Schauspielhaus

Eine Volksfeindin

von Henrik Ibsen

Wie geht Politik in Zeiten von Hate Speech und Fake News? Was ist wichtiger – die Wahrheit oder der Wohlstand, die soziale Sicherheit? Welche Verantwortung hat der*die Einzelne? Die »Lebensquelle« der Stadt ist das Kurbad: Vorzeigeprojekt, großer Arbeitgeber und touristischer Magnet. Bis Kurärztin Stockmann Verunreinigungen im Heilwasser entdeckt, die durch ein erfolgreiches Chemieunternehmen verursacht werden. Selbstverständlich geht Stockmann davon aus, dass dieser Missstand öffentlich gemacht und behoben werden muss. Die örtliche Presse weiß sie zunächst auch auf ihrer Seite, dient die Veröffentlichung doch dem Gemeinwohl. Genau dieses aber sieht ihr Bruder, der Stadtrat, in Gefahr, wenn der Skandal publik gemacht wird: Mit der Aufdeckung der Lüge sei der Ruin der Stadt vorprogrammiert. Während sich Stockmann von ihren Anhänger*innen als Volksfreundin feiern lässt, beginnt zwischen den Geschwistern ein Kampf um Wahrheit und Recht und die Frage, wer über das Gemeinwohl zu entscheiden hat. Eben noch verehrte Anführerin einer Bewegung, droht die Kurärztin zur »Volksfeindin« zu werden. Wer kann die Mehrheit hinter sich bringen? Und mit welchen Mitteln? Katrin Plötner inszenierte u. a. am Münchner Residenztheater, am Schauspiel Frankfurt und am Staatstheater Darmstadt und setzt nach »Hoppla, wir leben!« ihre Arbeit am Nationaltheater Mannheim fort.