Club der unmöglichen Fragen


Frauenperspektiven versus Perspektiven der Frauen
Eine Kooperation der Abteilung Gleichstellung der Stadt Mannheim und dem FrauenKulturRat

Der Club der unmöglichen Fragen beschäftigt sich aus Frauenperspektive mit aktuellen und kontroversen Themen und setzt in der Spielzeit 2020/2021 das Motto Alltags-Extremismus aus der Frauenperspektive fort, ergänzt um den Aspekt der Erfahrungen mit der Pandemie. Nach der digitalen Auftaktveranstaltung Oktober 2020 und einer zweiten Ausgabe im Januar 2021 am wird das Format im März fortgeführt.

 

Wir laden Sie hiermit herzlich ein zur digitalen Veranstaltung am Do, 25. März 2021 von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr zum Thema Rollen Extreme – Queere Geschlechter-Rollen.

 

Bitte klicken Sie einfach hier, um zum Zoom-Raum zu gelangen oder geben Sie folgende Meeting-ID: 818 046 3751 in der App ein. Ein Kenncode ist nicht erforderlich.

 

Der Club wird in Gebärdensprache verdolmetscht. 

 

Die Teilnahme ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung an extern.chagas@mannheim.de ausdrücklich erwünscht.

 

Klingt spannend? Dann wählen Sie sich ein und diskutieren Sie mit beim nächsten Club der unmöglichen Fragen im digitalen Format. Teilen Sie es Ihren Mitmenschen mit und lassen Sie uns gemeinsam diskutieren!

 

Zoom-Meeting beitreten

https://us02web.zoom.us/j/8180463751

 

Meeting-ID: 818 046 3751

Kein Kenncode erforderlich.

 

Die Abteilung Gleichstellung der Stadt Mannheim in Kooperation mit dem FrauenKulturRat                          

                                     
 

 

 

 

 

Themen-Übersicht

 

Do, 20.05.2021: Mode-Extreme

 

Kleider machen Leute. Abgesehen von der Steinzeit war, ist und bleibt Kleidung immer auch ein Zeichen der Selbstdarstellung. Mode ist jedoch weit mehr als Kleidung, die wir tragen. Sie ist der Ausdruck unserer gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Sozialpolitische Bewegungen haben sich stets auch über eine bestimmte Kleidungskultur definiert bzw. sichtbar gemacht, von den 1968er Jahren bis hin zu einer Nichtkleidungskultur wie Pussy-Riot. Die moderne Frau ist nackt?! Sind Frauen* Opfer der Mode? Was passiert wenn Frauen* weniger konsumieren? Welches System setzt Frauen* so unter Druck? Wer (re)produziert diese Werte?

 

Moderatorinnen:

Kathrin Lämmle

Lea Gerschwitz

 

 

Do, 22.07.2021: Politik-Extreme

 

Mächtig. Weiblich? Politik ist Männersache. Diese Aussage, gleichwohl wie klischeehaft sie klingt, ist immer noch eine Tatsache. Trotz des Anstiegs der politischen Beteiligung und Repräsentanz der Frauen* und erhöhter Zahl an weiblichen Politikerinnen* verzeichnet man weiterhin ihre deutliche Unterrepräsentanz, besonderes in politischen Entscheidungsgremien. Andererseits bekleiden aktuell nicht wenige Frauen* die Spitzenämter unseres Landes. Woher kommt dieser Spagat? Sind Frauen* entweder extrem politisch oder extrem unpolitisch? Werden Frauen* in der Politik wahr- und ernstgenommen? Frauen werden immer mehr als »Vorzeigefrauen« der Parteien instrumentalisiert, die die Wählerinnen* ansprechen und das Image der Parteien akzeptabler machen sollen. Was bewegt Frauen* dazu? Welche Strukturen sind hier notwendig, um dieser Entwicklung entgegenzutreten?

 

Moderatorinnen:

Sylvia Schraut

Susanne Deß

 

 

Veranstaltungsarchiv

 

Do, 22.10.2020: Haltungsextreme – Corona und die Folgen für Frauen*

 

Das neue Virus stellt uns vor eine Reihe von gesellschaftlichen Herausforderungen nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht. Die Bemühungen, die Ansteckungsgefahr einzudämmen, wirkten sich rasch auf den beruflichen und familiären Alltag vieler Menschen aus. Viele Frauen waren und sind durch den Einfluss der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen in besonderem Maße betroffen. Der erzwungene Ausstieg aus dem »normalen« Alltag erfährt dabei unterschiedliche Bewertungen. Für einen Teil der Frauen, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, brachte das Virus extreme Doppel- und Dreifachbelastungen als berufstätige Frau und als Kinder zuhause betreuende Homeschooling-Organisatorinnen mit sich. Homeoffice und anders strukturierter Arbeitsalltag in Kombination mit häuslicher Kinderbetreuung waren für viele an der Tagesordnung. Viele von ihnen kritisieren, dass die gesellschaftliche Organisation der Corona-Bekämpfung vor allem den Frauen aufgebürdet wurde. Sie fragen sich: Setzt die Gesellschaft wieder auf das traditionelle Frauenbild? Sind auch heute noch Frauen eine berufliche Reservearmee, mit der man nach Bedarf jonglieren kann? Andere begrüßten den Ausstieg aus dem Berufsalltag. Sie begreifen Homeoffice als Chance, ihr Berufsleben neu zu gestalten. Manche erleben eine neue Langsamkeit und interpretieren sie als Gelegenheit zum Umdenken. Bietet Corona eine Chance, gesellschaftliche Normen und Werte zu überdenken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie neu zu akzentuieren? Oder handelt es sich schlichtweg um eine wirtschaftlich einflussreiche Gesundheitskrise, die mit einem Roll-Back im Bemühen um Gleichstellung von Männern und Frauen verbunden ist?

 

Moderatorinnen:

Sylvia Schraut

Zahra Deilami

 

 

Do, 10.12.2020: Veränderungsextreme – Das neue Normal. Corona und die Folgen für Jugendliche – insbesondere für Mädchen

 

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war? Diese Frage stellen sich viele Bürger*innen angesichts der Corona-Krise, die das Leben in unserer Gesellschaft stark verändert hat. Während die einen eine Sehnsucht nach einer Rückkehr zur »Normalität« verspüren, sehen die anderen die Möglichkeiten der neuen »Normalität«.

Die Auswirkungen dieser Extremsituation für Jugendliche wurden bisher nur am Rande thematisiert. In diesem Club werden wir einen Blick auf die Konsequenzen für Mädchen werfen. Wie erleben Mädchen diese Ausnahmesituation? Welche Veränderungen mussten sie hinnehmen? Welche Vor- und Nachteile brachte die Pandemie mit sich? Können wir von einer Generation Corona sprechen?
Ohne Frage – unsere Welt ist eine andere geworden, sie hat sich extrem verändert. Radikal hat das Virus Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten unserer Gesellschaften sichtbar gemacht. Es hat aber auch positive Veränderungen bewirkt: Trotz physical distancing sind wir vielleicht verbundener, solidarischer und (digital) kommunikativer denn je. Trotz herausforderndem home schooling bieten die Entwicklungen in den Bereichen Bildung und Digitalisierung neue Chancen.
»Krise als Chance« bleibt ein vielbeschworenes Mantra. Was lässt sich an positiven Veränderungen für Jugendliche – insbesondere für Mädchen – beobachten und bewahren? Wieviel Anpassungsfähigkeit werden sie zukünftig beweisen können oder müssen? Lässt sich der Corona-Rollback produktiv für Fragen von Gender und Gleichstellung nutzen? Corona als Game Changer in der Geschlechterfrage?


Moderatorin: Andrea Chagas – Doktorandin an der Universität Mannheim

 

 

Do, 21.01.2021: Extremsituationen – Corona und die Folgen für Frauen*

 

Eine außergewöhnlich belastende Situation gilt als Extremsituation. Diese Definition beinhaltet bereits eine enorme Bandbreite. Ab welchem Punkt klassifizieren wir als Frauen eine Situation als extrem und nach welchen Kriterien? Wie extrem muss eine Extremsituation sein, um als solche für Frauen zu gelten? Muss es stets ein besonders bedrohlicher Zustand für Leben sein oder reicht eine besondere Herausforderung oder ein Normbruch? War die sog. Corona-Zeit solche Extremsituation? Wie geraten Menschen, und insbesondere Frauen, in solche Zustände und wie erleben wir sie? Und kann man sich auf individuelle wie gesellschaftliche Extremsituationen vorbereiten? Was nehmen wir aus dieser Zeit als Erfahrungswerte mit? Gefährliche Mikroorganismen, der Klimawandel, die Migration, kriegerische Auseinandersetzungen oder politische und ökonomische Umbrüche werden weiterhin soziale Extremsituationen nach sich ziehen wie individuelle Herausforderungen. In diesem Club möchten wir körperlichen, psychischen, emotionalen, aber auch gesamtgesellschaftlichen Extremsituationen unterschiedlicher Art aus der Genderperspektive nachspüren und herausfinden, welche Einstellung und welcher Umgang uns hilft, mit den äußersten, existentiellen Notfällen zu verfahren.

 

Moderatorinnen:

Eva Eckkrammer

Susanne Wichert

 

 

Do, 25.03.2021: Rollen-Extreme

 

Mit dem provokant formulierten Satz »Lesben sind keine Frauen« löste die queere Schriftstellerin, Theoretikerin und Philosophin Monique Wittig in den 1970ern eine Kontroverse aus. Diese umstrittene Aussage zielt auf den Abbau des gesellschaftlich geschaffenen Bildes der Frauen* ab, das im Verhältnis zu und aus der Sicht vom Mann gebildet wird. Denn geschlechtliche Zuschreibungen von Männlichkeit und Weiblichkeit werden von queeren Personen herausgefordert. Lesbische Frauen* entsprechen also nicht dem heteronormativen Konstrukt Frau, da die kulturell bedingte Aufteilung der Geschlechter in Aufgaben, Lebensräumen und Erwartungen und nicht zuletzt in Hierarchisierung nicht gilt.

Wenn Personen miteinander interagieren, bedienen sie sich bestimmter Stereotypen, um diese einzuordnen. Oft sind es stereotypisierte Geschlechterrollen, die eine Interaktion erleichtern, aber auch gleichzeitig bedingen und begrenzen, wie die Vorstellung von der Frau als Mutter, von der Frau als Ehefrau, oder der Frau als emotionales Wesen etc.

 

In diesem Club möchten wir die Zweiteilung in Frage stellen. Was geschieht mit einer Frau*, die der Rolle, die die Mehrheitsgesellschaft vorgibt, nicht entspricht? Vielmehr was geschieht mit der Vorstellung von Sex und Geschlecht, wenn eine Frau* aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität nicht ins Schema passt? Welche Freiheiten ergeben sich daraus und welche Ableitungen für nicht-queere Frauen?

 

1 Es existieren sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten und Merkmale außerhalb des Cis-Verständnisses, wie z.B. asexuelle, non-binäre, intergeschlechtliche Orientierung bzw. Identitäten, die auch eine besonders große Rolle bei der Dekonstruktion von Rollenverständnissen spielen.

Cis-gender: Personen, bei der die geschlechtliche Identität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

 

Gäste:
Margret Göth – LSBTI-Beauftragte der Stadt Mannheim
Johannah Ilgner – Stellvertretende Vorsitzende des Queeren Zentrum Mannheims


Moderatorinnen:
Prof. Dr. Julia Hansch – Professorin DHBV Mannheim und Stv. Gleichstellungsbeauftragte.
Andrea Chagas – Doktorandin und Stellvertreterin der Promovierende für die Gleichstellung an der Uni Mannheim.