Studio Werkhaus

BITCHFRESSE - Ich rappe also bin ich

Premiere: Sa, 19. März 2011
Eine szenische Spurensuche

Beats, Rhymes and Life – Hip Hop gilt als authentischer Ausdruck des harten Lebens auf Deutschlands Straßen. Aber im Rap-Business wird auch nur mit Papier bezahlt. Scheinbar harte Jungs werden mit Gangsterimage zu Ghetto-Rap-Superstars aufgebläht, und wollen doch nur ihrer Mama ein Haus kaufen – denn „Mama vertraut meinem Rap“. Das eigene Leben inszeniert zwischen Ghetto-Credibility, Gewalt und Geschäft. Eine szenische Spurensuche im Hip Hop; einer globalen Bühne des Pop, die Wirklichkeit schafft und in Szene setzt.

Robert Teufel, von 2009 bis 2012 Regieassistent am Nationaltheater Mannheim, entwickelt mit den beiden Schauspielern Matthias Thömmes und Sascha Tuxhorn einen Abend, der sich mit Identitätskonstruktionen im Hip Hop beschäftigt und die Ergebnisse der Auseinandersetzung, auch musikalisch, auf die Bühne bringen wird.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 45 Minuten, keine Pause

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Nicht für Zuschauer unter 14 Jahren geeignet!

Lutsch mein’ Schwanz! heißt der Refrain des titelgebenden Songs Bitchfresse, und dieser mit grammatischen Schwächen behaftete Imperativ gehört noch zu den poetischeren Zeilen. Warum es trotzdem einer der lustigsten Abende seit langem war? Weil Thömmes und Tuxhorn, die ihre szenische Spurensuche zusammen mit dem Regieassistenten Robert Teufel entwickelt haben, nichts kommentierten oder analysierten, sondern sich der ganze Alter-ich-fick-deine-Mutter-Mann-Quatsch selbst entlarven durfte. […]
Zu jedem Verb gab es die typische Ghetto-Handbewegung, für die man den kleinen Finger und den Zeigefinger ausstrecken und nach vorne stoßen muss. Als Tuxhorn daraufhin mit geschlossenen Augen einen Betroffenheits-Gitarren-Popsong spielte und dazu die Discokugel über ihm glitzernd tanzte, tobte das Publikum zum ersten Mal.
(Die Rheinpfalz, 22. März 2011)


Zwischen Verbrecher-Image und Maßanzug nähert sich Robert Teufels Bitchfresse – Ich rappe also bin ich am Nationaltheater der Hip-Hop-Subkultur. Im Grunde sind es gute Jungs. Freundliche lächelnd betreten Matthias Thömmes und Sascha Tuxhorn die kleine Casinobühne des Werkhauses. Ordentlich in Anzüge gehüllt (Bühne und Kostüm: Linda Johnke), begeben sie sich zunächst auf eine musikalische Ursachensuche. Mittels live aufgezeichneter Samples entspinnen die beiden, unterbrochen von kurzen Sprechpassagen, komplexe Klangstrukturen, die zu gefallen wissen – solange man nicht auf die Texte hört. Denn stilecht beschränken sie sich auf Synonyme von Begriffen wie Prostituierte und Geschlechtsverkehr. (Mannheimer Morgen, 21. März 2011)