Studio Werkhaus

Schatten (Eurydike sagt)

Premiere: Do, 03. Februar 2022
von Elfriede Jelinek

In der Unterwelt, im Reich der Schatten, findet sich eine Frau wieder, nach dem Biss einer Schlange. Sie ist immer schon ein Schatten gewesen – der ihres Mannes, des Sängeridols Orpheus. »Auf seinem eigenen Soundtrack eilt er dahin. Mit seiner Stimme hat er die Stille durchdrungen und sie vernichtet. Ich bin stiller geblieben.« Aus dieser Stille, aus dem Schatten, tritt Eurydike heraus, tritt in den Dialog, mit sich und uns. Jetzt spricht sie – und befreit sich, langsam, von ihrer Fremdbestimmung.

Elfriede Jelinek ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Jetztzeit. Seit den 1970er Jahren stört sie mit ihren Romanen wie »Die Klavierspielerin« oder »Lust« und ihren Theaterstücken wie »Ein Sportstück«, »Wolken.Heim«, »Das schweigende Mädchen« oder »Die Schutzbefohlenen« den scheinbaren Frieden, entlarvt Machtverhältnisse und bohrt sich sarkastisch und wortgewaltig in offene Wunden der Gesellschaft. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. 2004 erhielt sie den Literaturnobelpreis.

Schauspielerin Sophie Arbeiter und Regisseur Dominic Friedel erarbeiten das Stück aus dem Jahr 2013 als musikalischen Monolog.

»Ein emotionaler Abend, der von engen, aber schwierigen Beziehungen handelt.« (Die Rheinpfalz, 05.02.2022)

 

»Dominic Friedel und Sophie Arbeiter nehmen einen Text, der nicht Jelineks bester, aber dennoch ein guter ist, strukturieren ihn sensibel und zeichnen ein nervös irisierendes Psychogramm einer Frau und einer Künstlerbeziehung.« (Mannheimer Morgen, 05.02.2022)

 

»[Der] Beweis, dass Sophie Arbeiter eine hervorragende Schauspielerin ist, mit genug Präsenz, auch endlos anmutende Pausen mit Spannung aufzuladen.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 09.02.2022)

 

»Feinnervig dreht Sophie Arbeiter bei diesem schmerzhaften Prozess der Selbstauflösung an den Stellschrauben ihrer Textgestaltung, selten wird sie dabei laut. Tragischer Wohlklang entsteht dennoch. Für den gibt es danach sehr herzlichen Applaus.« (Mannheimer Morgen, 05.02.2022)

 

»Eurydike ist hier Musikerin. Geigerin. Sophie Arbeiter spielt sie alleine schon deshalb gut, weil sie (sehr) gut Geige spielt. Aus Jelineks männerdominierter „Klavierlehrerin“ eine Geigerin zu machen, ist zudem eine (sehr) gute Idee, zieht dies doch eine weitere emotionale Ebene ein.« (Mannheimer Morgen, 05.02.2022)

 

»Alles an „Schatten (Eurydike sagt)“ ist minimalistisch. Das Bühnenbild besteht abgesehen vom Teppich nur aus einem Stuhl und einem mit hellen Neonleuchten versehenen Schminkspiegel. Die Frau trägt ein rosarotes Kleid und eine Haarspange, sonst keinen Schmuck, nicht einmal Schuhe. Ihr wichtigstes Accessoire ist ihre Geige.« (Die Rheinpfalz, 05.02.2022)

 

»Es funktioniert. Es funktioniert, weil Sophie Arbeiter nicht eine Schauspielerin ist, der man eine Geige als Requisit in die Hand gegeben hat und die nun ein paar schnell erlernte Klänge darauf zupft. Nein: Die 30-Jährige ist tatsächlich Violinistin […], hat ein Hochbegabten-Frühstudium absolviert, Preise gewonnen und sich am Ende gegen eine Laufbahn als Profimusikerin entschieden.« (Die Rheinpfalz, 05.02.2022)