Daniel Cremer

Daniel Bernhard Cremer wurde 1983 in Mönchengladbach geboren und macht seit seinem 3. Lebensjahr Theater in allen Formen und Funktionen, u. a. als Regisseur, Autor, Performer, Dramaturg, seit 2006 freiberuflich u. a. am Schauspiel Köln, Volksbühne im Prater und HAU Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus, Münchner Kammerspiele, Theater Heidelberg, Theater Basel, Theater Neumarkt Zürich. Seine Performances wurden u. a. in der Berlinischen Galerie, dem Schwulen Museum* in Berlin und dem Museum Abteiberg Mönchengladbach gezeigt.

Er inszenierte in der Oper und im Schauspiel, in klassischen Produktionen ebenso wie im Feld sozialer Plastik und kollektiver Arbeitsweisen und wurde 2015 für die Erfindung eines eigenen Genres, der immersiven Simulation in einer erfundenen Sprache, der »Fremdsprache« unter dem Label »Talking Straight« mit dem Preis der Autoren der Frankfurter Autorenstiftung ausgezeichnet. Im selben Jahr war seine Simulation »Talking Straight Festival« im Rahmen des Stückemarkts beim Berliner Theatertreffen zu sehen. Ihn verbindet seit 2013 eine Partnerschaft mit dem Maxim Gorki Theater, wo er mit der von ihm mitgegründeten Gruppe »Talking Straight« über mehrere Jahre dieses Genre weiterentwickelte.

Derzeit ist seine künstlerische Heimat vor allem der Mousonturm in Frankfurt am Main, wo er seine letzten beiden Soloarbeiten herausbrachte, die radikal-affirmative Liederabendsimulation »Born To Make You Happy« (2017) und der komplett improvisierte psychedelische Stand-Up »Das Wunder der Liebe« (2019), der bisher am Theater im Bauturm Köln, Maxim Gorki Theater Berlin, in der Schweiz und in Israel zu sehen war und kürzlich zum Festival "Radikal Jung" am Münchner Volkstheater eingeladen wurde.

Er sieht Theater als Schutzraum für intime Begegnungen zwischen Menschen, Worten, Gesten und der Welt und als Labor für soziale Imagination. Nachdem in seinem 2016 vom RBB Kulturradio produzierten ersten Hörspiel, »GAYA«, noch die Menschheit in einem endlosen Orgasmus grandios ausstirbt, sucht er aktuell nach Wegen, eine bisher noch nicht vorstellbare Welt auf die Bühne zu bringen: eine Welt, in der die Menschheit vielleicht überlebt und in der das Patriarchat mit Hilfe radikaler Sanftheit überwunden wurde.