhren, Bühnentechnik und Licht Holzbein-Protagonisten nebst Crashtest Dummys entstehen, ist großes Theater mit fulminanten Bildern. Musikalisch hat [Giuseppe] Spota Strawinskys Originalklänge mit Musik Monteverdis kombiniert. Wie die Gliederpuppen von der Automatenhaftigkeit einer Olympia zu einem mit kräftiger Armarbeit kollektiv auftrumpfenden Bewegungsapparat werden, ist choreografisch spannend und schön anzusehen.«

(Mannheimer Morgen, 08.01.2018)

 

»Großen Beifall gab es auch für den Hausherrn Stephan Thoss, der zur Eröffnung viel dunkles Geheimnis auf die Bühne des Nationaltheaters brachte: „La Chambre Noire“ (uraufgeführt in Wiesbaden 2011). Zu einer kühnen Klangcollage beschwor er auf der Bühne eine magische dunkle Welt: ein Zimmer mit weichen, durchlässigen beweglichen Wänden, bevölkert von seltsam kühlen schwarzen Gestalten. Die Geheimnisse von Antimaterie und schwarzen Löchern im Weltall haben Pate gestanden für die Kreation von Anziehung und Abstoßung in der eindrucksvollen Bewegungssprache für dieses Stück.«

(Rhein-Neckar-Zeitung, 08.01.2018)

 

»Von zeitloser Eleganz erscheint [Stephan Thoss‘] „Chambre Noir“. […] [Und] das Jahre alte „Nichts“ zeigt aufs Überzeugendste, dass [Goecke] eine so individuelle wie innovative Tanzsprache spricht, wahrhaft eine des 21. Jahrhunderts. Wie schön, dass man sie nun in Mannheim sehen kann.«

(Frankfurter Rundschau, 09.01.2018)

 

»Mannheimer Ballett brilliert mit Stücken von Thoss, Goecke und Spota. […] Die Tänzer des Mannheimer Nationaltheaters zeigen bei der ersten Premiere des Jahres, was technisch und athletisch in ihnen steckt. […] [Ein] Abend, der dieser Truppe maximale Präzision und Konzentration im Wechsel unterschiedlicher Stilformen abverlangt. Und die Mannheimer nehmen diese Herausforderung mit Bravour an.«

(Mainzer Allgemeine Zeitung, 08.01.2018)