Luk Perceval

Luk Perceval studierte Schauspiel am Koninklijk Conservatorium in Antwerpen und arbeitete anschließend in Belgien als Schauspieler. 1984 war er Mitbegründer des freien Theaters Blauwe Maandag Compagnie, wo er seine ersten Regiearbeiten vorlegte. An den Inszenierungen der Truppe wurden sämtliche Mitarbeiter beteiligt und das Theater galt als wichtigster Vertreter der Flämischen Welle. 1997 fusionierte Perceval diese Theatergruppe mit der Koninklijke Nederlandse Schouwburg in Antwerpen unter dem Namen Het Toneelhuis. Perceval war der künstlerische Leiter des neuen Theaters.

Im Jahr 1999 engagierte ihn das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg für seine erste deutsche Produktion, die in Co-Produktion mit den Salzburger Festspielen in Salzburg Premiere hatte. Die Inszenierung »Schlachten!« wurde gleich zum Berliner Theatertreffen eingeladen, erhielt dort den 3sat-Preis und wurde von Theater heute zur Inszenierung des Jahres gewählt. Seine Inszenierung »Traum« aus dem Jahre 2002 an den Münchner Kammerspielen wurde ebenfalls zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ab der Saison 2005/2006 war Perceval vier Jahre Hausregisseur an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, bis er 2009 an das Thalia Theater in Hamburg wechselte. Von der Spielzeit 2009/2010 bis 2017/18 war er dort Regisseur und Oberspielleiter. Unter anderem inszenierte er dort im Jahr 2010 William Shakespeares »Hamlet«, sowie das Stück »Große Freiheit Nr.7«, welches an den Film von 1944 angelehnt ist. 2015 inszenierte er eine Adaption des Romans »Die Blechtrommel« von Günter Grass. Zuletzt entwickelte er die Inszenierungen »Liebe« (2016), »Geld« (2016) und »Hunger« (2017), die als »Trilogie meiner Familie« auf einen Romanzyklus von Émile Zola basieren und seit der Spielzeit 2017/2018 als 7,5-stündiger Theatermarathon gezeigt werden. In Mannheim inszenierte er »Infinite Now«, das zur Uraufführung des Jahres 2017 der Opernwelt gewählt wurde.