Ab So, 31.05.2020, 18.00 Uhr
Gesamtmitschnitt
 

Musiktheater nach Claude Debussy und Edgar Allan Poe von Anna Viebrock

Gesamtrekonstruktion und Orchestrierung von Claude Debussys unvollendet gebliebener Oper »La chute de la maison Usher« durch Robert Orledge     

 

Libretto von Claude Debussy nach Edgar Allan Poes Erzählung »The Fall of the House of Usher«

 

Premiere am Nationaltheater Mannheim: 12. April 2019

 

Ausgangspunkt für die außergewöhnliche Musiktheaterinszenierung »House of Usher« von Anna Viebrock ist eine kleine Clubgesellschaft, die über das Werk des Schriftsteller Edgar Allan Poe debattiert.

Wenig später befinden sich dieselben Damen und Herren plötzlich inmitten der Handlung von Debussys Oper »La chute de la maison Usher«, die auf Poes berühmter Kurzgeschichte basiert und die Debussy bei seinem Tod 1918 unvollendet hinterließ. Das Libretto hatte der Komponist zu diesem Zeitpunkt jedoch fertiggestellt, wodurch eine vollständige Rekonstruktion der Oper möglich wurde. So erstellte der britische Musikwissenschaftler Robert Orledge im Jahr 2006 eine vollständig orchestrierte Fassung von »La chute de la maison Usher«, die der Mannheimer Aufführung als Basis dient.

Im Zentrum der Oper steht der neurotische Roderick Usher, der von einem alten Freund besucht wird. Rodericks Schwester Madeline scheint sterbenskrank, er selbst hat in dem unheilvollen Stammschloss der Familie jeden Lebensmut verloren. Ein wenig vertrauenswürdiger Arzt pflegt das Geschwisterpaar. Schließlich wird Madeline für tot erklärt und Roderick Usher geht an seiner Verzweiflung über den Verlust zugrunde.

Hier endet Debussys Oper; doch die Geschichte von Anna Viebrocks Inszenierung ist noch nicht vorbei. Entlang weiterer Kompositionen von Debussy (»Ballade« für Klavier, »Colloque sentimental« für Gesang und Klavier, »Fantasie« für Klavier und Orchester, 2. Satz, »Nuages« aus den »Nocturnes« für Orchester) untersuchen Viebrock und ihr Team bisher unbetretene Räume des House of Usher, spüren einer möglichen Verschwörung nach und nehmen dabei vor allem eine Figur in den Blick, die in Debussys Oper zwar immer wieder Gegenstand der Gespräche ist, selbst jedoch überhaupt nicht in Erscheinung tritt: Roderick Ushers Schwester Madeline.

 

 

Besetzung

 

Musikalische Leitung: Benjamin Reiners

Konzept, Regie, Bühne & Kostüme: Anna Viebrock

Co-Regie: Joachim Rathke

Co-Bühnenbild: Torsten Gerhard Köpf

Video (Bühne), Film & Untertitel (Stream): Lisa Böffgen

Licht: Nicole Berry

Dramaturgie: Malte Ubenauf / Jan Dvořák

 

Roderick Usher: KS Thomas Jesatko

Lady Madeline: Estelle Kruger

L’ami de Roderick (der Freund): Jorge Lagunes

Le Médecin (der Arzt): Uwe Eikötter

La Peur (die Angst): Graham F. Valentine

Barpianist: Antonis Anissegos

 

Statisten

La Soeur (die Schwester): Simone Becherer

Butler: Klaus Reitz

Clubmitglieder: Arndt Bletscher, Leo Eder, Uwe Herbstmeier, Erich Münch, Justin Smieskol, Jost-Jochen Wacker

 

Mit dem Nationaltheater-Orchester