Nico Hofmann

Filmproduzent und Co-CEO der UFA


Was bedeutet Freiheit für Sie persönlich?

Mein Freiheitsbegriff ist sehr stark durch meine Eltern geprägt. Sie haben beide den Journalistenberuf mit extremem Freiheitsempfinden ausgeführt, das heißt: Freiheit der Meinung und des Wortes, die Freiheit, eigene Verantwortung zu übernehmen und auch die gegnerische Haltung einzunehmen. Ich bin sehr geprägt von diesem journalistischen Freiheitsbegriff, der für mich beinhaltet, Debatten zu führen, kontrovers zu sein und sehr offen seine Meinung spiegeln zu können. Diesem Ethos habe ich mich auch als Regisseur und Produzent verschrieben.


Wann haben Sie sich zuletzt unfrei gefühlt?

Ich glaube, es gibt sowohl eine innere und äußere als auch eine persönliche und nichtpersönliche Freiheit. Ich fühle mich manchmal in terminlichen Zwängen nicht frei und in Angelegenheiten, die mir durch alltägliche, administrative Probleme aufgezwungen werden. Was die inhaltliche, künstlerische Seite meines Berufs betrifft, erlebe ich das eigentlich überhaupt nicht. Ich nehme in Anspruch, die Programme so zu gestalten, wie ich es möchte und die Themen nach meinen eigenen Vorstellungen zu setzen. Ich habe es in den vergangenen Jahrzehnten selten erlebt, dass diese Freiheit eingeschränkt wurde.


Wer oder was bedroht Ihre Freiheit?

Was mich gerade in diesem schwierigen Wahljahr beschäftigt, ist generell die populistische Bewegung. Ich nehme die Weltpolitik sehr ernst, die autokratische Dynamik zwischen Erdogan, Putin und Trump, das ist eine Wiederauferstehung des Autoritären. Ich beobachte auch sehr aufmerksam, mit welcher Taktik sich gerade in Frankreich die Rechtsextremen in die Mittelschicht drängen und sehe darin wirklich eine massive Gefahr für unsere demokratische Freiheit. Diese politische Entwicklung beschäftigt mich sehr und ich versuche deshalb, bei jeder Gelegenheit politisch Haltung zu zeigen und mich zu engagieren. Ich glaube, dass demokratische, pro-europäische Bewegungen in diesem Jahr extrem gefordert sind.


Sind Sie so frei, wie Sie gern sein möchten?

Ja. Das würde ich für mich in Anspruch nehmen. Ich verteidige die Freiheit jeden Tag, auch vor meinem eigenem Team. Wie gesagt habe ich im künstlerischen Bereich sehr wenig Einfluss negativer Art erlebt. Ich bin sehr stolz darauf, die Dinge so machen zu können, wie ich sie mir vorstelle, ohne Einschränkungen.