Studio Werkhaus

INS KALTE WASSER – Assistent*innen-Abend


Krankenzimmer Nr.6 - nach einer Erzählung von Anton Tschechow
  • Regie und Videos: Davide Raiola
  • Bühne und Kostüme: Nora Müller

»Als ich dies zu Ende gelesen hatte, wurde mir direkt unheimlich; ich konnte nicht mehr in meinem Zimmer bleiben, ich stand auf und ging hinaus. Mir war, als wäre ich selbst im Krankenzimmer Nr. 6 eingesperrt.«

Lenin

 

Ein Arzt, ein Patient, ein Krankenzimmer. Eigentlich ein körperliches und geistiges Gefängnis; ein Krankenhaus, in dem die gesunde für ihre Verrücktheit eingesperrt sind.

Wer darf entscheiden, wer krank ist und was krank bedeutet? Heute werden psychische Krankheiten immer noch sozial versteckt und sind mit Scham behaftet.

Die Psychiatrie und die »Verrücktheit« wurden am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Russland instrumentalisiert, um politische Gegner zu isolieren und zu beherrschen. Mit dieser Erzählung spiegelt Tschechow die Angelegenheit weltweit und die Lektüre machte Lenin mutmaßlich zum Revolutionär; ist sie heutzutage noch bedeutend?