Schauspielhaus

New Steps - Bolero

Giuseppe Spota, Felix Landerer und Stephan Thoss Premiere: Fr, 03. Februar 2017
Musik von Maurice Ravel, Christof Littmann, Greg Haines, Armand Amar und Claude Debussy

Mit einer gehörigen Portion Humor begegnet Stephan Thoss Ravels bekanntester Komposition, wenn sich in seiner Choreografie Bolero sechs ältere Damen zum Kaffeekränzchen treffen. Nachdem lieb gewordene Begrüßungsrituale zelebriert wurden, genügen eine Handvoll Petits Fours und die Schallplatte von Ravels Dauerbrenner, um die Damen zu entfesseln. Vom Rhythmus mitgerissen zeigen sie eine sie selbst überraschende Beweglichkeit, die sich wie die Musik immer mehr steigert - bis hin zu einem explosiven Finale.

 

Daneben kreieren zwei Choreografen mit höchst individueller Bewegungssprache je eine Uraufführung für die Mannheimer Compagnie: Felix Landerer, Hauschoreograf am renommierten Scapino Ballet in Rotterdam und Leiter seiner eigenen Compagnie Landerer & Company, widmet sich in WinnerLoser dem Thema Männlichkeit und hinterfragt in einzelnen Szenen kulturell etablierte Klischees. Dem Männlichen zugeschriebene Stereotype, Attribute wie Kraft, Stärke, Rationalität oder Coolness werden in dem reinen Männerstück in packenden Bildern aufgegriffen und schließlich als Rollenerwartungen entlarvt. Das Ensemblestück clairdeL’UNE von Giuseppe Spota dagegen kreist um die Liebe und das Lieben und lässt spüren, wie schön und schwer zugleich es ist, die eine Person zu finden, die man in seinen Träumen schon längst kennt.

 

Dauer: 2 Stunden und 15 Minuten, inkl. 2 Pausen

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

»[…] ein vielseitiger wie vielschichtiger Dreiteiler, absolut empfehlenswert und vom Premierenpublikum mit rhythmischem Applaus lange gefeiert.«

(Mannheimer Morgen, 06.02.2017)

 

»Während Spota mit seinem Ensemble im Science-Fiction-Look geradezu überirdische Konstellationen formt, wühlt sein Kollege Felix Landerer mit „WinnerLoser“ tief in der männlichen Psyche. […] Er lässt Bilder von jubelnden Fußballern, von Bürohengsten oder Werbe-Modeln aufblitzen, clever eingebunden in seine Tanzsprache, die zugleich geschmeidig und gebrochen ist, die in einem Moment das Hochstrebende des Balletts zitiert und im nächsten die Bodennähe des Breakdance sucht. […] Stephan Thoss‘ „Bolero“ […] Uraufgeführt 1999 in Kiel ist das Stück ein perfekter Rausschmeißer, mit dem der Tanzintendant in seiner ersten Saison mit Leichtigkeit die Herzen der Mannheimer gewinnt. Liebevoll skizziert er die Charaktere: von der Strickenden mit Hüftleiden über die zackige Ex-KGB-Frau bis zur gewitzten Buckligen.«

(Die Rheinpfalz, 06.02.2017)

 

»Der italienische Tänzer und Choreograf Giuseppe Spota ist ein Doppel-Ausnahmetalent. […] mit „ClairdeL’UNE“ [steuerte er] ein kleines Meisterwerk bei. […] Spota lässt aus einer verblüffend organisch agierenden, variationsreich in Schwarz gekleideten Gruppe kurzzeitig einzelne Suchende und Paare ausscheren und das immerwährende Thema Nähe und Abstand fantasievoll variieren. Am Ende steht ein sanftes, bewegendes Duett von Ayumi Sagawa und David Lukas Hemm […] ein Tanzabend, der unter anderem höchst neugierig macht auf alles, was da noch kommen kann.«

(Rhein-Neckar-Zeitung, 07.02.2017)

 

»[…] ein dreiteiliger Tanzabend, der sehr unterschiedliche Stilrichtungen zeigte. Eine Arbeit für gemischtes Ensemble und jeweils ein Beitrag für ausschließlich weibliche, beziehungsweise männliche Tänzer. […] Das Ergebnis war vielseitig, abwechslungsreich und vielschichtig. Das Publikum dankte es der Compagnie und den Choreographen mit Ovationen.«

(Morgenweb, 04.02.2017)